am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

null uhr, feierabend. die liste für morgen steht auch. alles ist gut. alles geht weiter, immer weiter. manchmal habe ich trotzdem das bedürfnis, ganz schnell fertig zu machen mit diesem leben. damit ich dann wieder sein kann.

einfach sein.

diese elenden momente, in denen der rücken tief innen plötzlich derart schmerzt. bei jedem atemzug, als würde ich gelöchert, gestanzt. wie durchbohrt, von hinten durch die mitte. nur durch kommt es nie.

auf gehts. in die sonne, den tag. die literatur.

für wahr

müde, sehr müde, dabei aber auch hellwach. alles ist voller gedanken und ideen, dieses rasende jahr will nicht aufhören zu rasen. und traurig bin ich. (daß ich die leidige geldgeschichte, die mich die letzten tage weiterhin zermartert hat, nun endgültig vollstrecken lassen muß.) zu fassen ist derzeit vieles nicht, noch nicht. da ist nur eine ahnung.

so ist das womöglich, wenn sich türen öffnen. mehrere türen auf einmal.

armutszeugnis

ich weiß nicht, ob ich heute vormittag noch vor dem ersten kaffee mit dem kopf durch die wand wollte. es ging ja auch mehr gegen die wand, mit dem gesicht gegen eine wand. dem gesicht war das ziemlich egal, aber der brille hat der überraschende vorgang einen bügel gekostet. den linken bügel, zusammen mit einem kleinen stück der fassung. abgebrochen.

nun habe ich mehr als eine brille, ersatz ist also vorhanden. es handelt sich aber um die aktuellste und um die einzige mit einem kleinen leseanteil in der unteren hälfte. was die sache besonders schwer macht, denn gleitsichtbrillen sind teuer, unerschwinglich im grunde. bei einer sehstarke, bzw. natürlich -schwäche, von um die -10.

hilft also nix, muß ich erstmal selber machen. mit taschenmesser, superkleber und sandpapier, dazu ein blutiger daumen. mit dem taschenmesserminischrauber abgerutscht und frontal satt ins fleisch gerutscht, beim wiederanbringen des bügels. egal. derzeit sieht es so aus, als könnte es halten, heute abend hab ich das ding wieder auf der nase. richtig schön sieht die stelle nicht aus, besonders der kleber hat spuren hinterlassen. matt und zerkratzt ist diese ecke, aber glatt immerhin. den  klebewulst innen hab ich gelassen, besser ist besser. hier und da hat wohl auch das glas ein wenig gelitten. ich schaue da lieber nicht so genau hin. wenn ich noch durchschauen kann, gleich, ist alles in ordnung. und immerhin ist es ding jetzt nicht mit pflaster geklebt, wie damals. ach egal, auch das. verpflastert ist nur der daumen.

fazit: wer wenig geld hat, tut wohl daran, ein wenig handwerkliches geschick wie natürlich auch glück sein eigen zu nennen. das spart. auch wenn man natürlich immer gefahr läuft, als armselig entlarvt zu werden. mit dem ganzen selbstflickten zeug am leib.

brille kaputt. ich hab ja auch sonst nix zu tun, zu regeln, zu stemmen. guten morgen dann mal, habe fertig.

es ist ganz einfach. ich muß einen weg finden, das ende mai angefangene buch zu ende zu schreiben. es wird ein gutes buch. es wird von familie handeln, vom scheitern darin und vom leben. vom lieben auch, von begegnung. ich muß einfach. dann wird es besser, ganz sicher.

so denke ich zumindest.

beim digitalisieren der alten kassetten in berlin 2014 riecht es in mir auf einmal wie in diesem haus in england in den 90ern. auf dem flüchtige irgendwo ausgerissenen zettel, der zwischen plastikhülle und karton gesteckt ist, steht:

Hope the tape is o.k.
No time to check it.
If not – sorry!

so geht sie, auch, die sprichwörtliche englische höflichkeit.

essenzen

all die dummen kleinen fehler, die ich tagtäglich mache. mein fehler auch, vielleicht, daß ich nichts davon vergessen kann, einfach so. oder aber ein segen. alles kommt wieder, kommt zu mir zurück. manchmal, meistens ist es zu spät, etwas zu ändern. so lebt sich mein leben derzeit.

später dann stehe ich mit einem einkaufszettel in der hand und ein paar frischen scheinen in der tasche im supermarkt und weiß einfach nicht, was ich haben will, das über die liste mit den vier punkten hinausgeht. obwohl ich es könnte, jetzt wieder. so schnell geht die entwöhnung, schwindet lust und freude an den dingen. auch das hat eine unbestimmte qualität, es ist ebenso gut, wie es andererseits übel daherkommt.

ich lebe von den resten, so oder so. ich bin das, was von mir übrigbleibt. oder so ähnlich.

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