am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

gewitter

ich mag das ja, wenn der baum vorm haus sich in wind und regen so stubbelt wie krause petersilie in meiner hand, wenn ich sie nach dem abwaschen ausschüttle.

nicht nur die tomaten

auch die rechte balkonseite ist mir richtig gut gelungen in diesem jahr. sonst hab ich da immer ein wenig daneben gelegen, den falschen standort gewählt oder überhaupt nicht die richtige wahl getroffen. im bild jetzt also ein potpourrie aus arabischer minze, irgendetwas gelbem, männertreu, einer kleine blaßlila nelkenart und kräftigem lavendel. alles sehr, sehr lecker. mein allabendlicher duftcocktail. und morgens und mittags und überhaupt sowieso immer.

wobei mir auffällt, daß ich meine pflanzen andauernd berühre, ganz selbstverständlich und ohne jede hemmung. vielleicht geht es ihnen deshalb so gut. ;)

transformierter alltag

nicht viel geschafft heute, so dachte ich. statt dessen habe ich erstmal auf dem balkon herumgehangen und sommersprossen auf der nase gezüchtet, dabei viel altpapier erzeugt, stapel weggelesen oder zumindest geblättert, literweise tee getrunken und darüber das essen vergessen. die liste im hintergrund war zwar ausreichend lang, und den dicksten batzen hab ich mir extra noch für abends aufgespart. so dachte ich. was mir zuvor auf zwei stunden geschätzt wurde, hat dann aber nur eine halbe gedauert. jetzt wäre ich frei fürs erste.

zwischendrin hat die technik mir einen üblen scherz gespielt und alle, das heißt sämtliche, zum teil jahre alten mails der geliebten noch einmal ins system geladen. keine ahnung, wo das herkam. wie das sein konnte. und warum. nicht die geringste.

für das bißchen leben heute bin ich jetzt schon wieder unverhältnismäßig müde. um nicht zu sagen völlig erschöpft. drei kilo, das hat die waage mir am nachmittag verraten, hat der migränegott mir in einer woche aus dem körper gesaugt. so wenig war ich schon lange nicht mehr, so substanzlos. außerdem, wie mir gestern erst erklärt wurde, kann es ein, daß man in zeiten wirklicher veränderung entweder immer oder aber nie schlafen möchte. und ich tue womöglich wieder einmal beides, ich dummer zwillingsmensch. jetzt gleich umfallen wollen. und später dann, gegen mitternacht, wieder hellwach sein.

doch wer weiß, vielleicht knöpfe ich jetzt auch mein hemd zu, ziehe mir schuhe an und laufe ein wenig durch die dämmerung. hinunter zum wasser. (die nachtigallen besuchen.) oder besser nicht.

tomaten anbauen in der stadt (6)

es ist soweit, gerade eben hab ich es gesehen. die ersten tomaten sind am start und das mitte mai. so früh waren die biester schon lange nicht mehr dran. ein kleines wunder überhaupt, daß das bei mir nun schon seit jahren regelmäßig so grandios funktioniert. viel tue ich sicher nicht dazu, ich laß sie einfach machen. das heißt wachsen.

wenn ich daran denke, mit welch erschrockenem eifer ich meine ersten zimmerpflanzen, damals, in der ersten wohnung in essen, mithilfe von sehr viel wasser vom leben zum tode gebracht habe. kaum zu glauben eigentlich.

die tomatenpflanzen sind also fett und riesig und ausgezeichnet beisammen. die schwarzäugige dagegen muß sich noch ziemlich strecken, um den rettenden strick zu erreichen.

berlin ist heute morgen ungewöhnlich still und friedlich. wenig menschen, kaum autos. dafür quatschen die vögel wie wild. das mag ich. sehr. (vielleicht gehe ich heute abend die nachtigall suchen.)

einblick

dieses verdammte loch in mir scheint größer zu werden mit jeden tag. seit vier wochen frißt es sich stetig in mir fort. immer mehr ist mir plötzlich deutlich erkennbar, dinge, die vorher schlicht und einfach nicht existiert haben. nicht für mich zumindest, und ich habe nicht die geringste ahnung, wie das für andere menschen aussehen mag. wieviele gekränkt und verletzt von mir zurückgeblieben sind. igendwo. ich habe nicht einmal die möglichkeit, es in erfahrung zu bringen. da ist soviel unsinn, den ich verzapft habe. so viele jahre, so viele fehler, unglaublich, die mich im nachhinein fassungslos machen. ob der blindheit vor allem, mit der ich sie begangen haben muß. ahnungslos. ob es möglich sein wird, auch nur etwas davon wieder gut zu machen. es auch für mich selbst irgendwie wieder gut zu machen. oder ein kleines bißchen besser zumindest. ich weiß es nicht. ich weiß nicht, wie. ich bin sprachlos, ratlos. ich nenne es verzweiflung, ganz einfach.

seit drei tagen fühle ich derart krank, daß ich statt zu arbeiten oft nur minutenlang ins leere glotze. ich glaube, ich lasse mich jetzt zur seite fallen und krieche dann nach hause. und warte, bis die letzte zelle geflutet ist.

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