es läuft, keine frage. es gibt highlights, kleine geschenke, mit denen selbst ich eine sekunde vorher noch nicht rechne; und es gibt arbeit, gewurschtel und gefummel, bis der text fließt. das ist gut so, das ist normal.
außerdem hat der denkprozeß eingesetzt. ich weiß nicht recht, ob der stoff reicht, um daraus ein ganzes buch zu basteln. ein dünnes sowieso, aber vielleicht zu dünn? keine ahnung, dazu reicht der überblick nicht, nach gerade mal vier tagen. ausreichend hoffnung bleibt, auf jeden fall. bislang gibt es genug ideen, tag für tag, und es ist noch viel zu tun. außerdem macht es spaß, ganz außergewöhnlich. ich bin immer noch überrascht.
seite 23 inzwischen, auf die gefahr hin, daß ich fortan als seitenfresserin verschien sein werde. ;-)
unter tage
wip = work in progress
ja, es geht weiter. ich pflüge mich vorwärts.
weil ich noch nicht wirklich weiß, worauf es hinausläuft, mache ich zunächst einmal land. das heißt, ich skizziere ideen nicht, indem ich notizen mache oder mir den ganzen tag mein hirn verrenke. ohne daß ich so zwangsläufig zu einem ergebnis finden würde. das ist mehr als unsicher. statt dessen schreibe ich einfach zweidrei sätze in das entsprechende kapitel. unvollständig, unvollkommen. dann gehe ich weiter, lasse den rest wie er ist. und es funktioniert. der weg ebnet sich, wie von allein. ich bin überrascht, daß ich das kann, so vorgehen. nicht gleich alles 100%ig ausarbeiten.
resultat: fünf seiten kapitelkrizeleien, mal mehr mal weniger grob. natürlich alles gleich in die datei.
was soll ich noch sagen? ich bin zufrieden. :-)
work in progress
so schnell kanns gehen, wer hätte das gedacht.
die idee, ganz grob nur, ist erst ein paar tage alt. aber gestern abend schon habe ich angefangen zu schreiben. 10 seiten pro woche, die alte LUCASvorgabe. und es werden nicht!!! wieder 400!!! seiten, das steht fest. höchstens 100!!! ansonsten wild drauflos. mal sehen, was kommt, und wo es hinwill.
heute finde ich mich dann schon auf seite 10. ich bin schneller und besser als damals. auch die richtung ergibt sich von selbst, wie erhofft. (bislang auf jeden fall. aber es kommen andere tage, ich weiß. das ist nur natürlich.) dazu die einzelnen fragmente. ein bild, eine idee, das paßt. immer. manchmal sogar das richtige wort, das eine, aus dem alles wächst. so läßt es sich arbeiten.
ich kann mich auf mich verlassen.
und wenn alles nichts hilft, dann träume ich eben.
a question of honor?
back to MEMORY, immer wieder. nur ein versuch, mehr nicht, einen kurzer text über den text zu fassen zu kriegen. zwei, drei sätze in einer mail, das ist alles. keine rede davon, daß ich etwa in die arbeit eingestiegen wäre, in den text hinein. obwohl auch das nicht schaden könnte. nichts dergleichen. dennoch, als ich den satz schreibe: ‚Kernthema ist das Erleben von Krieg… insbesondere bezogen auf Kinder.‘
es hält mich nichts auf dem stuhl, am bildschirm. ich laufe durch die wohnung, suche halt, irgendwo, in der welt. aber was ist das? die welt. (da wird mir die jelinek nah, die sich eingeengt fühlt, ohne frage, von der derzeitigen ehre.) wie soll man leben? mit dem text in der welt, und mehr nicht. (ob nun mit oder ohne ehre. diesbezüglich zumindest besteht kein unterschied.)
zeiten
im grunde ist keine gute zeit, der kopf schmerzt schon am morgen, noch vor dem erwachen. und die dinge zerbröseln, bevor sie sich überhaupt manifestiert haben. geld ist da manchmal nur ein randthema, wer hätte das gedacht. das soziale klima, besonders hier in neukölln, ist in der tat hart. wie in der nächsten kolumne zu lesen sein wird, wenn es denn eine solche wird. ich neige ja mehr zur story, aber was solls. und wenn georg sie nimmt, natürlich, denn eigentlich bin ich ja nicht dran.
dennoch arbeite ich viel, wenn ich auch kaum zum schreiben komme. mit einem mal ist zuviel organisation im gange, zum glück. G ist wieder aufgetaucht. (die eine, nicht die andere. ;-) G aus B, sollte ich vielleicht sagen. wobei B (leider) nicht berlin meint. aber diesmal scheint die sache wirklich in gang zu kommen, die gradiose kampagne eines unheimlich kompetenten übersetzerinnenteams. das wurde aber auch zeit. für bessere zeiten, meine ich.
interpunktion
die letzten feinheiten sind fast immer die zeichen, nicht mehr die worte. oder aber worte wie: und, aber, doch, auch, oder, … das allein ist noch in bewegung. die MEMORY-Mementi (ganz unten) arbeite ich gegen den strich. sprachfluß und interpunktion stimmen nicht überein, sätze greifen über die punkte hinaus. wenn es denn sätze sind. oder punkte. wenn alles zerbricht, bleibt nur atemlosigkeit und angst. so ungefähr sollte es sein. aber ob das reicht?
scheißarbeit
neuer komplettausdruck MEMORY, seitenzahlen korrigieren, bleistiftarbeit übertragen, ausmustern, was schon erledigt ist, undsoweiterundsofort. in dieser phase des ordnens passiert immer wieder folgendes – der text explodiert, will sich wieder bewegen, mit einem mal, ist kaum noch zu halten. nichts kann ich weniger gebrauchen derzeit. anderes steht auf der liste, anträge und ausschreibungen. außerdem wäre da noch dieses projekt.
business as usual
schreiben ist ein spiel, für eine ganze weile. dann wird es arbeit, aber das macht nichts. es ist eine reichhaltige arbeit, voll von zufriedenheit und geschenken, wie es sonst wohl keine gibt. zu schluß aber wird es business – was sonst? – und da hört der spaß auf. selbst wenn ich zugeben muß, daß ich mich auch darauf einigermaßen verstehe, mit allen fehlern und komplikationen, ist es mitunter unerträglich. die absagen zu sammeln, zu stapeln, in stehordnern und emailpostfächern. und dabei zu wissen, daß es nichts, rein gar nichts mit meiner arbeit zu tun hat. und dennoch.
schreibt mir eine agentur auf meine anfrage von vorgestern heute dieses: ‚Wir möchten Ihren Text nicht noch einmal prüfen und können uns nach wie vor keine Vertretung Ihres Manuskripts durch uns vorstellen.‘ es war zwar nur ein mißverständnis, ich hatte lediglich die vorangegangene recht nette email zwischenzeitlich verschludert. nur deshalb hatte ich mir überhaupt eine nachfrage erlaubt. dennoch hocke ich nun wohl in der kiste ’nervige hobbyschreiberlinge‘, ‚übles bettelvolk‘ und ‚armselige möchtegerndichterin‘. oder so ähnlich. na, herzlichen dank.
fazit: es ist einfach kein durchkommen, und irgendwann reicht die kraft nicht mehr, das ist abzusehen. einstweilen flüchte ich in arbeit. nur so bleibt der kopf frei von dieser mischung aus hochmut und demütigung, die dieses business – vermutlich auf beiden seiten – beherrscht.
oder sollte ich sagen demut? aber wo kämen wir da hin?