am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

konsequent bauen

wütend geworden, gestern. laut und deutlich wie in hundert jahren nur selten. ich. zu recht oder unrecht? was weiß ich, wut ist nie sonderlich gerecht. aber klarheit ist entstanden, unvermittelt und spontan. so geht das nicht. alles nicht. nicht mehr.

jetzt also: an den konsequenzen schrauben. bohren. bauen.

er/schöpfen

tief verstrickt im verwechseln der jahre. was weiß man noch, wenn alles verschwimmt. die vorstellung, wie die dinge auszusehen haben, die regelhaftigkeit, der wiedererkennungswert des seins. die menschen.

so ist alles nur ein lachen. das ist es wert.

auge brennt. ist das jetzt migräne oder was? ich kenn mich nicht mehr aus mit mir.

gut so?

dysfunktional

starre ist keine lösung. erstarren auch nicht. das zeigt sich, als ich nach vier tagen verordneter pause endgültig in die knie gehe. gestern, gegen abend entzieht mir die spannung, die mir seit wochen im nacken pocht, behutsam, beinah sanft das gleichgewicht und schenkt mir einen schwindel stattdessen. ich liege also auf dem wohnbüroboden, die beine auf dem tisch und warte. ich höre die star-treck-dialoge aus dem fernseher über mir und krieche sporadisch zum klo wegen der aus dem inneren torkeln zwangsläufig resultierenden übelkeit. ein trugschluß. alles nur ein trugschluß.

schwäche ist absolut, immer, und das wirklich schöne an abgründiger körperlicher erschöpfung ist die plötzliche präsenz des geistes. als wäre er freigeschaltet, als schiene er durch die risse und spalten einer fragwürdigen gewissheit. wie er bilder malt und gesichter formt, die lang vergessen sind. wie er fetzen von fragen in die welt wirft, die sonst zu stellen nicht in frage kommt. haltlos. wie er wagt, was nicht zu hoffen erlaubt ist.

nein, erstarren ist keine lösung, auch nicht aus angst. bewegung ist lösung, fallen und liegen und schrei/b/en.

was aber tun die kinder, die allein auf sich gestellt sind. die allein unter erwachsenen leben, unter ihrem ego-shooter-dauerfeuer existieren. weil sie müßen. was anders, als in der hintersten, vermeindlich sichersten ecke in vorläufige starre zu verfallen, bis es vorüber ist. jahre später. womöglich.

und am ende bleibt ein körper, der sich erinnert. als einziger vielleicht.

verstummelt

silvester, der wecker geht um sieben, weil ich um neun bei der arbeit sein muß. das macht nichts, das ist freiwillig, und ich habe auch gar nicht so viel angst. vor den vielen menschen, die, einer nach der anderen, immer schön der reihe nach, mit zu sprechen wünschen. das ist jedesmal anders, mal so und mal harmlos. nur anstrengend ist es, immer. kaum eine schicht, die ich schmerzfrei verlasse. selbst wenn ich schmerzfrei angetreten bin, was selten geworden ist in letzter zeit. der abend wird lang, die nacht bis in den morgen, das liegt in der natur der sache. jahreswechsel eben.

gegen fünf morgens stelle ich abrupt fest, daß ich zu alt bin, um nächte durchzumachen, nicht einmal eine einzige. nicht einmal silvester. alkohol genieße ich schon seit langem nur in homöopathischen dosierungen, in der art aber gerne. besonders, wenn die cocktails so hervorragend sind, wie an diesem silvester. doch ich trage wohl die letzte migräne des jahres hinüber in das neue, ohne es recht zu begreifen. so ist sie in letzter zeit, unscheinbar und mir fremd geworden, aber dennoch von übel, nach wie vor. ein häßliches viech.

tapfer bin ich, halte durch, stunde um stunde. bis ich dann plötzlich, gegen fünf und ohne vorwarnung, losstolpere, beinah torkle, und es ist nicht der alkohol. nur noch los will ich, in ein bett, ein schweigen, ein nichts. nur noch irgendwohin, wo keine schmerzen sind.

tut mir leid.

verstummelt

so wird dieses jahr. ein schrecken jagt den nächsten, ich fasse es kaum. und reagiere mit miesen träumen, schlaflosigkeit und wilden schmerzen. beide hände kribbeln oder werden völlig taub, im liegen nachts, wie auch an den  schirmen sitze. die augen brennen, ich sehe weder mit linsen noch mit brille scharf. auf schicht versagt die stimme nach zwei stunden schon, das hirn läuft leer, bis ich, fest in eingabemasken verschnallt, menschen nicht mehr als menschen erkenne. blut in der nase, migräne in den gesichtsknochen, immerzu. private termine verweigere ich ab woche zwei, nur noch arbeit und die fRau erhalten ein recht. kein tango mehr, keine meditation, ich lese nicht, ich schreibe nicht, ich träume nicht. ich bin verstummt. es beugt mich zu boden, als säßen mir tonnen im nacken. doch wer soll die last tragen, wenn nicht ich?

wie damals, wie immer. träum nicht, dann ein schneller schlag in den nacken, der mich wecken soll. als ich ein kind war. nichts hilft. niemand.

die dritte woche, in der keine energie mehr da ist, das haus zu verlassen, einkaufen zu gehen. die treppe wäre zuviel. ich esse, was sich im schrank noch findet. nudeln ohne was, uraltkäse und hustenbonbons. erst als der vernagelte rücken in jeden atemzug beißt, gebe ich auf und schleiche zu einem arzt. aber was sagt man da? wenn nichts hilft, niemand. niemals.

ich bin wie mein gummibaum auf einmal, aus dem blick geraten war er mir. verrottet ist er derweil, bei lebendigem leib, verfault.

matsch

migräne bis zum anschlag und das in steigender taktung seit ende dezember. nicht ganz neu, aber lange nicht gesehen. nicht so zumindest, daß die kraft gegen null tendiert. auch nach erfolgter medikation, wenn der druck nachläßt und alles nur noch matsch ist, finde ich kaum eine richtung. sechs stunden saß ich heute an einem artikel von knapp einer seite. besser gesagt davor. ich weiß auch nicht.

nichts hilft. fast alle privaten termine gestrichen, kein tango, keine meditation, nichts. im januar nur die fRau und die arbeit. aber nichts hilft.

keine ahnung, wo der schalter ist, der mich wieder aufrichtet. ich krieche durch die tage. und bin beschämt.

den schrecken über vergangene träume nicht anders erklären können als mit dem schrecken über die zustände, die berichte über die gewalt in der welt. diese gewaltige welt. auf einmal ist mir so als wäre mir das alles nicht vertraut. dabei ist es mir vielmehr zuviel.

alles ist anders

ein seltsames jahr geht zu ende, in dem alles ganz anders war als erwartet. vielleicht weil ich mich gar nicht erst mit erwartungen abgegeben habe. so etwas vergeht mit der zeit, mit den jahren. das erwarten, weil es auch nur ein warten ist. und womöglich macht das erst das andere möglich.

viel arbeit hatte ich, ausreichend geld. leider dementsprechend wenig zeit, und überhaupt gar keine zum schreiben. natürlich nicht. nicht einmal zum bloggen, wie man sehen konnte. dafür die beste begegnung seit langem, die beste liebe. seit dem sommer. dieser sommer!

mehr noch ist in planung. umbauten in der wohnung, der küche ausgerechnet. die küche! der bei mir am meisten vernachlässigte raum, seit jeher. nicht unnötig, aber ungeliebt. meine erste wohnung hatte erst gar keine küche, nur eine nische von knapp zwei quadratmetern, noch dazu in der dachschräge. doch da das bad jetzt seit ein paar wochen endlich und überraschend duschtauglich geworden ist. (war auf einmal ganz leicht, nach über zehn jahren nachdenken über die problematik.) was bleibt da noch?

naja, wo ich mal dabei bin: höchstnötige umgestaltungen hier und auf den anderen seiten und blogs, die ich zu verantworten habe. technisch ist es ja nun schon lange nicht mehr akzeptabel, was ich anzubieten habe. es wird also mal aufgeräumt, und zwar gründlichst. es wird also anders, auch hier, alles. auch wenn es nicht so sehr viel anders aussehen wird, so zumindest der plan. angefangen hab ich schon, über weihnachten und unter kompetenter an- und einweisung in die geheimnisse von html und css. doch es ist noch viel zu lernen. ziemlich viel.

aber anders ist besser. definitiv.

zu spät

bin gespannt, ob ich es in diesem monat endlich einmal schaffe, den ganzen monat nichts geschrieben zu haben.

ach, mist …

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