am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

time to gin

heute ist der 30. (oder gestern, ist doch egal.) ich sitze im bett und habe die steuern fertig, einen tag zu früh. alles ist abgeschickt und abgegeben, kurz nach sechs heute abend war es so weit. (also gestern natürlich. ach, egal.)

normalerweise bin ich so um die 250 tage zu spät mit dem zeug, ich hasse es einfach. seit jahren war das also nie anders, aber in diesem jahr. da ist es das, alles anders. sogar die steuern.

am frühen abend hat dann die physiofrau zugegriffen, so richtig tief in die muskulatur, durch den rückenpanzer. da hast du mir aber eine aufgabe gegeben, sagte sie. ich weiß ja auch nicht. vielleicht war das eine spur zu viel. zu tief in mir

anschließend war ich mir jedenfalls für eine weile nicht mehr so sicher, wie der aufrechte gang funktioniert. obwohl er durchaus funktionierte, so war das nun auch wieder nicht. das war irritierend, also interessant. jetzt bin ich müde, das war anstrengend. der tag, der ganze, obwohl eigentlich mal gar nicht so viel los war. und der nacken tut weh, der kopf. ein bisschen, das ist nicht schlimm. im grunde wie immer. nur dass ich es längst nicht mehr immer spüre, mich nicht weiter darum kümmere. an allen tagen, die da sind.

die migräne damals, das war ein anderes kaliber.

ich muss das lernen, denke ich. dass der kopf woanders ist. oder woanders hingehört, mein kopf. jetzt.

ach: und der neue gin ist großartig.

ich mag ja genau die geschichten, in denen die bösen am ende alles so traurig richtig machen und dabei so hilflos und verloren bleiben. wenn sie also werden wie alle, die bösen. am ende.

das ist ein glück.

sich regen, nicht

wenig heute, nur der regen. dem habe ich gelauscht, noch vom bett aus, dann auf dem sofa, in der küche. zuletzt im bad. überall hat es geregnet, das war ein schöner regensonntag. überhaupt, das ist ein schöner regensommer. kein schlimmer, die gibt es ja auch, nein: ein schöner.

darüber hinaus ist es ein eigenartiges, ein beinah überwältigendes gefühl, die steuern pünktlich fertig zu haben. das ist das erste mal, soweit ich mich erinnere. und es ist wirklich gut. vielleicht bin ich jetzt erwachsen.

fehlt noch das mit dem erfolg. na, mal sehen.

tage, wie diese

nicht schön, wirklich nicht, wenn es eine einkommensteuererklärung ist, die mich an den schreibtisch nagelt. dafür tue ich dinge, die ich größtenteils schon ansatzweise kaum verstehe, und wie jedes jahr schwöre ich in den tagen der steuern: nie wieder, das tue ich nie wieder.

es gibt doch steuerberater, oder? nur wo?

fertig bin ich noch nicht, aber immerhin ist absehbar, was mich der spaß ungefähr kosten wird. in etwa erträglich, zumal ich ja schon in vorleistung gegangen bin. ich könnte mich zurücklehnen.

wenn sich jetzt nicht rücken und nacken mächtig über die übertrieben angenervte bildschirmstarrerei beschweren würden. sowas können die einfach nicht mehr verschmerzen. der kopf auch, der grummelt zu all dem. so ein permanentes, schwingendes brummen, das mitschwimmt im puls meiner zeit.

das herzschlagticken der inneren uhr, die läuft und läuft und läuft.

schreibzeit (46)

eben stelle ich fest, dass es keine vierzehn tage mehr sind, dann bin ich schon in schreibzeit in der kleinen stadt. das kann ich mir gerade noch gar nicht vorstellen: woanders zu sein als zu hause, so für länger. geht das überhaupt? darf man das?

nun ja, rein pragmatisch hoffe ich, dass es geht. so genau weiß man das ja alles nicht in diesem jahr. aber wird wohl schon. ohne größere probleme, vermutlich, denke ich. da müsste es schon mit dem teufel zugehen.

ich weiß gar nicht, ob ich mich noch darauf freue, zurück in den text zu gehen. vor ein paar wochen war das noch so, ich erinnere mich genau. aber jetzt?

natürlich wird das, wie anders könnte es sein. es muss ja. aber erstmal lauert noch eine steuererklärung auf mich. und viel anderes zeug, dass es zu bearbeiten gilt. zuerst kommt also die pflicht, dann die arbeit, die ganz nebenbei vor allem eine freude ist.

bei aller qual, wohlverdient.

#insight

doch kein tango, es funktioniert einfach nicht. selbst die kleine gruppe, vier personen, heute sogar nur drei, findet keine einigung. mein bedürfnis, nach all den monaten und in der momentanen einigermaßen entspannten situation, im ganz persönlichen bereich ausnahmsweise keine rücksicht auf distanz und schutz und angst womöglich zu legen, wie es so viele, vermutlich alle tun. mit familie oder engen freunden so umzugehen, wie es sein soll, mit nähe und berührung, in unterschiedlichen varianten der nacktheit. zwei oder drei wochen lang schien es möglich, ein ganz klein wenig tango. sogar über unterricht haben wir gesprochen.

jetzt aber trifft mein bedürfnis, mein verständnis der lage auf eine person mit einem vehement anders gelagerten bedürfnis. ihr scheint es um sicherheit und schutz zu gehen, um grenzen, um überhaupt tanzen zu können. das ist verständlich, durchaus. nur kann ich da nicht mit, wohl als bislang einzige. vermutlich ist es lächerlich, bin ich lächerlich, aber in meinem allerprivatesten bereich akzeptiere ich keine masken. überall sonst. es ist scheußlich, aber nötig und damit okay. wenn milongas erlaubt wären, aber nur mit maske, würde ich womöglich auch das tun.

aber nicht in meiner küche, soviel macht gebe ich dem virus nicht. in meinem ganz privaten leben kann und soll corona keine rolle spielen. niemals.

natürlich gibt es nur ein fazit: damit bin damit raus, während die anderen weiter tanzen. damit die anderen weiter tanzen. ich kann ja niemanden in die nacktheit oder mögliche gefahr zwingen. ich bringe aber auch tango nicht zusammen mit schutz und distanz, wie gewünscht. das ist es einfach nicht. das versuche ich gar nicht erst, das wäre verrat. es gibt wenig, das näher wäre. als tango, und dabei so unverbindlicht auch. was für eine mischung, ein glück.

also gebe ich auf an diesem punkt. so finden wir nicht zusammen. so finde ich mich allein, und das verstehe ich sogar. das ist nur logisch. corona ist die zerstörung jeglicher illusion.

also: tango ende! womöglich für immer, für mich.

unfähig

ein tag (fast) ganz ohne schreibtisch, das deutsche gesundheitssystem macht es möglich. ein hoch also auf dieses, das mir nun den rücken schont. nachdem gestern fast nichts mehr ging, ging es heute auch wirklich nicht mehr anders, als die reißleine zu ziehen. seit tagen war mir, als säße ein da ein monster im nacken und stützte mir die hände vorne rechts und links ins schlüsselbein.

himmel! was für eine welt.

also nicht viel gemacht heute, keine arbeit auf jeden fall. nur erfahrung. wenn man zum beispiel mal das fahrrad ganz grob ein wenig abputzt, weil man aus versehen gesehen hat, dass es so rchtig verdreckt ist. dann kommt man auf einmal darauf, warum es dauern so scheppert und klappert beim fahren. und ich hasse ja laute räder, fürchterlich. dann ändert man das also einfach, indem man die entsprechenden schrauben wieder anzieht.

das war es also heute.

manche tage sind für nichts, noch bevor sie vorbei sind, und manchmal sind es sonntage. da hilft dann auch nichts, so wie heute. ich bin gefangen in mir, da ist es eng und verstopft.

und es ist auch leer. geschrieben vielleicht.

leergeschrieben.

bauidee, das leben

die arbeit nervt. auch weil der neue rechner, seit gut zwei wochen ein garantiefall, bislang noch nicht aus der reparatur zurück ist. also sitze ich mit dem vorgänger hier, immerhin, und erledige mein tagwerk. und obwohl er auf den ersten blick kaum langsamer zu sein scheint ist er das letztendlich natürlich doch. nach ein paar stunden ständigem öffnen und wieder schließen von zig dateien ist das mehr als offensichtlich. nach einem arbeitstag von über acht stunden ist es kaum noch zu ertragen, die wartezeit, die das mit sich bringt.

das ist luxusgeschwätz, ich weiß. wann bin ich so geworden? ein luxusjammerlappen, ich. ausgerechnet.

überhaupt: eigentlich war heute wenig arbeit angesagt, gestern war dann wohl doch ein wenig zu viel, vielleicht. grundsätzlich krieche ich ja immerzu am rand herum, wie lange eigentlich schon. ein paar jahre? den kopf zu voll und zu schwer, immerzu. wer soll das tragen? und warum ich? die physio neulich hat wohl so einiges in bewegung gebracht. auf verschiedenen ebenen, auch wenn ich das noch nicht so recht verstehe. kopfschmerzen sind auf jeden fall zu verzeichnen und rückenbeton. die starre, das bin ich. teile von mir, auch wenn ich mich nicht so sehe.

bin aber gut vorangekommen, gestern. und heute noch ein bisschen mehr, nicht viel. nur die zwei dateien, die ich vergessen hatte. gestern waren es über dreißig. ende nächster woche sollte das thema durch sein. dann die rechnung, dafür ist ja das alles. und dann?

selbst so ein tag wie heute, an dem wenig passiert ist, legt ja sofort bauideen frei. wie ich zum beipiel eine geschlossene kiste für mein plattensammlung in das regal bauen könnte. alles anders als ich es bisher geplant hatte, aber gut. besser.

das macht hoffnung auf die schreibideen, die bald folgen, folgen müssen. das ist auch arbeit, doch das macht mir keine angst. im gegenteil, ich freue mich darauf. das ist das einzige.

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