am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

so oder so

viel arbeiten heißt also kaum noch bloggen. und kaum noch leben, schlafen, träumen und so. das ist auch mal eine erfahrung.

keine besonders gute allerdings, ganz generell nicht. bis auf die ungewohnte finanzielle entspanntheit natürlich, naja, immerhin.

auch mal eine erfahrung. und so, immer weiter.  so.

mind the gap

am sonntag waren die frau (mit R) und ich im deutschen historischen museum bei den homosexualität_en. das kann man machen, durchaus, da gibt es viel zu sehen und zu verstehen. auch wenn die veranstaltung insgesamt an spannung ein wenig entbehrt, dafür gegen ende dann ein wenig überfordert. aber so geht es mir eigentlich immer, in ausstellungen werde ich müde und träge mit jedem schritt, das liegt wohl an mir.

folgen hatte das ganze dennoch und zwar unmittelbar. beim zugang zu den toiletten scherzte ich noch, welche tür ich denn nun zu nehmen hätte. nicht, daß ich da groß die wahl hätte oder wollen würde, nee, das ist mir nicht so wichtig. aber ich weiß ja, zu welchen verwicklungen das mitunter führt. so war es immer schon mit mir, ich weiß auch nicht, warum, aber die erfahrung, die erfahrung. die wiederholt und wiederholt sich, ein leben lang.

der frau mit R geht es offensichtlich ähnlich. diesmal ist sie die erste, die beim verlassen des etablissements von einer toilettenneubesucherin irritiert betrachtet wird. der armen hilft dann leider auch nicht der schnelle blick zu mir hinüber, ich bin schlecht rasiert, ich gebe es zu. und sonst ist gerade niemand im raum. ergo bleibt sie verwirrt, die möchtegerntoilettengängerin, bleibt regungslos in der tür stehen und verursacht dort einen kleinen stau. in beide richtungen.

da war er also_schlimm das_mit dem unterstrich.

es gibt noch tomaten

heute war der tag, gestern nacht hatte ich es entschieden. aber nachts war es mir zu kalt dazu. also holte ich heute morgen alle pflanzen vom balkon, die den winter überleben sollen. es sind nicht viele, nur vier von den sicher an die 20. efeu und lavendel bleiben draußen, müssen sehen, wie sie damit klarkommen. wie jedes jahr. der rest wird sterben, um dann im frühjahr in einem großen blauen sack abtransportiert zu werden.

next generation, ach. und es gibt noch tomaten, übrigens.

wenn das alles so einfach wäre

wenn seit tagen, wenn nicht wochen, alle tage enden mit dem gefühl, daß sie doch gerade erst angefangen haben. unterbrochen nur von den treffen mit der frau, die ebenso schnell vorübergehen, nur nicht so spurlos. und ein klein wenig tango. wenn ich in all den tagen zu nichts komme, keinem bißchen basteln oder bauen, wozu ich große lust hätte, zu dem denken dabei vor allem. dem wiederum die sich derzeit wieder steigernde migräne entgegensteht. wenn es da keine atempause gibt, keine möglichkeit, die kleinigkeiten zu bewältigen, die sonst a rande mitschwingen. wenn die schlaflosigkeit mich wütend macht, weil sie aus einer tiefen sehnsucht nach mir selbst wächst. die sich nicht erfüllt, so nicht.

dann könnte man das auch erschöpfung nennen. erschöpfung, bei in all dem, was zuviel ist, dennoch aus einem mangel heraus entsteht. ganz offensichtlich.

ganz kurz könnte man auch sagen: urlaubsreif.

being blue

der typ streckt die hand weit aus, über den tisch, der zwischen und steht, um sich vorzustellen. er sagt seinen namen, ich den meinen, so geht das. was hast du denn für augen, sagt er dann noch. irre!

das blöde blau, denke ich. immer mochte ich grüne augen, die wollte ich am liebsten. und habe diese kleinen, blauen mit dem scharfen dunklen rand. das haben doch die meisten.

naja, blau eben, sage ich laut. und zucke mit den achseln.

aber irre, meint der typ dann. noch einmal mit derselben überraschung wie beim ersten mal. und immer noch hält er meine hand.

ich weiß ja nicht.

tage

dieser zum beispiel, heute. (also eigentlich gestern.) fing verschwitzt an und verpeilt. wurde genervt als ich mich nach draußen begab, kaum mehr als eine stunde. um etwas geld für lebensmittel auszugeben. blieb fahrig und unstet, ausgerechnet als ich mit dem bauen anfing. viel zu spät natürlich. leiterklettern, wandbohren und schrauben im zustand der dekonstruktion ist nicht empfehlenswert. meistens nicht, für die meisten. sowieso. mir ist das egal, immer. ich bin handwerkerin, ich muß das können.

dieser tag also endet mit einem perfekt umgestalteten bad, das nunmehr endlich, nach über 10 jahren, duschtauglich ist. so soll es sein!

geschrieben habe ich nichts, nur gearbeitet. broterwerbtätigkeiten, habe ich gar nicht erwähnt. hatte ich vergessen. egal.

wer nicht lebt, schreibt ohnehin nicht. nie.

müder sonntag

sehr müder sonntag. nach der arbeitsfrühschicht gestern, mit anschließender schulung in weiteren chaosbereichen des zu bewältigenden durcheinanders im sporadisch betriebenen büronebenjob, und abendlicher großveranstaltung mit finaler 80er jahre schwulendisko, beim querverlagsjubiläum, heute dann langes, ausgedehntes frühstücken. nahezu endlos. drei volle portionen für zwei frauen, was die männliche bedienung irritiert fragen ließ, ob wir das denn auch alles bestellt hätten. hatten wir. ich das vegane ensemble, aus versehen zunächst, aber mit voller absicht dann und großer lust auf grillgemüse. war köstlich.

wenig davon spricht für müdigkeit, ich weiß. nicht für eine solche, tiefliegende erschöpfung zumindest, die mir konsequent die mitte nimmt. nichts, rein gar nichts, die zeichen stehen auf sonntag. auf entspannung und spaß mit der frau.  ich weiß. ich mag das, ich will das.

dagegen steht der schmerz, diese verkrochene härte in den muskeln, die mir den kopf halten sollen. das aber immer weniger tun mögen. wie versteinert, tief innen, im atem gefangen. dazu migränereste der letzten woche, hormone und vergangenheit, jahr um jahr. gerade jetzt wieder, gerade heute. so tief, daß ich es kaum noch erinnere. nicht mehr erinnern will. nur mein körper. alles ist physis, reine physis.

ich auch. endlich.

kentern

wieder sind es bilder, die mich beherrschen, und ich weiß nicht, sind es die inneren oder die äußeren. oder ist das alles längst eins, diese welt und ich. hin und wieder gerate ich in sorge darüber.

seit einiger zeit neige ich zu unfällen, das ist neu. ich fahre mit dem rad vor einen baum, ganz und gar absichtlich sozusagen, weil es sonst noch schlimmer ausgegangen wäre. die neue narbe ist eine der häßlichsten, dick und wild, immer noch. ich schneide mir mit der gartenschere frontal tief in den kleinen finger, daß es bislang noch nicht wieder richtig verheilt ist. es juckt und brennt, das sind jetzt schon wochen. letzten sonntag bin ich beim padden derart elegant aus dem boot gekippt, daß ich tage später, also jetzt, den daumen immer noch nicht benutzen mag. auch wenn er nicht mehr geschwollen ist. so ist das, man sieht es nicht. man sieht nie etwas.

alles ist still.

und es ist ja auch nicht schlimm. das heilt wieder, ganz von allein, auch wenn es etwas zeit braucht.

aber wenn dann noch das handy ins klo fällt, und ich den fatalen tauchgang erst minuten später überhaupt bemerke. dann ist das zusammengenommen einfach nur ein scheißtag. heute.

das heilt nämlich nicht, das handy. das juckt und jammert nicht. das ist einfach nur verschwunden. tot, möchte ich sagen. und das ist irgendwie lächerlich. denn da sind diese bilder, die mich beherrschen.

reich auch an schrecken, bin ich, ist diese zeit, diese welt. den ganzen tag also die nachrichtenbilder vermeiden, weil die wortmeldungen schon mehr als ausreichen, um die inneren bilder in gang zu bringen. nachts dann, versehentlich, in den nachrichten landen, den österreichischen ausgerechnet. so geht die nacht.

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