raum für notizen

disziplin: alle tage

bonding/171

19. Oktober 2022 - 22:31

im text, seite für seite. das allein genügt mir, stelle ich fest. so ist es gut.

heute durch die zweite hälfte des anstehenden kapitels gegangen, wort für wort. was wieder eine recht einfache sache war. dialoge glätten, verbessern oder zuspitzen. durch kürzen natürlich, überall kürzen. (das ist das a und oha, da gehts lang.) sehr wenig umstellungen, im ganzen kapitel ist nur eine linie besonders zu beachten und zum teil neu auszuarbeiten. aber die grundlage dazu liegt in der ersten hälfte, und in der zweiten, heute, hat sich bereits gezeigt, dass es funktionieren wird.

prüfen werde ich das morgen. vielleicht auch erst am freitag, dann mache ich morgen den badboden fertig. auch nicht schlecht. aber am samstag will ich durch sein mit diesem kapitel, also einen durchgang noch. mehr werden es wohl nicht. danach stehen noch gnaze rei kapitel, exakt siebenundvierzig seiten. yeah!

und es macht einem solchen spaß!

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18. Oktober 2022 - 23:10

wieder zuhause. das war ein eigenartiger ritt heute morgen, meine kamotten sind immer noch nass, der rucksack auch. (dabei ist er doch aus feuerwehrschlauch.) den rechner hat es zum glück nicht erwischt, nur das manuskript, das direkt davorlag. papierausdrucke, naja.

der abschied war unspektakulär, diesmal, keine sentimantalitäten, kein berlingejammer schon im voraus. hilft ja nix. (letzteres hole ich aber sicher bald schon nach.) vielleicht weil ich so unglaublich intensiv im schreiben war, die ganze zeit.

außerdem war die nacht so richtig scheiße, das habe ich lange nicht erlebt. stundenlanges starren in die schlaflosigkeit, in die persönliche lächerlichkeit. das macht es nicht besser, nicht leichter, alles nicht. auch nicht die lächerlichkeit der welt, dieses elend.

jetzt langsam zurück, ein paar tage nur noch. dann dreht sich das rad wieder und ich renne drin herum. scheiße!

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abschied, von der kleinen stadt

17. Oktober 2022 - 21:38

unverschämt, so ein sommertag mitte oktober. ich habe ihn genossen, ich gebe es zu. wie geplant war ich mit dem rad unterwegs, habe dabei auch noch teile der kleinen stadt gefunden, von denen ich wusste, die ich aber bislang nicht gesucht habe. das, und die tatsache, dass die aktuelle unterkunft mir derart wunderbar behagt, mich produktiv nahezu beflügelt hat, macht es mir gerade nahezu unmöglich, mich von der kleinen stadt zu verabschieden. wie ich es eigentlich schon im letzten jahr vorhatte, bis ich dann kurzfristig schwach geworden bin, im sommer, auf der suche nach einem schreibdomizil. und dann eben doch wieder hier gelandet bin.

es war schön dort, wo ich heute zufällig geladnet bin, überraschend auch. angenehm und absurd, wie es hier eben ist. ein wenig zu sehr vergoldet, mitunter, aber ich möchte doch wiederkommen. das steht so gut wie fest, vielleicht im frühjahr schon. vielleicht erst im herbst, der sommer ist ja anderweitig verplant. (nein, ich sage dazu nichts. noch nicht.) aber ich möchte ganz sicher wieder hier mit meinem rad unterwegs sein können. hier ist alles wunderbar einfach erreichbar, und ich habe so gut wie nie den motor einschalten müssen.

und schreiben will ich wohl wieder hier, auch das. aber wer weiß …

im ernst, das weißt ich derzeit wirklich nicht. und es könnte verwirrung sein, nichts anders. denn geschrieben habe ich immer. und wenn ich nicht mehr schreibe, was bleibt dann noch. alles andere leben ist verschwunden, spätestens mit corona. und da kommt nichts zurück, wenn denn da jemals etwas gewesen ist. vermutlich nicht, ich muss ehrlich sein.

ich lebe mein leben in die enge hinein, in die altersarmut, irgendwann. das ist unvermeidbar. es gibt keine familie, kein geld und keine erfüllung, letztendlich. das schreiben hat gereicht bislang, immer so gerade. das allein ist ein wunder, ohne jeden zuspruch über jahre, jahrzehnte.

daran glaub ich nicht mehr, auf lange sicht. dabei bin ich durchaus nicht pessimistisch. ich bin und war schon immer in der lage, die realität zu erkennen. und zu benennen.

es ist ganz einfach: im nächsten jahr werde ich sechzig. ich hebe den kopf, ein wenig nur. und sehe das ende.

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schreibzeit/69

16. Oktober 2022 - 22:01

der plan für morgen, den letzten tag der geplanten, ausschließlichen schreibzeit: nichts!

nur sonne und hitze, wie mir scheint. 24° sind angesagt. holla! runter in die stadt werde ich fahren, in einem café sitzen oder ein restaurant suchen, vielleicht ein steak? hatte ich ja lange nicht mehr. vielleicht auch nicht. aber den rechner werde ich nicht mitnehmen. den text auch nicht, durch das kapitel bin ich ja durch. das macht also keinen sinn. später ein bisschen die wohnung putzen und zurückbauen, den müll raustragen, packen. den wecker stellen für dienstag.

zu hause werde ich in der restwoche sicherlich noch das angefangene kapitel abschließen können. trotz anderer aufgaben, die steuern, das bad und das bauen. so richtig viel ist es nämlich nicht mehr, nach der vorarbeit.

viel wird es auch danach nicht mehr sein, ich kann es kaum glauben. weniger als fünfzig seiten. sieht aus, als könnte ich doch noch fertig werden in diesem jahr. vielleicht sollte ich noch meiner agentin schreiben, ihr bescheid sagen. gleich morgen.

ich glaube, diese schreibzeit war mal so richtig ein voller erfolg. gute idee.

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schreibzeit/68

16. Oktober 2022 - 12:24

lange geschlafen, fast bis zehn, und dann auch noch einfach liegen geblieben. aber es ist ja sonntag. vom bett aus den glocken gelauscht, die hier wirklich lang schlagen. kein übler klang eigentlich, glocken sind ja im grunde so etwas wie große gongs. es ist nicht schlecht, sich da hineinzubegeben, sich darin zu verlieren auch. die hiesigen allerdings produzieren eine eigenartige obertonsoße, in der ich die ganze zeit lautsprecheransagen vermute, menschenansammlungen, freibadgetöse vielleicht. auf dauer schmälert das den genuss erheblich. ich warte udn warte, dass die glocken aufhören, um endlich den rest des geschehens zu identifizieren, der irgendwo dahinter zu passieren scheint. da ist dann aber nichts.

obertöne halt. man sollte mehr darauf achten, statt immer nur einen unteron überall und in allem zu vermuten. und den dann herausstreichen zu wollen, in die eine oder andere richtung.

noch im bett musste ich an andere glocken denken. vielleicht auch nur eine einzige, eine glocke also, die mich als kind bei meiner oma immer so genervt hat. das ist lange her, aber ich denke, sie wird noch die stunden geschlagen haben, und natürlich alle möglichen andachten und gottesdienste dazu. mir war immer, als schlüge sie in meinem zimmer, auf dem sofa oben unter dem dach, bis in meinem körper. die entfernung war auch gering, ein paar hundert meter vielleicht. (sollte ich mal nachsehen.)

diese glocke hing in der kirche, in der meine eltern geheiratet haben. diese kirche steht ziemlich genau am niedrigsten punkt der stadt, in der ich geboren und aufgewachsen bin. unter meerespiegel, das habe beim letzten mal herausgefunden, als ich nachgeshene habe.

es wohnt doch immer eine poesie im alltäglichen erleben und erinnern. im hören und sehen, im denken und spielen. auch in google maps, übrigens.

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geschafft

15. Oktober 2022 - 19:51

ein tag, wie ein früher frühlingstag. recht bewölkt allerdings, deshalb eher kühl, trotz angekündigten 18°. was so ein bisschen direkte sonneneinstahlung ausmacht, auch für den körper.

noch vor elf endlich mal auf dem hiesigen samstagsmarkt gewesen, seit ich herkomme, in die kleine stadt. all die anderen male hatte ich das tatsächlich jedesmal verpennt. dort ein schönes, kleines kümmelbrot erstanden, sehr lecker und für nur 2,50. dann ein paar stunden in einem café gesessen und am pc direkt in den text gearbeitet. und deutlich gefroren dabei. der laden hat vorne und hinten alles offenstehen, also quasi durchzug.

ja. ich weiß, ist sicher sinnvoll, das alles. mein rücken, mein nacken, meine schultern mögen es allerdings nicht. bis zum abend gibt das schmerzen, meistens kopfschmerzen, stelle ich fest. und das arbeiten ist so auch keine freude.

die sonne kam dann erst, als ich wieder in der wohnung war. zu spät, um noch ein bisschen wärme zu spenden. trotzdem stand ich eine weile auf dem balkon, um mit einer der beiden hofkatzen zu flirten, die mich lautstark rausgerufen hatte. ein richtiger schreihals, wenn ich es recht bedenke. also vermutlich ein kater, auch vom gesicht.

kurz vor dunkelheit zurück an den rechner, an die arbeit, in den text. ich schaffe das.

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(k)eine freude

14. Oktober 2022 - 23:09

manchmal stehe ich in der kleinen stadt nachts am fenster und schaue in das dunkel, in die stille, die mir auch diesmal wieder unfassbar scheint. da ist nur hier ein kleines klappern aus der benachbarten küche, in der ferne ein rauschen, das von einer großen straße stammt, vermutlich, von der anliegenden straße hier kommt nichts, nur ein schein. ich weiß, es gibt mehr, aber mir ist das genug. es kommt nichts zurück. es bleibt alles bei mir.

wie sehr ich mir wünsche, etwas wie das hier für mich haben zu können, jetzt und für alle tage.

wie schnell diese sehnsucht verschwimmt, weil ich doch weiß, dass es nicht sein kann.

(ich kann es nicht bezahlen.)

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rustikal

14. Oktober 2022 - 22:21

so ein tag beginnt blöd, wenn man wie gewohnt bei geöffnetem fenster geschlafen hat, und dann kurz nach dem aufstehen gesagt bekommt, dass die heizung nicht mehr funktioniert. gut, es ist okay, draußen sollte es im laufe des tages zirka siebzehn grad werden. und ich habe hier, wenn überhaupt, nur am abend und nur in einem zimmer ein wenig geheizt. aber die letzten nächte hatten den innenraum dann doch ziemlich runtergekühlt, so auch heute morgen.

schlimmer fand ich die botschaft, dass auch duschen nicht möglich sein würde. die tatsache, dass heizung und warmes wasser oftmals zusammenhängen, die ist mir ein wenig verloren gegangen, weil es bei mir nicht so ist. spontan dachte ich also: den raum nicht wärmen zu können, ist eine sache. den körper nicht wärmen zu können, ist etwas ganz anderes.

soviel persönliche erkenntnis in bezug auf den kommenden winter. es könnte eine äußerst unschöne, rustikale erfahrung werden. das sage ich, die ohnehin meist nur einen raum heizt und das nicht über nacht oder wenn ich aus dem haus bin. ich, die ich mitunter auch sehr wenig heizmaterial hatte, den einen oder anderen winter. aber heißes wasser gab es immer, zur not.

ps: inzwischen geht alles wieder. die heizung war ein bisschen an, heute abend, als ich hier saß und gearbeitet habe. jetzt ist sie aus, und ungeduscht bin ich heute auch geblieben.

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schreibzeit/67

13. Oktober 2022 - 22:42

lange geschlafen, wie zum scherz. das hat natürlich die planung durcheinandergebracht, aber was solls. es ist nur zeit, es ist nur leben. damit bin ich vertraut. das wetter hier ist nach wie vor wunderbar. etwas kühler als gestern, auch nicht ganz  so sonnig am morgen. am nachmittag dann vielfältig bewölkt, auch das macht einen schönen himmel am abend.

gegen vier stand die balkontür weit auf, so ist das hier. alles ruhig.

beim kaffee habe ich eine facebook-diskussion verfolgt, in der es um geld ging. wie viel verdienen eigentlich schriftsteller? den dazugehörigen radiobeitrag habe ich nicht gehört, ich weiß es auch so. es ist lächerlich. aber als in den beiträgen stand, dass jemand es nie geschafft hätte ein ganzes buch zu schreiben, ein bestseller noch dazu, wenn sie nicht einen verdienenden mann gehabt hätte und sich sieben monate am stück dafür hätte freimachen können. da ist es mir dann doch aus allen hirnzellen gefallen.

da wundere ich mich in den letzten vier, fünf tagen, wieviel ich so schaffen kann, derzeit. an die siebzig seiten überabeitung werden es am ende sein, denke ich aktuell. nach nur etwas mehr als einer woche. dabei ist es gar kein wunder, es ist einfach nur die zeit, die ich mir gerade nehme. (urlaubszeit aus einer festanstellung.) mehr ist es nicht.

wenn mir dann noch vor augen führe, dass ich die fast fünfhundert seiten in vier jahren geschafft habe, neben dem zwanzig-stunden-job und der zuzüglichen freiberuflichen tätigkeit, im schnitt sicher auch noch einmal zwanzig stunden. dann kommt ich insgesamt auf jahrelange fünfzig- bis sechzig-stunden-wochen, in denen ich das hingebogen habe. meistens ohne partner, immer auf eigenes geld und immer und immerzu ohne pause.

da bin ich also eigentlich richtig schnell. und ich bin kurz vor völlig am ende, jetzt.

(und was könnte ich tun, schaffen, schreiben, wenn es irgendwo eine unterstützung gäbe, bei all dem.)

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kalt

11. Oktober 2022 - 23:58

es ist herbst, unverkennbar. mit mir in der schreibwohnung lebt eine heimliche, heimtückische mücke, die mir nachts in die stirn, die schläfen oder die unterarme sticht. jede nacht ein bisschen mehr, es scheint eine gierige mücke zu sein. oder eine ganze familie vielleicht, eine blutsaugersippe. außerdem wird es inzwischen früh dunkel, viel zu früh, finde ich. so warm es also tagsüber in der sonne auch  sein mag, wenn die nacht und sie kommt früh, dann wird es kalt. ich sage es ungern, aber es ist ziemlich schnell dunkel und ziemlich kalt in der nacht.

solange ich noch arbeite und nicht schlafe, drehe ich also die heizung auf. zu hause ist das einfach, da weiß ich, wie sich das verhält. die hiesige hat mich ein wenig erschreckt, indem sie auf stufe zwei bereits so heiß wurde, dass ich den heizkörper nicht mehr gefahrlos berühren konnte. soviel zum thema: die stufen auf den thermostaten bedeuten eine bestimmte temparatur und ermöglichen so eine exakte wärmeregelung. von wegen! überhaupt ist es eher seltsam, dass es in dieser wohnung drei steigleitungsstränge gibt, jeweils einen für küche, bad und raum. mehr räume gibt es nicht, und die anderen beiden benehmen sich nochmal ganz anders. einigermaßen normal, wie mir scheint. aber die nutze ich kaum.

ich bin müde. es ist spät, die arbeit für heute ist beendet. in den nachrichten habe ich schnell noch die täglich neu zu verzeichnenden kriegsverbrechen zur kenntnis genommen. für mehr reicht es heute einfach nicht, keine analysen, keine debatten, keine verbalen kleinkriege im tv. allerdings, immerhin und nicht zum ersten mal, den herzlichen wunsch gen himmel (oder was auch immer) geschickt: möge dem amtierenden, mordbesessenen zaren eine zügige abreise beschert sein. nach den haag, so schnell wie möglich. (oder sonstwo hin.)

viel mehr als das vermag ich heute nicht zu ertragen.

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