morgen abend habe ich die ehre, im rahmen dieses projektes folgenden text auf einer ausgezeichneten wuppertaler bühne vorlesen zu dürfen. ich bin also unterwegs.
und an dieser stelle finden aller voraussicht nach bauarbeiten statt. danach ist dann alles anders. hoffe ich.
sobald ich mich hinlege, weinen meine augen. abends, wenn ich schlafen gehe, und am morgen dann gleich wieder, sobald ich aufgewacht bin. tagsüber brennen sie aber nur. ich denke, das ist physiologisch. die neuen linsen vielleicht, soll ja ein anderes material sein.
das andere ich, das normalerweise nur nachts auf mich einschlägt, mich mit knüppeln, äxten und messern malträtiert, kurz vor dem einschlafen, lauert mir neuerdings auch tagsüber auf. an der supermarktkasse steht es dicht hinter mir, schweigend und drohend. ebenso am bankautomaten, auf dem weg zur post, in der u-bahn. auf der autobahn, eben, hat es sogar die bohrmaschine rechts von irgendeinem brustwirbel angesetzt und anschließend rote dynamitstäbe in mir versenkt. wie im comic.
das sind ja ganz neue geschichten. untauglich erzählt zu werden. leider.
gestern gelernt, daß wohl alle dasselbe wollen im leben. lieben eben. und daß da jemand ist, der auch die narben sieht. sich vielleicht sogar traut, sie zu berühren.
danach durch die wiener straße nach hause gefahren, über die brücke. oder eine andere, was solls. darüber hinweg auf jeden fall. tot sein ist lustig.
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gestern: die maschine anstandslos beTÜVt, zwei weitere jahre mit dem fetten blauen elefanten, nicht übel. hupe geht auch wieder. dann zwei maschinen wäsche gewaschen, die dunkle davon mit einem vergessenen stück papier in irgendeiner hosentasche. also anschließend die fetzen einzeln runterfieseln. und den müll runtertragen, die zeitung lesen, eine einzelne rechnung fertigmachen. die pc-maschine schnurrt, durchwühlt die luft, den ganzen tag. schnell noch einen artikel schreiben, ich bin auch eine maschine. telefonanrufe ins nichts, die zeit ist ein leerer akku. ich weiß nicht, was ich will. nein, ich weiß es. aber ich will nicht.
monstermigräne, die erste nach monaten, die mehr als moderat über die bühne gegangen sind. 24 stunden zusammenreißen und den tag versuchen, so gut es eben geht. die nächsten 24 stunden in der waagerechten, weltvergessen und hilflos, gefangen in einer art glut. schlaflos dazu. bleiben müssen, abwarten, in diesem körper, der macht, was er will.
heute dann überrascht festgestellt, daß in den zwei tagen fast drei kilo verloren gegangen sind. gut, essen war nicht drin, an einen yoghurt und ein halbes altes brötchen erinnere ich mich. aber kann es das sein? was da wohl abgehen mag, in diesem migränefremdkörper, dem man zwangsläufig beiwohnt. verbrennungsvorgänge ungeahnter qualität. ich schaue in den spiegel und stelle erleichtert fest, daß es nicht die rechte kopfhälfte ist, die abgeschmolzen ist. (wären ja vermutlich auch keine 3 kilo, oder?) statt dessen sitzt die hose locker, immerhin. (als diät ist migräne dennoch nicht zu empfehlen, nein! wer weiß, auf welche ideen die 40kilomädels heutzutage sonst noch kommen, sich das migränegen injizieren oder so. wer schlank sein will, muß leiden. was für eine welt.)
verweis ins hsb
political correctness kann fürchterliche folgen haben. oder auch verqueere. (bin mal gespannt, ob noch wer lachen muß. so wie ich seit gestern.)

