am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schreibmuskelkater

ziemlich genau zwei wochen ist es her, da bin ich hinten durch, durch das letzte kapitel, um es alsdann unmittelbar zum choaching zu schicken. mir selbst habe ich im selben moment den auftrag erteilt, den text einstweilen nicht mehr anzurühren. den gesamten text, alle 300+ seiten. um das ende zu wahren, die wahrheit darin. einstweilen mache ich mir nur notizen über das, was mir noch ein- oder auffällt. die datei bleibt geschlossen, und das ist gut so. (bis zum 26., noch in diesem monat. dann gibt es das feedback, und anschließend werde ich die vorerst letzten änderungen einarbeiten.)

was folgte, war eine tiefe erschöpfung vorwiegend körperlicher natur, mit der ich so nicht gerechnet hatte. dazu kam die zunehmende kälte, das eisige in berlin. (+ICE in USA, ein anhaltendes desaster!) mein hirn verweigert sporadisch die möglichkeit von konzentration, gelegentlich zwingt mein körper mich dazu, auf dem sofa zu liegen und nichts zu tun. kein lesen, überhaupt gar nicht zunächst. aber auch kein fernsehen, nicht einmal das. alles will einfach nur durch mich hindurch, nahtlos und ohne spuren zu hinterlassen. das bessert sich langsam, immerhin, aber doch noch längst nicht so richtig.

von wegen lesen. das größte übel am schreiben ist mir immer wieder, dass ich letztendlich nichts mehr lesen kann, das nicht unmittelbar mit meinem thema und text verwoben ist. der diesbezügliche apparat steht dicht neben dem schreibtisch und umfasst diesmal über einen meter. da muss ich demnächst ausmisten, da ist auch einiges an schrott untergekommen. vielleicht anfang märz, wenn ich den text tatsächlich fürs erste verlassen darf.

das lesen nun wieder begonnen habe ich mit katja petrowskajas „als wäre es vorbei“. vielleicht ein bisschen viel und zu schwer für den anfang, denn es sieht nur aus, wie ein leichtes buch. viele bilder, kurze texte, immer nur zwei oder drei seiten. texte aus dem krieg, so steht es unter dem titel. und so ist es.

wenn ich nicht schreibe, habe ich festgestellt, dann träumt mein körper davon. vom schreiben, als wäre es ein sport. wie tennisspieler oder skifahrerinnen vielleicht, die sich auf das durch training geschaffende muskelgedächtnis verlassen. müssen. die ebenfalls, so stelle ich mir das vor, nicht mehr wirklich wissen, was sie wann genau tun, müssen. die es dennoch tun, und es gelingt. irgendwie.

so lebe ich im text, schiebe abschnitte umher, sortiere und ergänze. zielgenau, ohne zu wissen. sobald ich die augen schließe, bin ich dort zu hause. und es ist nicht nur die arbeit der hände mit tastatur und maus, es sind nicht die pixel auf dem bildschirm, die ich bewege. das ist das, was man sieht. diese bewegungen sind es, die ich spüre, auch im traum. dicht dahinter ist all das andere. das lebt.

eisig

kleine momente. weil es gestern nicht ganz so kalt war, nur so um den gefrierpunkt etwa, bin ich kurz zu motorrad hintunter, habe schnell mal auf den anlasser gedrückt. sagenhaft, es tut, was es soll. es tuckert. raucht dabei eine weile heftig aus dem auspuff, das ist aber nur wasser. irgendwann ist es vorbei. blöd ist, dass ich ein kleines brandloch mitten auf dem sattel gefunden habe. da hat entweder jemand seine zigarette hingeschnipst, oder es ist von silvester. vermutlich letzteres, ich hab ein paar leute da gesehen in der nacht. na gut, das ist dann mal ein kleiner reparaturauftrag fürs frühjahr.

ein paar stunden später, als die maschine wieder kalt war, hab ich dann die haube übergestülpt. das hätte ich mal früher machen sollen, aber erst hatte ich die daumen-op, war also für eine weile einhändig, und danach war es irgendwie immer nass. dann geht es halt nicht, sonst rostet das ding unter der schutzhaube vor sich hin.

pech! aber irgendwie auch ein glück, das ding ist sauber gelaufen, ohne probleme. trotz schnee und mächtigen minusgraden. heute ist es schon wieder eisig.

im gegensatz zu solchen kleinen glückseinheiten privater natur steht die welt und ihre brutalisierung auf allen kanälen. ich sehe dabei zu, mehr oder weniger hilflos. ich verstoffwechsle das gesehene, so gut es eben geht. viel mehr bislang nicht. ich bemühe mich, über die aktuelle meldung hinaus zu verstehen. das ist nicht wirklich leicht, ich komme kaum mit derzeit.

denn da ist zum einen das schlichte wissen darum, dass brutalität nun wirklich nichts neues ist. und niemals auch nur annähernd aus der welt war, nicht einmal in meinem leben. diese erkenntnis fällt nicht schwer, dazu bin ich zu alt. zum anderen ist irgendetwas auf einmal anders, ganz blank und unverstellt. wie eine scharfe waffe. die selbstverständlichkeit der verachtung als mittel der politik, nicht neu. doch in verbindung mit einer grundlegenden verachtung von recht und gesetz, bis ins lächerlichmachen, und der mobilisierung von schlecht ausgebildeten und schwer bewaffneten schlägertrupps. sollte ich menschenjäger sagen?

das war jetzt nur usa, ich weiß. natürlich ist da mehr, so viel mehr. aber ich ich kann nicht alles auf einmal.

kиїв!

what breaks my heart

„i’m not mad at you”, sagt die frau im auto zu dem mann ohne gesicht, der um das auto herumläuft und mit seinem mobiltelefon filmt.
„i’m not mad at you”, hört man sie noch einmal sagen, dann noch einmal. 3x! da ist der mann ohne gesicht längst dabei, das nummernschild des autos aufzunehmen.
sekunden später nur hat der mann ohne gesicht sein telefon weggedreht und auf die frau im auto geschossen.
3x!
she who was „good“! not only her name.

make a plan

neulich erst, es noch gar nicht so lange her, da gab ich meiner hoffnung, eventuell sogar meiner absicht ausdruck, meiner erheblich erhöhten ärztinnenbesuchsfrequenz im kommenden jahr wieder abzuschwören. ich hätte es besser wissen müssen, zu diesem frühen zeitpunkt bereits. eine neue rheumatologin auszusuchen, ist zwar gut und wichtig, aber selbstverständlich beinhaltet das auch das zurverfügungstellen meines körpers bei diversen durchleuchtlungs- und beschallungsinstituten. allein das auffinden solcher einrichtungen ist ein umstand, abgesehen von der terminfindung via was-auch-immer. überall funktioniert das irgendwie anders, und insbesondere die wartezeiten am telefon sind nicht unerheblich.

dazu die unfähigkeit, immer wieder fremden menschen von null auf hundert eine möglichst kurz gefasste krankengeschichte aus der gesamtheit meiner lebensgeschichte zu extrahieren. das nervt, und nicht jede ärztin ist damit vertraut, den fremden menschen in ihrer vertrauten parxis einen kommunikationsraum zu bereiten. insbesondere darin war die neue leider besonders unbedarft, was letztendlich dazu geführt hat, dass ich hier und da ein bisschen blödsinn erzählt habe. nicht wirklich gelogen, aber doch unzulässig verkürzt. das könnte böse folgen haben, aber ich will es mal positiv betrachten: wenn es weiter so läuft, wie bisher, dann wird es wenig weitere berührungsnotwendigkeiten geben. kompetent und gründlich scheint sie immerhin zu sein, die neue rheumatologin.

sie will sogar wissen, was das schulterproblem sein könnte, das mich seit der letzten impfung quält. die hausärztin hat das nicht sonderlich interessiert, obwohl es doch womöglich bei ihr verursacht wurde. rheuma ist es nicht, in der hinsicht waren die neue und ich einig, immerhin.

doch auch das ist seit ein paar tagen in den hintergrund getreten, weil ich schlicht und einfach mal wieder eine erkältung eingefahren habe. nicht einmal covid, nur so ein lächerliches rotzgeröchel. womöglich auf dem weihnachtsfeierboot, mit dem die firma letzten donnerstag über die spree geschippert ist. zum teil oben auf dem deck, das war toll. aber so kalt.

der plan für die zwischenjahreszeit war anders. aber jetzt liege ich hier rum und kann kaum aus den augen gucken. ans schreiben denke ich zwar, aber lust habe ich nicht. also jetzt gerade, heute abend, hier.

aufm schlauch

einen neuen duschschlauch bestellen, weil die dinger ja in berlin immer so blöd verkalken, besonders auch von außen. diesen neuen schlauch dann gleich beim einbau schon kaputtmachen, chinaprodukt erwischt, so ein scheiß. also den alten ein bisschen in entkalker legen, den duschkopf gleich dazu, und die wanne ebenfalls einsprühen. die ist schließlich voller kalkstreifen, weil der verbaute wasserhahn nach über zwanzig jahren nicht mehr richtig dicht ist, sondern natürlich verkalkt.

anschließend alles wieder zusammenbauen. ein bisschen umständlich, aber so geht es natürlich auch.

jetzt denke ich: es wollte eigentlich die mischbatterie getauscht werden, gar nicht der schlauch.

die seele braucht winter

es ist dunkel draußen und in mir. das ist gut, weil es so ist. bald ist dezember.

die unmittelbaren daumen-OP-folgen haben sich weitgehend minimiert. also nicht so, dass jetzt alles wieder wäre wie zuvor. natürlich nicht, das ist ja auch nicht sinn der sache. die schwellung bildet sich langsam zurück, damit ist auch das OP-ergebnis inzwischen ein klein wenig erkennbar. das ist erfreulich. fest umwickelt kann ich mittlerweile auch wieder alles recht gut zweihändig handhaben. tut kaum weh, nur noch an zwei kleinen stellen. ganz generell aber ist vieles an dem daumen ziemlich taub, es brizzelt und sticht gelegentlich bis in die fingerspitze. final beurteilen kann ich das noch nicht. ich weiß nur, dass mir das angekündigt wurde, und das ergibt ja auch sinn. es handelt sich ja nicht nur ein schnitt in der, das heißt eigentlich eher durch die haut, durch alle schichten. es dürfte ja auch unter der haut so einiges passiert sein.

aber ich bin zufrieden, alles in allem. zurück in der arbeit und bei der arbeit, im leben und im schreiben.

ebenso bin ich zurück im listenbearbeitungsmodus des lebens. wie schön!

gestern, nach einer gehörigen weile, die einer schieren unendlichkeit recht nahekam, endlich die neue fritzbox installiert. mit allem, was dazugehört:

  • die furcht, dass es nicht funktionieren wird.
  • weil ich es einfach nicht verstehen kann.
  • dass ich am ende ohne netz dastehen werde.
  • also noch einmal eine ewigkeit.
  • aber ich brauche das netz doch, nicht nur zum bloggen.
  • ich arbeite mit netz, alles immer nur mit netz.

zum glück halte ich mehr als superfreundlichste hilfe. nicht von der anbieterfirma, aber nein. allerbester privatsupport, so allein geht das. so kann auch ich diese technische scheiße bewältigen, bei denen es vorab immer heißt: alles ganz simple, vollautomatisch, dauert keine fünfzehn minuten. das stimmt nämlich nie.

am ende habe ich zwar problemlos wieder netz , ein wahnsinn. aber leider kein telefon mehr. schlicht und einfach, weil der alte telefonkabelstecker nicht in die neue telefonbuchse passt. ich recherchiere also zwei oder drei stunden, mehr oder weniger angepisst, um herauszufinden, was da nun zu tun wäre. andere verbindungsarten oder ein adapter vielleicht, das kann doch nicht so schwer sein. aber ich finde nichts. absolut nichts, nicht einmal einen erkenntnisgewinn kann ich verzeichnen.

vor dem einschlafen frage ich mich, ob das an meinem alter liegt, dieses alles durchdringende nichtverstehen. an der trägheit des winters im menschlichen lebenszyklus. (naja, eigentlich hab ich ja erst herbst.) oder vielleicht doch einfach nur an meinem über zwanzig jahre alten isdn-telefon.

heute, gegen mittag, habe ich ein neues bestellt. für alles andere habe ich keine nerven und keine zeit. im winter.

wieder zweihändig, fast

ich bin dünnhäutig geworden, vielleicht wegen des gerade heftig einsetzenden winters. vielleicht auch wegen der kleinen operation vor zwei wochen. bei der soweit alles gutgegangen ist, alles so gut wie erledigt. morgen werden die fäden gezogen und das wars dann. abgesehen von dem anhaltenden geschacher mit der krankenkasse. und von meinem grundlegenden staunen über die üble informationsorganisation im eher groben medizinbereich, den ich bislang zum glück nicht betrete musste. und hoffentlich in der art oder schlimmer sobald nicht wieder betreten muss.

das attest, das die chirurgin nachgereicht hat, um mir die fahrkostenerstattung eventuell doch noch zu ermöglichen, besagt, dass ich auch am folgetag der OP durchaus ein taxi zum verbandwechsel und wieder nach hause hätte in anspruch nehmen können. das zu wissen, hätte mir tatsächlich weitergeholfen, denn der tag danach, nach einer nahezu schlaflosen nacht, ist im ansatz erstmal nur schwer zu bewältigen gewesen.

doch es gibt viele schlaflose nächte in letzter zeit, aus den verschiedensten gründen. gestern war es die wenig glorreiche kneipe vor meinem schlafzimmerfenster. dreimal war ich dort mal schauen, weil man die etablissement in der unmittelbaren umgebung ja doch erstmal kennenlernen sollte. jedesmal kam es mir stickig und muffig, wenn nicht verschimmelt vor. also wirklich überhaupt nicht einladend, zumindest nicht zum essen. was es da auch gibt, tatsächlich sogar veganes zeug. aber selbst als reine kneipe wär mir das da drüben nix.

gestern nacht also haben mich die letzten zirka zehn restgäste, mit ihrem ständigen rein und wieder raus vor die tür zum rauchen, bis gegen vier uhr immer wieder geweckt haben, bzw. gar nicht erst wieder einschlafen lassen. dabei war die ganze zeit das kneipenlicht längst aus, der laden also offiziell wohl gar nicht mehr geöffnet. ja, das kenne ich auch noch von früher. nur, dass da eben nicht draußen geraucht wurde.

dieses vorgehen hat mir letztendlich völlig den schlaf geraubt, auf jeden fall bis nach sechs. um kurz nach neun war ich dann auch schon wieder wach. das dürften also etwas mehr als zwei stunden gewesen sein, da bin ich gerade erstaunt. dass ich jetzt noch stabil aufrecht sitze und tippe.

dabei habe ich auch noch echt was erledigt heute. kein schreiben oder so, das war die ganze woche nicht richtig möglich. ein paar reparaturen hier, ein bisschen überlegung da. was ich aber tun konnte, ab heute wieder, war zweihändiger hausarbeitseinsatz. zumindest da, wo ich nicht mit beiden händen ins wasser musste. also aufräumen und staubsaugen, das bett beziehen und die haare waschen. (ich sag lieber nicht, wie lang letzteres her ist.)

alles gut, könnte man sagen. geht doch!

genau so ist es. morgen gehts weiter.

heilphasen

das wochenende über bei einer freundin in hamburg gewesen. eigentlich für reines sitzen und schweigen => zen. das hat dann aber covid-bedingt erst gar nicht, dann nur so halb stattgefunden. also waren wir frühstücken im leonar, sind viel fähre gefahren, mit dem deutschlandticket, und durch die besucherebene der elphi gelaufen. alles in wind und wetter, so richtig hamburgisch. am abend dann spontan ins theater gegangen, rein zufällig sogar in eine premiere => ágota kristóf => das große heft.

ärztlicherseits war das alles ausdrücklich erlaubt. mehr zumindest als möbel bauen, wasserhähne reparieren oder auch nur das durchprobieren aller vorhandenen pc-mäuse. die im übrigen allesamt weder mit der volleingewickelten pranke, noch mit dem inzwischen verhältnismäßig dünnen daumeneigenverband so richtig funktionieren wollen. für ausflüge hingegen braucht man nicht so viel die hände, da läuft man nur und schaut, und lässt zwischendrin andere für sich kochen. am schwierigsten war der applaus, aber der musste. absolut.

sehr entspannend, das alles. nervig war dann nur die rückfahrt mit der bahn, aber das so richtig. zirka eine stunde stillstand vor spandau. totaler stillstand, gespickt mit gelegentlichen launigen updates, die jeweils die wartezeitprognose ausweiteten. aber keine erklärung* lieferten. heute also: fahrgastrechte recherchieren*, überweisung anfordern.

außerdem einen blick auf die wunde gewagt und neu verbunden. scheint recht stabil, jedenfalls kein nachbluten mehr, obwohl ich fast damit gerechnet hatte. wegen applaus! abgeschwollen ist der daumen auch schon ein wenig und ziemlich blau, wie ich jetzt erste sehe. nicht nur die fäden, ich hab schon wieder vergessen, sie zu zählen. neben dem leichten schmerz, wenn ich mich vergreife, spüre ich jetzt auch die angekündigte taubheit. das wird wohl ein bisschen bleiben, ich hoffe nicht für immer. aber die feinen tastnerven haben bei solchen prozeduren definitv keinen spaß, können aber wohl auch keinerlei rücksicht erwarten.

* später dann: weiche kaputt, einzeilige schienenverkehrsabwicklung.

** „googlen“ ist nicht mehr. dieses wort habe ich entgültig abgeschafft, das kann man ja noch noch einmal buchstabieren.

postoperativ

um es kurz zu fassen: die op war eine erfahrung, ja. allerdings insgesamt betrachtet deutlich unschön, außerdem in der durchführung letztendlich nicht ganz unkompliziert. egal. jetzt ist es erledigt und damit wohl auch gut.

die medizinische operationdurchführungsmaschine scheint mir nicht besonders menschenfreundlich zu sein. informationsgespräche dienen nahezu ausschließlich der (sicherlich wichtigen) erfüllung der standards und der erfüllung versicherungsrechtlichen notwendigkeiten. weit weniger jedoch der patient*innenaufklärung. darüber hinaus herrscht die annahme, dass patient*innen vorwiegend beruhigt werden müssen, nicht so sehr informiert. was zu einer zum teil desolaten kommunikation, besser gesagt zu einer nichtkommunikation führt.

zumindest in meinem fall, denn ich wünsche es nicht, definitiv NICHT, in einem tonfall angesprochen zu werden, der selbst dem einen oder anderen kindergartenkind gegenüber unpassend sein könnte. ich wünsche auch NICHT, dass meine körperteile im diminutiv, also einer verniedlichung, betitelt werden. ebenso ekelt es mich, wenn ein alter knacker von narkosearzt (etwa so alt und knackig wie ich) ein angebotenes beruhigungsmedikament als „begrüßungssekt“ bezeichnet. NEIN! besonders widerlich ist es allerdings, wenn medizinisches gerät, das offensichtlich auf meinem körper abgelegt werden muss, ausgerechnet auf meinem schambein landet. das heißt eigentlich noch ein klein wenig tiefer, also direkt auf den punkt. ob zufall oder absicht, danach frage ich lieber nicht.

alles das geht gar NICHT!

auf dem tisch dann hat mein ohnehin extrem stressanfälliger blutdruck mächtig zugelegt, so richtig gezeigt, was er kann. vermutlich auf grundlage meines ja nun doch sehr lange zurückliegenden permanenten stresszustands als kind. (anders kann ich mir das nicht erklären, normalerweise bewege ich mich im normalen oder hochnormalen bereich. das prüfe ich täglich, besonders in meinem akut so überhaupt nicht stressfreien alltag.) damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, und wohl auch sonst niemand. die durchführung der op war wahrscheinlich nur möglich, weil sie insgesamt nur ein paar minuten gedauert hat. aber genau verstanden habe ich das alles noch nicht.

die gesamte prozedur, von einem tag auf den nächsten, hat mich über ein kilo gekostet. und auch sonst gibt es da viel, dass ich in diesen tagen noch durchdenken oder womöglich überhaupt erst mal erfassen muss.

ansonsten: der aufgeschnittene daumen tut kein bisschen weh, von anfang an. es sei denn ich stoße irgendwo blöd an. er ist mit fünf oder sechs stichen genäht und blutverschmiert unter dem verband. ich habe gerade mal selbst gewechseln. außerdem ist er gut geschwollen, dass ich ihn nur wenig gebrauchen könnte, selbst wenn ich es wollte. zum glück bin ich handwerklich begabt, die verbleibenden vier finger haben mit freuden zu lernen begonnen.

krankgeschrieben bin ich auch, bis zwei wochen nach der op die fäden gezogen werden können. ich bin also zu hause und tue sehr, sehr wenig. das ist auch selten. also letzteres.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner