am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

profilakt

pünktlich zum abreisetag hat sich das rotzröcheln auf ein normales maß eingepegelt. sogar nasenatmung ist sporadisch möglich. dafür hat sich nach dem frühstück kurzfristig eine heftge panik eingestellt, die mich das migränepräventionsprogramm hat durchlaufen lassen. zugfahren auf migräne, das hatte ich bei meiner letzten reise zur genüge. exzessiv. und das war kein spaß. fliegen auf migräne möchte ich heute lieber nicht ausprobieren.

die medis hatte ich zum glück mit, jetzt schmerzt auch das auge nicht mehr. im moment zumindest. es besteht also hoffnung.

nicht viel los mit mir heute. ich schleiche durch den tag, in der hoffnung, möglichst nicht weiter aufzufallen. hinterlasse dabei eine papiertaschentuchschleimspur.

gestern nacht plötzlich krank geworden, so gegen mitternacht. oder kurz danach. jetzt rotz und röchel ich mich halt durch die restlichen bachmannlesungen. leider.

mehr

nurmehr. hab ich eigentlich heuer schon nurmehr geschrieben? nein, noch nicht.

wenn es so richtig heiß ist, der sommer aus allen poren schießt, dann mag ich ja sogar duschen. ja, ich. auch zehn mal am tag, wenn es sein muß. da kenn ich ja nix. (obwohl da noch ein artikel, ein einziger wartet, den ich eigentlich schnell mal. aber dann geht es ja gleich schon wieder los.) urlaub halt.

locus

nachts ist es sehr still hier, nur das rauschen in den ohren hält mich wach. eines tages werde ich an so einem ruhigen, aber sehr lebendigen ort sterben. denke ich gerade.

anderswo

ich bin eine ganz schlechte reisende. schlimmer noch, reisen bedeuten für mich grundsätzlich beinah so etwas wie eine katastrophe. ich bleibe lieber zuhause. ich bin am besten dort, wo ich mich auskenne. alles andere macht mir angst. dabei ist es nicht so, daß ich nicht reisen kann. ich schaffe es durchaus, relativ unbeschadet von einem ort zum anderen zu gelangen. und wenn ich erst einmal unterwegs bin, dann finde ich es sogar richtig gut. manchmal zumindest. auf dem motorrad zum beispiel, obwohl gerade da die unwägbarkeiten ja eigentlich noch größer sind. trotzdem.

genau weiß ich nicht, was die angst ausmacht. die fremden menschen plötzlich, in bussen, zügen und flugzeugen. die fremden orte und sprachen. meine verlorenheit, die sonst meistens nicht einmal mir selbst überhaupt noch auffällt. unterwegs aber schon, immer. da ist das unvermiedlich. da bin ich, was ich bin. ein haufen nichts. ein wirrer klumpen mensch. ein schwerfälliges monster.

die angst ist vielleicht die, verloren zu gehen. versehentlich, weil niemand auf mich aufpasst. weil es niemand merken würde, wenn ich einfach verschwände. wenn ich liegen bliebe,  irgendwo am rand der großen straße. das kann passieren, das weiß ich. es gibt da geschichten. die angst also, mir selbst verloren zu gehen. daß ich mich nicht wiederfinde und mich deshalb selbst nicht wieder nach hause bringen kann. daß ich auf einmal nicht mehr weiß, wer ich bin. wer ich vielleicht war, irgendwann einmal.

andere reisen mit freuden, flüchten gefahrlos aus ihrer welt, gehen einfach anderswo hin. sie sind unterwegs und doch auch immer bei sich. offensichtlich. es sieht so einfach aus, bei ihnen, bei den anderen. bei allen anderen. während ich hinter ihnen herhetze, jedesmal, wenn ich mitmuß. wenn ich mitreise, aus irgendeinem grund. wenn ich mit fremden unterwegs bin. oder mit bekannten, die mir im selben moment fremd werden. da draußen. wie ich keuche vor panik, bevor ich noch die erste tür hinter mir geschlossen habe. wie ich suche und rate, die neue welt um mich herum in ordnung zu bringen versuche. wie ich die kraft kaum aufbringe, das alles auszuhalten. irgendwie. und keiner begreift es, niemand ist bei mir. alle sind begeistert und toben und jubeln durch die welt.

dabei tue ich doch, was ich kann. ich gehe die wege, die ich gehen muß. viel ist es nicht. aber ich kann eben nicht viel. so ist das.

übrigens: ich sollte endlich packen. jetzt sofort. wenn ich nicht morgen vielleicht doch einfach zu hause bleiben will.

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