am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

#insight

das, was sich gestern in die waschmaschine geworfen habe, ist jetzt immer noch nicht gewaschen. ich habe es vergessen, gleich mehrfach. auch heute. mal sehen, ob ich morgen daran denke. ich glaube, ich habe es auf den zettel geschrieben und auf den schreibtisch gelegt. ich brauche solche schreibtischzettel, besonders an tagen, die ich zu hause verbringe. die zünden sonst nicht, diese tage. die verlaufen, wie nichts.

zündungszettel. das sind übrigens keinen todo-listen. die habe ich auch, die sind für etwas ganz anderes gut.

morgen ist brotbüroarbeitstag, dienstag und mittwoch auch. ich mag das nicht, dass das so nah zu mir nach hause kommt. sich in meinem wohnbüro breitmacht, mitten zwischen meiner so ganz anderen arbeit.

andererseits kann ich endlich die wäsche waschen. oder sie noch einmal vergessen, den lieben langen tag. und nebenbei versuchen, in der arztpraxis anzurufen. bin gespannt, wie das funktioniert. auf jeden fall zur apotheke, gegen mittag vielleicht. mit einer schicken stoffmaske im gesicht, mal sehen.

lustige aussichten, eigentlich. aber nein, trotz allem: ich hätte es wirklich gern anders. alles.

#insight

innen ist alles wie immer. vier oder fünf tage lang denke ich jeden morgen, dass ich das bett neu beziehen möchte. ein bisschen was frischen in diesen tagen. und immer am abend sehe ich, dass ich es vergessen habe. kurz bevor ich wieder hineinfalle, ins ungemachte.

heute morgen denke ich endlich daran, ziehe die bezüge und das laken ab und stopfe alles in die waschmaschine. den rest vergesse ich, bis spät in der nacht. wenn ich eigentlich nur noch ins bett will, bloggen. doch dann muss ich auf einmal die kissen schütteln und beziehen, die matraze stemmen, um das laken aufzuziehen, und neues schlafzeug wählen.

ich nehme das, was ich lange nicht getragen habe, weit über ein jahr, weil jemand anders es immer anhatte, hier bei mir.

passt.

draußen war ich nicht, nur beim müll. nicht beim späti, obwohl ich daran gedachte habe. doch ich hatte zu tun, zu arbeiten, zu schreiben. ich habe viel gesessen, und wenig gegessen. auch das passt.

ich weiß nicht, wie das sein wird, wenn ich mit schreiben fürs erste fertig sein werde. nach ostern und den ganzen mai. wenn das wetter dann wieder besser sein wird, noch besser. mehr sonne, mehr licht.

das wird ein balkonsommer, denke ich.

#insight

alles wie immer. ich arbeite, die ganze zeit, im grunde immerzu. da bleibt kein raum zur muße, von der gerade so viel geredet wird. langsamkeit und stille, zum lesen oder aufräumen, zum putzen gar. oder bauen. noch ist das so.

das wird sich ändern, bald schon. so hoffe und fürchte ich.

#insight

wenn ich nur noch menschen treffen darf, die mit mir wohnen oder mit denen ich direkt verwandt bin. bei strafe, dann bin ich leer. hier in berlin ist es noch nicht so weit. vielleicht übers wochenende, wenn der frühling kommt. wenn die überfülle berlins sich in die parks und an die seen ergießt. vielleicht kommt es dann am montag, dass passierscheine eingeführt werden, mobile tracking oder gps chips. hundemarken, wie bei haustieren. oder soldaten.

das ist natürlich quatsch, weitgehend. hoffe ich zumindest. ich habe nachgesehen, heute gegen mittag. sehr schön draußen, alles still, alles gut. obwohl ich viel unterwegs war: eine apotheke, ein café, um kaffee zu kaufen, und zwie weitere geschäfte. komisch war nur der mensch mit op-maske, der sich dennoch in meinen zweimeterabstand in der kassenschlange drängeln wollte. und sich auf meinen zögerlichen hinweis dann unmittelbar hinter mir einreihte, den einkaufswagen hinter sich. statt zwischen uns. was ist das? dummheit?

zuletzt noch kurz zur bank, ein bisschen bargeld holen. das ich nicht brauchen werde. ich zahle mit karte, wo immer es geht. aber ganz ohne ist es doch komisch. auf dem weg zurück sehe ich zwei geöffnete läden. eines könnte ein café sein, das jetzt ein bäcker ist. das andere ist der blöde burgerladen, der mit seinen tischen seit über einem jahr fett den halben bürgersteig blockiert. auch jetzt, ich verstehe das nicht. we’re open steht dezent an der tür. die tür ist zu, drinnen ist es leer. doch das heißt nichts, das ist es immer. seit über einem jahr. mein innerer blockwart kocht, ist nur schwer zu bändigen.

die tägliche biergruppe ist gewachsen. heute waren sie zu acht, hatten drei hunde dabei und sind stunden geblieben. haben selfies gemacht. später standen an derselben stelle zwei menschen, die sich im abstand von sicher vier metern lange unterhielten.

ich rede nicht, mit wem auch. bei der freundschaftlichen telko gestern, da war es schon spürbar. dass ich das mit den menschen womöglich verlernen werde. von tango ganz zu schweigen.

erst regression, dann resignation. oder umgekehrt.

#insight

die sonne, das licht. ich wiederhole mich, doch was mehr gäbe es zu sagen. am sonntag beginnt die sommerzeit, vielleicht zum letzten mal. (dumme idee!) für mich ein tag zum jubeln, endlich licht bis in die nacht. endlich finden sich die enden und machen das unmögliche möglich.

und jetzt?

schreibzeit (45)

nach dem heimarbeitstag so müde, dass ich mehrfach im bad eingeschlafen bin. im wasser, in der wanne. da zeigt sich die erschöpfung, die sich schon seit monaten breitmacht. die jetzt irgendwie untergeht, im allgemeinen desaster vollkommen verschwindet. eine schreiberschöpfung, denke ich, die ich an und nach ostern auszuschlafen und zu verbauen beabsichtigte. wie das jetzt werden soll, werden kann.

nach dem bad immer noch müde. und nach dem anschießenden essen erst. bisschen salat, bisschen brot, die menge war sicher nicht ausschlaggebend. um nichts mehr auf die reihe zu kriegen, meine konzentration nicht mehr ausrichten zu können. das ist nicht leere, leere wäre gut. das ist gewirr. das ist verwirrung, wo ich mir offenheit wünsche. oder brauche, zum schreiben.

und ein bisschen was schreiben wollte ich ja schon noch. eigentlich. ich habe die tage gezählt, die zeit, die noch bleibt. vier oder fünf, je nach dem, wie ich den mittwoch rechne. am kommenden montag ist abgabe für die letzte feedback-möglichkeit. den rest muss ich dann alleine machen. das wird gehen, alles. aber es wird eng.

gegen zehn dann doch noch angefangen. die datei aufgemacht und das ende geschrieben. das wirkliche ende, tatsächlich. zumindest mal zügig runternotiert, das ist doch mal was. auch wenn es natürlich so nicht bleiben wird, bleiben kann. niemals. von dem all dem, was zur story noch fehlt, was vor diesem ende noch regulär aufgeklärt werden muss, habe ich bislang wenig ahnung. das gebiet ist abgesteckt, aber der raum noch weit und frei. das ist gut und das ist die hölle. für soetwas fehlte mir heute wohl der überblick. oder der mut vielleicht, was weiß ich. da habe ich mich heute wohl definitv nicht rangetraut.

stattdessen das ende. also die letzte seite, der letzte satz. was tue ich da. ernsthaft. und warum. im text vorspringen, das tue ich sonst nie.

aber jetzt falle ich erstmal um, das ist sicher besser.

#insight

wie die tage fliegen, auch diese. bin ich doch eben erst aufgestanden, so kommt es mir vor. es ist montag, einer meiner achtstundenarbeitstag. zum ersten mal zu hause heute. das ist steltsam. auch gut, natürlich. alles andere wäre dumm. es wird also gehen, irgendwie.

es gibt wichtigeres. die sonne draußen, wie gut sie ist. und wie böse.

ich bleibe in der wohnung, ich bin ja auf arbeit. ich sitze fest, vor meinen bildschirmen, wie immer eigentlich. ich stehe auf, mitunter, schaue hinaus. hinunter auf die straße, die ich schon so lange belebe.

die kleine bierguppe hat sich wieder vor dem spät formiert. vier oder fünf menschen, da ist sie immer. jeden tag, oft stundenlang. das ist familie. sie stehen auf abstand heute, ein kleines bisschen zumindest. nein, nicht wirklich. für einen augenblick regt sich der blockwart in mir, kein schöner zug. kurz danach sind sie schon wieder weg. sie alle mit ihren bieren, allein.

alles gut.

schreibzeit, keine (44)

heute nicht, kein einziges wort. obwohl der tag vielversprechend anfing, mit traum und sonne, mit dreißig minuten rolleradeln und dabei gut schwitzen. also offen im kopf, im gemüt und guter dinge.

jetzt mehr so in einem zustand, in dem ich darüber nachdenke, bald mal mein testament zu machen. also nicht jetzt sofort, am besten gleich heute noch. natürlich nicht, wie auch? aber so ganz grundsätzlich.

darüber nachzudenken, ist nicht leicht. und es muss gründlich sein, besonders wenn man arm ist und allein. sonst kommt alles in den müll. und meine festplatten sollten mich am ende vielleicht doch überdauern, denke ich manchmal. aber vielleicht ist auch das letztendlich egal.

zu solchen überlegenheiten habe ich derzeit überhaupt gar keine lust, wenn ich ehrlich bin. nicht im geringsten. ich sollte die letzten fünfzehn bis zwanzig seiten schreiben, und dabei den kopf nicht heben. und in die welt sehen.

das war mein tag, meine schreibzeit heute. nichts, nur ein ganz klein bisschen im aktuellen übersetzungsauftrag rumgebastelt. fazit: richtig schreiben wäre besser gewesen.

#insight

strahlend und noch kälter heute. sehr leer da draußen, bis weit in den tag. den sonntag. jetzt vereinzelt menschen mit und ohne hunde, lachen auch und bier. mir wär das ja zu kalt. ein kleines kind auf einem kleinen, bunten fahrrad strampelt los, wie irre, wie sonst nie. hinter ihm die familie, vermutlich. es spreizt die beine ab zuletzt, greift dann voll in die bremsen. begeistert.

nachts sind jetzt immer so viele fenster gegenüber hell erleuchtet. es wird gekocht, gespielt, gestreamt und gebeamt, soweit ich das erkennen kann. hier und da wird offensichtlich auch umgebaut. das verstehe ich gut, umbauen ist angesagt. ich will dann auch bauen, bald. bleibt aber alles im rahmen bei mir, ohne viel um. nur bauen.

einen moment lang denke ich darüber nach, was ich tun sollte, wenn das virus mich erwischt. heute morgen war das, kurz nach dem aufwachen. die antwort ist relativ einfach: abwarten. anrufen kann man schon jetzt kaum noch, lese ich. ich kann auch nicht allein durch die stadt laufen und mir eigenmächtig einen test suchen. wozu auch, hilft ja alles nichts. ich bin allein, das ist das einzige, was ich beachten muss. ich könnte regelmäßige anrufe oder emails mit jemandem verabreden, bis es mir wieder besser geht. ich sollte einen ersatzschlüssel irgendwo hinterlegen, für alle fälle. mehr fällt mir nicht ein, und der schlüssel ist schon wo, ganz in der nähe. also alles in ordnung.

ich denke über familie nach. seit jahren schon, seit ich an diesem buch arbeite. und jetzt, wo es überall heißt, man solle nur noch mit der häuslichen gemeinschaft – also der familie – nach draußen gehen. und auch sonst nur mit denen näher zusammensein. da ekelt es mich, wie lange nicht mehr. und ich weiß nicht, wie ich erklären soll, warum das so ist. vor allem verstehe ich nicht, warum das erklärt werden muss.

morgen versuche ich mal, wie und ob das mit dem homeoffice funktioniert. ich bin recht froh, dass ich das in der letzten woche doch noch alles zügig in die wege geleitet habe. mehr oder weniger eigenmächtig. homeoffice ist übrigens ein ziemlich deutsches wort.

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