am ende des tages schält sich eine ebenso plumpe wie gewöhnliche erkenntnis heraus: wir haben alle nur diese eine erde.
alle tage
da
kein balkontag heute, das war ja wohl auch nicht wirklich zu erwarten. statt dessen habe ich durchgearbeitet, vorgearbeitet, gleich ein paar stunden am stück. irgendwie habe ich besser immer etwas tun. ich kann nicht nur einfach so entspannt herumsitzen, wie ich das an einem solchen sonntag eigentlich gern getan hätte. zurücklehnen und dümpeln. die sonne genießen, das licht.
völlig vergessen habe ich gestern auch, endlich einmal die musenstube zu besuchen, dabei habe ich das schon so lange vor. und gestern abend nun gab es dort einen poesiefrühling, den zu genießen ich mir fest vorgenommen hatte. das ist mir dann völlig im nachrichtentsunami untergegangen. leider. so ist das zurzeit, ich bin wohl nicht so recht da.
hier
wunderbarer tag. ich bin so zutiefst beglückt darüber, daß sich berlin wieder einmal zu einem beinah richtigen frühling durchgerungen hat. nach jahren der unterlassung. ich brauche frühling, ich kann nicht ohne. ich liebe diesen frühen, noch kühlen frühling, der niemals lacht. kaum einmal lächelt, nur so in den augenwinkeln vielleicht. so muß das sein.
was tut man an einem solchen tag? arbeiten? draußen herumfahren? oder die newsticker verfolgen. in die ferne sehen, in ein anderes land, das gerade zugrunde geht?
ich habe den balkon geputzt. die stühle, den tisch, die blumenkästen für die diesjährigen tomaten. ich habe die bodenplatten wieder ausgelegt und auch die gewischt. dann habe ich den müll runter gebracht und bin einkaufen gewesen. morgen soll es noch wärmer werden, vielleicht kann ich dann schon ein stündchen draußen sitzen. ich habe den tag genossen und mich erst abends an den schreibtisch gehockt. ein paar letzte korrekturen an dem konzept vorgenommen, fertig. nur die zweite variante muß jetzt noch durchgearbeitet werden. eben habe ich schnell die nächste woche etwas strukturiert, da wird es sonst ein bißchen eng, da ist viel zu tun. alles in allem war es ein guter tag.
hier bei mir. anderswo sieht es anders aus. ich weiß.
den tag heute, ausgerechnet einen mit außentermin, also real life präsenzpflicht, über die bühne gebracht. akzeptabel, aber befremdet, benebelt, bekloppt und so weiter. irgendwie irre. zum schluß dann doch noch mit migränekloppern gearbeitet. es pocht aber weiter, rechts hinten oder vielleicht mehr innen. wie immer, alles findet innen statt, nicht da draußen irgendwo. ich bewege mich besser kaum, vor allem den kopf nicht. ich denke darüber nicht nach. immerhin ist da keine übelkeit, keine lichtempfindlichkeit, keine angst. heute. keine angst. das ist das für mich einzigartig gute an der so unsicheren freiberuflichkeit. das einzige, das hilft. ich muß jetzt schon nicht die möglichen schlafstunden ausloten, sie zählen womöglich, und hoffen, daß sie reichen mögen. bevor ich wieder losmuß. bevor es wieder losgeht, in das rad des funktionierens. denn das kann ich nicht. auch wenn das zählen und hoffen auf die nacht ohnehin unsinn ist, denn am schlaf liegt es nie. es liegt alles immer in der hand des großen, einzigartigen migränegottes. und im rechten auge, oben, hinter dem lid, ein schlag nur entfernt. immer.