am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

#insight

großes rätselraten um die zukunft allerorten. ich mag das nicht mehr nachverfolgen, weder in den zeitungen oder nachrichten, wo jeder furz hochgekocht wird, auf die eine oder die andere weise. fetzen von vermutungen, die in modellen verrechnet, anschließend zu hypothesen verklöppelt werden. mal besser, mal schlechter, mal mit und mal ohne experten. am ende immer ein wenig aufschlussreicher verweis in die zukunft, das danach oder das dadurch. mitten im elend des jetzt, aus dem es keinen ausweg gibt.

ebenso wenig gefallen mir die ständigen warner und mahner, egal ob ängstlich oder begründet besorgt, die alles zügig besser zu wissen versuchen. was zu wissen derzeit nicht so einfach ist, nicht so schnell vor allem. als nebenprodukt wird dabei gerne ein unerträgliches menschenbild befeuert, von all den anderen, die es noch nicht verstanden haben, die aus angst oder uninformiertheit natürlich, aus beidem zusammen vermutlich, letztendlich nur versagen können. versagen werden, auf kosten aller. was ihnen natürlich unverzüglich klargemacht werden muss, was auch immer.

dabei ist es entweder meinem glück oder aber der guten zusammenstellung meiner sozialmedien zu verdanken, dass sämtliche verschwörungstheorien bislang vollkommen an mir vorbeigehen. (no whatsapp, das ist wichtig.) erst in der reflexion erfahre ich von den g5-masten, der who und bill gates. das meiste erfahre ich vermutlich überhaupt gar nicht, das ist gut. nur den amerikanischen pseudopräsidenten sehe ich mir mitunter persönlich an, mit gebührendem abstand, versteht sich. und mit ekel. manchmal für sekundenbruchteile bin ich amüsiert, als wäre das alles satire. dann gleich wieder entsetzt, und am ende dann immer beschämt, weil ich es doch besser weiß. dass er auf toten tanzt, und wie!

aber das hilft nicht, alles nicht. das ändert nichts, denn am ende ist sowieso immer alles anders. gewesen.

es gibt keine zukunft, jetzt noch nicht. und später dann wird die zukunft auch nur jetzt heißen. ein jetzt, das die zukunft auch nicht kennt. das ist doch alles nicht neu.

tomaten 2020

am morgen schon raus und zum gartencenter geradelt. aus gründen. zum einen, weil sich vermutlich gerade viele menschen mit ihren balkonen und gärten beschäftigen, und ich nicht unbedingt schubkarrenschlagestehen wollte. zum anderen, weil ich bei dewetterlage natürlich ein dringendes bedürfnis nach „harzfeuer“ verspürte, meinen alljährlichen tomaten.

das timing war gut, meine wunschware wurde gerade vom lkw geladen, auch alles weitere, mimose, etwas klee, männertreu und basilikum, ist jetzt bereits verpflanzt. nur die schwarzäugige, die gab es nicht, noch nicht. da muss wohl noch einmal, dazu ein paar mehr kräuter, vielleicht auch mal wieder lavendel?

nächste woche also, aber dann noch ein wenig früher. es war schon ziemlich voll, obwohl gerade mal kurz vor zehn.

#insight

wie dumm kann man sein. ein fdp-abgeordneter fürchtet sich vor der berliner polizei, und ein schmunzender präsident greift wütend nach der krone.

man sagt ja, man solle sich menschen, die einen ängstigen, nackt vorstellen oder aber auf dem klo, ihnen damit das angstmachende nehmen. ich finde das bei weitem nicht ausreichend, nicht in diesem fall, daher mache ich das anders.

ich stelle mir diesen menschen schlafend vor, diesen könig. weil menschen anders sind, wenn sie schlafen. alle, das weiß man. und ich stelle mich hellwach dazu, dicht an seine weiche seite, an das bewusst- und selbstlose, an die ahnungslosigkeit in der schlafenden fratze. auf dass sie von mir träumen mag.

ich wünsche ich ihm von herzen einen langen, tiefen, leeren schlaf, den kleinen, falschen, kranken könig. wie im märchen, hundert jahre lang und mehr, bis dornen und gestrüpp über alles gewachsen und alles vergessen ist. beim erwachen dann, nicht durch einen kuss, es sollten stacheln sein, das ist das mindeste, auf seinem lippen blut.

da weiß auch er nicht mehr. von sich.

so soll es, wird es sein.

letztendlich.

balkon 2020

so schnell kann es gehen, und schon ist ein projekt abgeschlossen. der balkon ist gewienert und zum teil neu gewachst. das war nötig, bevor ich zu der üblichen bepflanzung schreiten kann.

das stand ich also heute und habe diese bodenplaten bearbeitet. sie erst gewaschen, eine nach der anderen unter der dusche, dann abgewischt und in der sonne getrocknet. anschließend habe ich jede einzelne der zweiunddreißig platten mit den jeweils zwölf kleinen brettchen eingeölt, eine weile einwirken lassen und schließlich abgereiben.

sowas dauert stunden, auch das ist wie beim schreiben. der unterschied ist, dass es immerzu dasselbe ist. ein handgriff nach dem anderen, meistens eine kurze handlungssequenz nach der anderen. und dass beim bauen der kopf frei bleibt. daran habe ich lange nicht gedacht, vermutlich weil ich in den letzten jahren sowieso nienienie den kopf frei hatte. auch nicht beim bauen. immer nur arbeit, immer nur schreiben.

heute war es dann wieder einmal so, dieser ruhige fluss, wenn die hände die dinge bewegen. wie von allein. und im kopf alles andere, alles noch besser ist. im fluss.

wie ähnlich so ein balkonprojekt einem schreibprojekt ist. es gibt einen plan, dann geht es los. und nach drei bis fünf handgriffen hat sich alles geändert. immer vergesse ich, vorab an das putzen zu denken. putzen kommt immer zuallererst und ganz zum schluss. dann muss auf einmal viel mehr abgeschraubt werden, um es doch schnell noch zu wachsen. bevor dann alles gut genug vorbereitet ist für das eigentliche anvisierte wachsen des bodens. morgen.

es ist schön, wieder handwerker* zu sein. denn ganzen tag körperlich arbeiten, nicht nur sitzen und tippen. der rücken tut weh, die haut an den händen spannt, von zuviel dreck und zuviel wasser. kleine risse und kratzer, hier und da, die ich aber erst später bemerke. auch das gehört dazu. es ist schön, den eigenen fähigkeiten zusehen. viel mehr als beim schreiben. weil es so einfach ist. so leicht, so da.

morgen wird der balkon allerdings schon fertig sein, ohne jeden zweifel. fertig für die bepflanzung, tomaten und alles weitere. fertig auch für mich, zum sitzen und sein. das wird ein balkonsommer in diesem jahr. soviel steht fest.

und noch etwas: das tempo von meinen kleinen bauprojekten ist doch deutlich anders als beim schreiben. überschaubarer.

#insight

wenn ich es genau bedenke, dann ist bislang nicht so viel anders gewesen als sonst. das buch ist fertig geworden, beinah punktgenau, nur einen tag später als seit wochen geplant. das wiederum war letztendlich ebenfalls eingeplant, denn der agenturtermin hat sich gleich um wochen verschoben. coronabedingt.

jetzt ist da ein bruch, den ich bislang aber noch nicht so recht spüre. vorsorglich war ja auch alles sauber geplant. nachdem ich in den letzten monaten neben schreiben und arbeiten so gut wie gar nicht anderes mehr gemacht habe. hin und wieder ein wenig tango vielleicht, zumindest am mittwoch. aber gebaut habe ich rein gar nichts mehr, nur die ideen dazu, die wachsen ja immer in mir. und ganz besonders parallel zum schreiben.

so war auch heute ein tag, wie er sein sollte. erstes sondieren des materials, überall in der wohnung steht angefangenes zeug rum. außerdem gibt es eine liste, auf der zwar einiges durchgestrichen ist. aber etliches ist auch noch offen, für jeden raum ein bisschen was.

der balkon steht nicht drauf, aber der muss es jetzt natürlich als erstes sein. putzen ist auch toll, wenn auch noch nicht die fenster. aber einen haufen müll loswerden tut gut, vielleicht zieht das auch noch ein wenig ballast mit sich. könnte sein, dass ich dafür wieder einen besseren blick bekomme.

mal sehen. ich mag es so gern, wenn die dinge schön werden. dann komme ich mir auch schön vor. so ist das beim schreiben, ein bisschen. aber vor allem ist es so beim bauen. endlich wieder bauen.

das alles tue ich zu hause, denn ich soll ja zu hause bleiben. und das tue ich natürlich. zu hause sein. keine ahnung, was das ist. ist es das, was sich lernen könnte in dieser zeit.

nein, ich denke nicht. was zu hause ist, das weiß ich. das wusste ich immer, es ist innen. es verlässt mich nie. jetzt geht es darum, zu hause nach außen zu tragen. nicht jetzt sofort, natürlich. aber irgendwann, danach oder später. egal.

kaum ist ein projekt beendet – gestern war das, oder? – habe ich gleich wieder ein neues. ein bisschen voreilig vielleicht, ich weiß auch nicht. aber es ist so: wenn ich nicht absolut und unbedingt morgen, am ostersonntag, den balkonboden ausbaue, säubere und aufarbeite. dann mache ich das ganz bestimmt das ganze jahr über auch nicht mehr. und es ist wirklich nötig, seit zwei jahren schon denke ich das. also!

eiern

morgen muss ich also nicht arbeiten, nicht schreiben. ich muss nicht einmal an den computer, vor den bildschirm. eigentlich. und übermorgen auch nicht und montag, es ist ja ostern.

was mache ich denn da am besten? damit bin ich überfordert, fürchte ich

sandalenfilme und tanzverbot. ach ja, es ist karfreitag.

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