am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

putzig

lisa vor jahren, auf meinem wuppertaler schreibtisch, mit der großen abendtoilette beschäftigt. die alte dame war damals schon über fünfzehn. aber immer noch ziemlich flink, wie man sieht. und sicher niemals putzig, wenn ich ehrlich bin.

lichtjäger

völlig vergessen habe ich, wie gerne katzentiere lichtspielen nachjagen. doch jetzt hockt der kleinere der beiden gastkater neben mir im bett und tapst bis in die schwanzspitze aufgeregt den reflektionen des netbooks auf der wand hinterher. da weiß ichs gleich wieder.

das lisatier ist inzwischen seit fast fünf jahren tot.

katzen und hunde

daß ich kein hundefreund bin, läßt sich unter anderem im hsb nachlesen. demnach ist davon auszugehen, daß ich nicht allzuviel von hundeerziehung verstehe. auch nicht von hundedisziplinierung. ich frage mich also, ob die maßnahmen, die ich gestern vor einer naheliegenden eckkneipe beobachten mußte, erfolgversprechend sein könnten.

ein ziemlich großer, langhaariger, reichlich trottelig wirkender hund versucht etwas unbeholfen, mit dem alten, hüftsteifen kneipenhund anzubandeln. dabei wird er von einer frau behindert, die lautstark auf ihn einschreit. AUS und SITZ und PLATZ befiehlt diese abwechselnd, ohne jedoch irgendeine reaktion zu bewirken. der riese trottet etwas hilflos herum, zumal die frau ihn an der leine hat. die langen haare verdecken seinen gesichtsausdruck, vielleicht auch seine sicht, sein gehör. der kurzhaarige kneipenköter hinkt ihm ein wenig entgegen, da beugt sich die frau zu dem haarigen hinunter, drückt ihn zu boden und haut ihm auf die schnauze. der hund reagiert nicht, er scheint das zu kennen. ob er aber weiß, was er falsch gemacht hat? ob überhaupt er es ist, der etwas falsch gemacht hat?

okay, das war jetzt polemisch. ich kann nicht anders. außerdem muß ich noch einen nachtrag zum ausdruck “hundedöner” bei creezy anbringen: ich selbst hab ja das lisatier seinerzeit des öfteren als “katzenbraten” tituliert. sie hat das genau verstanden und mich daraufhin provokant “menschenmonster” genannt. gefreut hat mich das nicht, aber selbstverständlich haben wir das beide nicht wirklich ernst gemeint. dennoch sollte man so etwas nicht unterschätzen. katzen sind untereinander gut vernetzt. sie tauschen sich aus, auch ohne pc und über die grenzen der generationen hinweg.

katzen wissen sehr wohl, daß sie für das zusammenleben mit menschen einen hohen preis zahlen. kastration, fettleibigkeit und verniedlichung als kuschelkissen sind da nur ein paar wenige häßlichkeiten. am ende wartet die todesspritze. doch sie nehmen das in kauf, die katzen, die zu uns in die häuser, in die wohnungen kommen. für ein leben ohne zecken und sonstige parasiten. ohne auszehrung und hunger, weitgehend ohne schmerzen. aber sie verkaufen sich nicht an den teufel, an die menschenmonster, wie ich eines bin. sie behalten ihre krallen, ihre lust. dicht unter dem seidigen stubenkatzenfell.

ich kann das verstehen. mal ein leben lang nur spielen und träumen, ohne jedoch die freiheit dabei vollständig zu verlieren. das hat doch was.

so etwas können sich hunde sicher nicht einmal vorstellen.

das tier

es fehlt wieder, gerade jetzt, wo endlich der frühling sich auftut. was hätte lisa wohl von einem balkon gehalten? mit lavendel, den sie so geliebt hat. oder mehr noch, basilikum, eine art katzendroge, wie ich vermute. zumindest aber eine lisadroge. den ganzen kopf hat sie da hineingesteckt, die augen verdreht und manchmal sogar beinah fast hineingebissen. ganz und gar unkätzisch. dazu die sonne, die wärme, das licht. und die berliner spatzen; kleines, mundgerechtes geflügel. nicht immer nur die fetten wuppertaler tauben, vor denen lisa eher angst hatte, wenn sie, flatternd und laut, in die nähe der dachwohnung kamen.
ja, das wäre ein lisaleben. jetzt. gewesen.

das lisawesen.

hat mich angesehen, von weit außen, durchs fenster hindurch, ich bin sicher. vor ein paar tagen schon.

nachtrag

zum gestrigen bild, ein fund auf der speicherkarte. eine art doppelbelichtung, durch die lange verschlußzeit. lisa, vor der balkontür, sieht einmal mich an, dann hinaus ins licht. (das sieht man möglicherweise nicht, wenn man es nicht weiß.) 10 tage bevor sie dann gegangen ist, ist dieses bild datiert. ins licht, wie manche behaupten. (kitschig, ich weiß. aber wie soll man das sagen?)
nein, es ist kein trauriges bild. traurig sind die, wo in der küche die beiden freßnäpfe stehen.

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