am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schultern

notwendigkeiten erledigt, die lange überfällig waren. die vielleicht sogar nach hinten weggefallen, vergessen worden wären. gut, daß dem nun nicht so ist, trotz aller konsequenzen. derweil brüllt die rechte schulter, die zwischenzeitlich ein klein wenig ruhe gegeben hatte. mit jedem atzemzug sogar. ich weiß nicht, ob sie es kalt will oder heiß, um zu heilen. vermutlich will sie einfach gar nichts mehr schultern. nie wieder. das geht aber einstweilen nicht.

die neue beißschiene scheint die erste zu sein, die ihren dienst zu tun in der lage ist. jedenfalls habe ich sie (noch) nicht innerhalb von ein paar tagen zerbissen und sie bietet auch wenig angriffsfläche für ständige spielereien. statt dessen bricht sie die tiefsitzende gewohnheit der verbissenheit, tatsächlich. und drückt die anspannung mit gewalt aus dem gesicht in den nacken, die rechte schulter. die gibt auf in der nacht, kurz vor dem einschlafen, und öffnet sich in einen brennenden schmerz, der bei jeder bewegung hochkocht.

das war eine schlechte nacht und kein guter tag. erschöpftes heute. schmerz macht müde, unendlich müde.

mein onkel sagt „frido“ zu mir und macht mich damit zu vater und bruder in einem. mein, sein, dein. was so falsch gar nicht ist, in vielerlei hinsicht. schwimmen in den identitäten, nicht nur im traum. auch unter der dichten schicht des tages trennt sich nichts mehr, bleibe ich wehrlos, verbunden. und angstvoll, wie immer.

einiges erledigt, manches angeleiert, grobe strukturen in die unmittelbare zukunft gelegt. beruflich wie auch privat. keine ahnung, ob ich mich abzusichern versuche. oder was. und warum. wogegen? ob es noch etwas zu sichern gibt?

so groß die verluste in der vergangenheit auch gewesen sein mögen, es existieren listen und wiederholungen, wie zum beweis. ich weiß. trotz allem ist da heute das wissen, die gewissheit, daß das überproportional meiste im leben letztendlich doch immer nur als illusion zu bezeichnen ist. ich weiß, daß ich nichts weiß. auch über mich nicht. die eigene geschichte ist ein fremdkörper mitunter. und das ist gut.

wie groß dagegen war, ist und bleibt die sehnsucht nach ein wenig echtheit. in all dem verborgen. geborgen.

wortzen

lyrik -> # wie blut

prosa -> kein urlaub in sicht, kein meer mehr für mich. so bald zumindest nicht. doch auch die erschöpfung rührt sich nicht mehr von der stelle, bleibt einfach nur noch, wo sie sowieso schon ist. bis auf anschlag, immerhin. ich denke also: wenn es schon keine erholung geben kann, die helfen könnte, dann tut selbiges vielleicht die arbeit. ein neues ebook, ungefähr ein jahr nach dem letzten, in dem all die poetischen (kryptischen) texte aus den letzten 20 bis 25 jahren versammelt sind. raus damit!

(und dann die gedichte. womöglich. ich weiß auch nicht.)

was ist

es sind die besten tage, an denen ich lachen muß, wenn ich durch die straßen laufe. ziellos. lachen und laufen. stundenlang. lachen muß ich über mich, mich mit mir freuen, weil das glück so groß ist. alt zu sein, wie ich inzwischen alt geworden bin. gesehen und gelebt zu haben, was hinter mir liegt. das alles ist reichtum und glück. mehr als das. es war und ist bewegung.

unüberschaubar noch. das immer wieder neue daran.

nach all der zeit. lachen auch, weil so vieles längst vorbei ist. lachen, weil ich das weiß. mit einem mal. weil ich mehr und mehr außerhalb stehe, wenn ich zurücksehe, lange darüber hinaus. und das beinah vollkommen unbeschädigt.

wer hätte das gedacht.

schall und auch

heute nacht möchte ich whisky trinken oder rauchen. oder gleich beides, das wäre am besten. dann möchte ich reden, einfach so, über das leben und die liebe. alles das, was jedeR weiß. reden ins nichts, in das dunkel hinein, wo niemand es hört.

aber besser noch zu der, die neben mir sitzt. und auch trinkt und auch raucht. und auch weiß. das wäre ein trost. (vielleicht.)

ein guter tag, der mir, neben diversen (dringend benötigten) zahlungseingängen, auch noch eine nahezu atemraubende rezension des 2012er ebooks eingebracht hat. (bald mehr dazu, einstweilen bin ich sprachlos.) außerdem hat die zahnärztin heute endlich – zu der neuen beißschiene (für nachts und für pc-arbeit usw., wie man mir versicherte. na, mal sehen. vielleicht auch noch fürs motorrad, weil bremsen mit den zähnen eh nix bringt?) – den schein für die physiotherapie rausgerückt. und mir anschließend den arm getätschelt, während ich überrascht auf das fette lesbenzeichen um den hals ihrer jungschen stuhlassistenz glotzte.

es folgen schmerzfreie zeiten, ein paar wochen zumindest. womöglich ist das auch ausbaufähig. ich bin ausgesprochen zuversichtlich, wenn auch immer noch fast schlaflos.

leben mit dem mangel

beim versuch, das nummernschild an der maschine irgendwie doch noch zu retten, selbiges zwar fest, aber letztendlich vollkommen unmittig angebracht. zum teil aus unachtsamkeit, zum teil wohl auch, weil es anders nicht mehr ging. verursacht durch die fortgeschrittene rissig- und löchrigkeit des blechs und der ungünstigen position der tüvplakette ist nun alles schief. und das ertrage ich nur schwer. von jetzt ab heißt es also: nie wieder dort hinsehen.

leben mit der, der allgemeinen löchrigkeit des lebens geschuldeten, stetig zunehmenden unvollkommenheit.

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