eigentlich ist es gar keine bloggerei, eher eine chaterei, ein forumsgedudel. es ist auch schon ein paar jahre her, zu modemszeiten, mit einem alten 386er begangen. also wirklich schon eine ziemliche weile.
die illusion, die offensichtlich jeden einmal erwischen muß, im netz, die vermeindliche verliebtheit, plötzlich, wie aus dem nichts. gefangen. das internet als segensbringer, als kontaktmedium, das mit leichtigkeit über hunderte von kilometern hinweg funktioniert. bis in die ferne, südlich gelegene stadt, die man im grunde noch nie leiden konnte. nun aber, was solls? da ist etwas, mit einem mal, auf das man nicht mehr zu hoffen gewagt hatte. alles scheint zu stimmen, bis ins letzte, es muß nur noch getan werden. doch das nur am rande, das ist eine andere geschichte. diese blase platzt immer, zum glück. mal mehr, mal weniger schmerzhaft. dannach hat das internet seine unschuld verloren, ein für allemal. dann kann es weitergehen, irgendwie.
ein element jedoch ist, daß solcherlei geschichten ‚öffentlich‘ verhandelt werden. daß einem zugesehen wird beim illusionieren, daß es menschen gibt, irgendwo, in wieder anderen städten, kilometerweit entfernt, die wiederum ihre eigenen illusionen fahren. ein netz eben, eine falle. so gabe es kommentare, strategisch gefahrene attacken und andere häßlichkeiten im zuge dieser, meiner persönlichen entblödung, in der es wirklich an nichts fehlte. nur an wahrhaftigkeit.
wie gesagt, irgendwann platzt der knoten und virtuelles gras wächst zum glück recht schnell. der vermeintliche liebeskontakte zerbrach, schneller als ich zu hoffen gewagt hatte, und die netzstrukturen suchten sich andere mittel und wege. andere ziele auch. allein die erfahrung blieb, ein kleines häufchen seufzen, ob der vertanen zeit. und das verständnis, versteht sich, für die absurditäten, die es im netz alle so gibt. (mich eingeschlossen.)
bis irgendwann, monate später, eine der randfiguren unvermittelt wieder auftauchte. längst vergessen und überhaupt kein thema mehr. noch nicht einmal von herausragender wichtigkeit in der aktiven zeit, da gab es weitaus verheerenderes. eine der rotzfressen eben, die offensichtlich überall etwas zu melden haben und über ihre eigenen sites wie diktatoren herrschen. scheinbar. was man sich so ausdenkt, wenn man keinen anhaltspunkt hat. nichts weiter als das netz, die falle. dann erreichten mich ein paar wenige worte per mail. zusammengenommen eine entschuldigung, wie sie klarer und schlichter nicht sein könnte. kein wort der erklärung über das eigene hinaus. keine aufrechnung, kein wühlen in strukturen oder längst vergangenen vorgängen. nur aufräumen. saubermachen.
ich bin ehrlich beeindruckt. trotzdem überlege ich drei tage, bevor ich, ohne erklärung, ohne aufrechnung, antworte.
wir kennen und achten uns heute noch, obwohl wir uns nur einmal begegnet sind. und es wird besser und besser mit der zeit.
blogs & co
bloggereien (2)
herr engraver ist ein sammler, das war mir schon damals klar, als ich tatsächlich und wirklich ernst gemeint zur möhnetalsperre fahren wollte, um ihm ein entsprechendes fläschchen zu befüllen. einige male habe ich darüber gegrübelt, wo ich ein solches herbekommen könnte. auch die karte habe ich aufgeschlagen, mehrfach, um schon einmal den weg zu begutachten.
letztendlich ist es nicht mehr dazu gekommen. die zeit hat nicht gereicht, alle wochenenden waren vergeben, ich zumeist in berlin unterwegs. fahrrad kaufen, wohnung suchen, böden schleifen, ämter quälen.
trotzdem habe ich neulich, spät in der nacht wars, engravers füllersammlung bewundern dürfen. und die inzwischen allseits bekannten küchenuhren auch. seitdem bin ich erleichtert.
bloggereien (1)
im dezember 2003 erhielt ich überraschenderweise von der stattkatze per email weihnachtsgrüße. es war nicht die erste mail, wenn ich mich recht erinnere, hin und wieder hatten wir ein paar zeilen gewechselt. all diese sind längst gelöscht oder haben sich bei einem systemzusammenbruch selbst vernichtet. diese eine allein schlummert immer noch tief versteckt in einem selten besuchten postfach. vielleicht, weil ich immer noch nicht sicher bin, ob sie überhaupt für mich bestimmt war. sie wurde zwar korrekt an meine emailadresse geliefert, aber der name ist ein anderer, und in den tiefen der versendestruktur taucht dann noch eine adresse auf, die ganz sicher nicht zu mir gehört. ich verstehe nicht genug von diesen technischen informationen, vielleicht hat das alles seine richtigkeit. außerdem ist es lange her.
wie dem auch sei, das schriftstellwerk/logbuch gehört immer noch zu dem besten, was es an blogs zu lesen gibt und ist derzeit gerade wieder einmal ganz besonders lesenwert. außerdem haben wir neulich im blogmichdunkel die ersten worte gewechselt. nicht auf meine initiative hin, wie ich zugeben muß, diesbezüglich bin ich mehr als untauglich. (und dementsprechend den ganzen abend ohne kongressschildchen umhergeirrt.) irgendwann, vor nicht allzulanger zeit, habe ich sogar beschlossen, niemals live über gebloggtes zu sprechen. geschweige denn zu laut lesen. überhaupt ist es mitunter schwer, für das geschriebene einzustehen. so oder so.
noch nie habe ich halten können, was ich womöglich schreibend zu versprechen in der lage bin. das wollte ich nur mal sagen.
blog-ich-mich?
das kommt davon, wenn man den ganzen abend freigiebig feuer verteilt, nur weil es dort so arschkalt ist. (irgendwie eine nette geste, oder?) und dunkel dazu, je später der abend. aber engl macht licht.
am nächsten tag ist dann die stimme eine oktave gerutscht, wenigstens, die kehle kratzt, und man hat trotzdem einen kater. ich zumindest. von den vielen, um mich herum verschnorrten zigaretten. und nicht etwa, weil ich nicht – wie immer – bis ganz zum schluß stocknüchtern gewesen wäre.

