raum für notizen

disziplin: alle tage

#insight

31. Juli 2021 - 01:30

es ist vorbei, ich bin geimpft. und es hört doch nicht auf, nie wieder. so ist das jetzt. und das macht nichts, auch das kenne ich. gut.

inzwischen habe ich mich verabschiedet, lange schon, ohne dass ich es recht gemerkt hätte. von meiner vorstellung vom leben vor allem, all den illusionen, die ich zwar weder vor mir hergetragen, noch tief in mit verborgen hatte. wohl aber war da etwas, besonders in gegenwart anderer. als müsste da etwas sein, ein anspruch an das eigene leben über das leben desselben hinaus. jetzt bin ich nicht mehr, ganz einfach. und ich will auch nicht mehr sein, was immer ich einmal gewesen sein mag. eigentlich bin ich sicher, dass da sowieso gar nichts war. immer schon.

mit der welt gehen auch die menschen. die meisten verschwinden einfach, weil ich den aufbruch so schnell nicht mehr kann. ich bin langsam geworden, sehr verloren. und sie laufen längst wieder rund, da bin ich natürlich unerreichbar. oder den aufwand nicht wert, keine ahnung. den einen oder die andere muss ich massiv abwehren, weil viel zu aufdringlich, eindringlich und übergriffig. soetwas will ich erst recht nicht mehr in meiner nähe, dieses bespaßjubeln und alles wieder gut. das ist eine fehlinterpretation, das bin ich nicht. nie gewesen. das strengt einfach nur an über tage und wochen mitunter. immer schon.

ein paar wenige menschen ekeln mich. das erschreckt mich am meisten, dass ich das bin. immer noch, ich bin ekel. denn wenn ich ehrlich bin, waren mir diese menschen schon immer unangenehm. und ich habe das immer schon gewusst. doch ich habe sie reden lassen und glauben lassen, gegen mich, ohne für mich einzuschreiten. jetzt ist alles ekel, das habe ich nun davon. zum glück ist es niemand in meiner nähe, kein mensch in oder aus berlin, nur flüchtige begegnungen und überbeanspruchte bekanntschaften. das also muss aufhören.

alles andere kann ich leben, das weiß ich. das könnte spannend werden. oder aber ein elend, mal sehen. mir ist alles recht.

alle tage | 0 » | plink

19. Juli 2021 - 23:41

seltsam. es ist kurz nach elf, und ich liege gewaschen und gestriegelt, zahngeputzt im bett. na gut, ich sitze, weil ich noch schreibe. aber im bett, um die zeit!

neulich war es nach eins, da hätte ich am liebsten angefangen, regale aus- und umzuräumen, zeug zusammenzupacken und wegzuwerfen. das ging natürlich nicht, so mitten in der nacht. aber ich konnte mich kaum zügeln, also habe ich angefangen, regale zu entwerfen. neue bücherregale mit türen dran, zumindest im oberen bereich.

eine wirklich gute idee. endlich keine verstaubten, ja verdreckten bücher mehr, oder zumindest weniger davon. überall kriege ich das mit den türen ja nicht umgesetzt. ich war und bin voll begeistert, nicht nur in der nacht. auf die dinger freue ich mich richtig, auch wenn das viel arbeit wird. fleißarbeit, immer dasselbe, klar. so ist das bauen. mal sehen, wann ich dazu komme.

so ist er manchmal, mein nächtlich übersprudelnder geist. nur heute wohl irgendwie nicht. gutnacht.

alle tage | 0 » | plink

verräumt

17. Juli 2021 - 00:38

ich räume immer noch. nach dem beinahverlust wichtiger steuerunterlagen und den darauffolgenden ersten, eiligen datensicherungsmaßnahmen war das alles natürlich noch lange nicht vorbei. es folgte eine wahre sicherungsorgie, um letztendlich, tage später, zu einem vermutlich funktionalen system zu gelangen. working by doing, wie eine frühere kollegin zu sagen pflegte. seit gestern, denke ich, hat sich eine form gefunden, die auch von anderswo sicher arbeiten sollte. die wichtigsten daten werden nun automatisch gleich an zwei verschiedene orte kopiert, den server in meinem wohnbüro und eine cloud irgendwo im netz. zumindest solange eine internet verbindung besteht. dazu kommt noch das manuell betreibene sicherungsgehabe mithilfe eines datensticks. recht regelmäßig tue ich das, aber natürlich nicht besonders umfassend.

sagte ich, dass ich auch noch angefangen habe, bücher umzuräumen, zu sortieren und währendessen neue bücherregale zu entwerfen, die ich dann wohl bald mal bauen werde müssen. bücherschränke eigentlich, es wird türen geben.

wobei eigentlich ja die steuern auf dem plan standen, deshalb wohl die ganze räumeraserei. pure steuervermeidung! seit gestern ist die aber auch fertig, so gut wie zumindest. ich bin etwas überrascht, dass das genutzte programm mir so wenig steuerschuld vorausberechnet. das muss ich wohl noch einmal prüfen. das allerdings hat noch zeit, habe ich heute erfahrung. abgabe ist in diesem jahr gar nicht ende juli, sondern erst ende oktober. puh, was für ein ritt.

heute war ich dann erstmal in reinickendorf. auf einem motorradfest, ein motorrad testen, auf das ich eventuell downgraden will. noch nicht jetzt, aber irgendwann in den nächste jahren. wenn ich nicht überhaupt grundsätzlich beim e-bike lande. das war sehr schön, mal auf einem so leichten, wendigen und noch dazu nagelneuen gerät zu sitzen. könnte mir durchaus gefallen. aber motorradfeste sind so gar nicht meins. menschen, die sich wundern, dass ich seit vierzig jahren fahre, aber keine motorradzeitschriften kenne oder gar lese. männer die mich eindringlich warnen, als ich gerade die passform des schalthebels zu meiner fußlänge checke. man schaltet keinen motor, der nicht läuft. zweimal sagt er das, beim zweiten mal nachdrücklich, als wäre ich dabei, die benzinleitung durchzuschneiden.

danach spricht niemand mehr mit mir, auch nachdem ich mein vorgehen erkläutert habe. naja, die wollen mich wohl nicht als kundin. schade eigentlich.

als ich nach hause komme, hat gerade eben die fahrradwerkstatt angerufen. mein ebenso cooles, wie andererseits natürlich auch tierisch schwerfälliges beach bike ist fertig. das lager in der hinterradnabe wurde einfach wieder irgendwie angezogen. oder ausgetauscht oder was auch immer. jedenfalls gab es keinen neuen reifen mitsamt nabenschaltung, was die sache überaus bezahlbar gemacht hat. läuft wieder sauber und klar, sehr empfehlenswert der laden.

viel mehr war nicht heute. aber der ganze tag wie ein samstag, wie schön.

alle tage | 0 » | plink

verändert

06. Juli 2021 - 00:23

ich tue einfache dinge. ich klappe den tisch in der küche zusammen und habe einen anderen raum. auf einmal ist da platz. es dauert ein wenig, aber nicht lang, bis ich mich daran gewöhnt habe. jetzt ist es gut.

mein vorgehen folgt einer logik. ich selbst benutze zum beispiel den tisch eher selten, besonders im sommer. da sitze ich lieber auf dem balkon. gäste habe ich selten, nicht nur in den vergangenen eineinhalb jahren war das so. da natürlich besonders. ich gehe nicht mehr davon aus, dass sich das noch einmal wesentlich ändern wird. ich bin einfach kein mensch für menschen. ich bin nicht so geboren vermutlich, es dann aber doch geworden. und geblieben, irgendwann.

damit bin ich einverstanden, warum auch nicht. menschen sind anstrengend und der tisch drückt das aus. er ist da, steht jederzeit zur verfügung. alles gut. aber er muss nicht im weg sein, wenn er nicht gebraucht wird.

das ist ein wirklich guter tisch, er bringt mir freude und erkenntnis. er schafft ordnung. ich bin den dingen manchmal sehr dankbar.

alle tage | 0 » | plink

versichert

04. Juli 2021 - 02:20

das war ein häßlicher moment irgendwann am dienstag. der augenblick in dem ich registrierte, dass ich mich in meinem an sich recht einwandfrei laufenden dateiensicherungssystem verheddert haben musste. keine ahnung wie oder wieso. jedenfalls stand mir plötzlich klar vor augen, dass eine durchaus wichtige, umfangreiche datei angefangen hatte sich selber zu fressen. nicht die literatur, nein, das zum glück nicht. aber doch die, die den aktuellen steuerordner beinhaltet.

beinhaltet hat, vor nicht allzulanger zeit. ich hatte ja bereits begonnen mit dem prozedere, jedes jahr aufs neue. nun war da aber leider nicht mehr viel, und alle anderen steuersachen ebenfalls nicht mehr vorhanden. ein desaster.

in konsequenz habe ich einen tag mit der suche verbracht, in aller ruhe und nur wenig verzweifelt. dabei war ich nicht vollumfänglich erfolgreich, das resultat ist aber doch derart zufriedenstellend, dass sich damit wird arbeiten lassen. weitere zwei tage vergingen mit der erkundung und überarbeitung meines sicherungssystems, wobei ich einiges gelernt und so manches beinah gleich wieder verhunzt hätte. die idee, wichtiges nicht nur automatisch auf den hauseigenen server zu verschieben, sondern gleich auch in eine cloud, hat sich als klug aber verwirrend herausgestellt. ist mir dann aber doch noch gelungen. außerdem ist eine zusätzliche 4tb-festplatte bei mir eingezogen, für die wenig mäandernden, dafür aber äußerst umfangreichen musik- und filmdateien.

heute hat mich dann ein teufel geritten, und ich habe zusätzlich noch mit aufräumen angefangen. tief eingestiegen bin ich in meinen über die jahre gewachsenen datensalat. manches habe ich schlicht löschen können, das war gar nicht so schwer. vor allem aber habe ich an der struktur gearbeitet, die es stellenweise so richtig nicht gar mehr gab. wenn denn je, selbst die grundidee hat sich mir meist nicht mehr erschlossen.

jetzt aber bin ich ziemlich zufrieden und komme mir auch selbst recht aufgeräumt vor.

vor allem, weil ich nebenbei auch noch das arbeitsplatznotwendige stecker- und kabelgewirr überarbeitet und eine neue steckerleiste mit spannungsschutz eingefügt habe. auch hinter und unter dem schreibtisch ist jetzt also alles gut sortiert untergebracht. allerdings habe ich bei dem versuch, so einen netzteilstecker in eine recht alte steckerleiste zu zwingen, eben diesen stecker kaputt gemacht. den stecker, nicht die steckerleiste! die dort eingebaute kindersicherung ist mit den jahren unbesiegbar geworden, auch das ding musste dann entsorgt werden. vorher aber habe ich es tatsächlich geschafft, die beiden pole des steckers nach innen hin wegzubrechen. mit reiner muskelkraft meiner hände. das ding funktioniert noch, aber ich musste es mit kabelbinder an seinem platz befestigen, damit das festnetztelefon versorgt ist. und ich werde wohl, sicherheitshalber, ein neues netzteil besorgen.

aber hey: ich bin ganz schön stark, eigentlich. trotz alter und rheuma usw.

alle tage | 1 » | plink

lesen und schreiben

02. Juni 2021 - 21:33

draußen die vögel, seit stunden schon, und jetzt ein bisschen rot am abendhimmel. zaghaft nur, kaum zu erkennen noch. den letzen abend allein verbringen, obwohl es möglichkeiten gegeben hätte. müde sein, ganz müde.

heute morgen am wasser gesessen, ganz unvermutet, auf der besten bank im park. die frei war für mich. und beim lesen, beim blättern im buch, mit einem bleistift in der hand, durch alles hindurch bis zum anfang. das lesen, wie es früher war. dieses gefühl: das leben in den seiten, das überleben in worten. nur ein hauch davon, nur ein moment.

ich suche das schöne, immer. ich kann nicht dafür, dass ich bin. wie ich bin. dass ich bleibe. ich bleibe.

ich schreibe.

alle tage | 0 » | plink

schreibzeit/63

02. Juni 2021 - 17:26

ein kleines bisschen blöd ist das schon, erst am letzten tag in der kleinen stadt, so richtig in der der kleinen stadt angekommen zu sein. und damit im urlaub, was es diesmal geworden ist. ruhe und auszeit, viel schlafen und lesen. viel mehr nicht. also gar nicht so sehr eine schreibzeit, wie es ja auch anvisiert war.

das nur am rande, mehr eine denkzeit in grunde. noch mehr eine suchzeit, in der es keine benennbaren ergebnisse geben kann. keine zeichen und spuren, schon gar keine entscheidungen. ahnungen nur, mir selbst noch kaum kenntlich. dennoch hat sich auch da etwas getan, seit heute bin ich sicher.

jetzt hätte ich gern noch eine woche. wenigstens. eigentlich hätte ich gern ein leben.

alle tage | 0 » | plink

alle himmel

02. Juni 2021 - 10:29

hier werde ich dreimal jede nacht wach, immer zur selben zeit in etwa. schnell lerne ich am licht und an den farben des himmels, die durch den dünnen, weißen vorhang so gerade eben zu erkennen sind, die zeit abzuschätzen. und das zu erwartende wetter, so in etwa. wach werde ich, wenn die kinder rausdürfen, durch den innenhof kreisen, bevor sie dann wieder verschwinden. ich weiß nicht, warum. interessant ist, wie gegen morgen die farben zunehmen. in berlin sehe ich das nie. aber nachts ist ja alles grau, nicht nur die katzen. farbe kommt mit dem licht, das weiß ich eigentlich schon.

alle tage | 0 » | plink

hätte, könnte, wöllte

01. Juni 2021 - 21:10

schlechtes timing. erst feststellen, dass hier zufällig gerade die lit:potsdam stattfindet, mit einer superspannenden veranstaltung gleich heute -> SHARON DODUA OTOO und MITHU SANYAL, eine Frage der Identität. ich also zeit und wegstrecke abgeschätzt, dann zügig zum schnelltest, damit ich teilnehmen kann. wenn ich denn teilnehmen will. ich weiß ja immer noch nicht so recht, wenn es um öffentliche veranstaltungen geht. die letzte lesung, auf der ich war, ist schließlich ziemlich daneben gegangen. ein dilemma, aber schließlich denke ich: ja, ich will. es versuchen zumindest, schlimmer kann es ja kaum werden. was sich dann allerdings schnell erübrigt, weil -> längst ausverkauft. da hätte ich auch mal früher schauen können.

naja, immerhin habe ich jetzt einen schicken test, mit dem ich mich morgen den ganzen langen tag in der hiesige gastro bedienen lassen könnte. vom frühstück übers mittagsmahl bis hin zum abendsnack mit zugehörigem alk. wenn ich das wöllte, wenn ich mich noch erinnerte, wie das denn ginge. aber das wäre ja vielleicht schon mal wieder schön.

alle tage | 0 » | plink