am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

living in a box (31)

bis anfang august, so hieß es doch in dem schreiben der hausverwaltung, seien die fassadenarbeiten dann abgeschlossen. inzwischen komme ich leider nicht umhin festzustellen, daß es nunmehr mitte august ist und ich ausgerechnet im wohnbüro immer noch eingerüstet und vollverkleidet bin.
möglicherweise verhält es sich aber so: die arbeiten sind tatsächlich beendet, zumindest war seit über einer woche kein arbeiter mehr hier. das wäre ja dann anfang august gewesen. und es steht schließlich nicht in dem brief, daß gleich auch das gerüst abgebaut wird. oder?

muß das denn sein, geht das ewig so weiter, daß ich noch jahre an den menschen hänge, die ich liebe, auch wenn diese lange schon weitergegangen sind, ohne sich zu äußern, ohne eine wort, sich vielleicht nicht einmal mehr an mich erinnern, so wie ich, tag für tag.
soviel zum thema zynismus. aber was soll ich tun, wenn sie dasteht, urplötzlich, mit einer anderen? lachen? glück wünschen? oder verwünschen, mich und die ganze welt? und alle anderen sowieso!
nein! es geht auch anders, ich will es so.
der schreck war auf beiden seiten, ich bin sicher. daß das jedoch nichts bedeutet, ist wiederum eine harte lektion im leben. die härteste, denke ich.

ja, prima! jetzt, wo der neue rechner weg ist, fängt der alte an zu jodeln. oder zu heulen, wie auch immer. eine art sirene tönt aus seinen tiefen, jedesmal, wenn ich etwas zu brennen versuche. keine ahnung warum. ist vielleicht einfach nur überlastet, das ding. hoffentlich. daß sich das geheul einstweilen erledigt – noch? – wenn ich ihn aus- und wieder einschalte, beruhigt mich ein ganz klein wenig.
oder ist das, weil ich die kiste damals von einem polizisten gekauft habe? ein integriertes martinshorn? (hat mir eine freundin vorgeschlagen, diese variante. finde ich aber nicht komisch. und auch nicht beruhigend.)

akku

leben ohne familie ist wie leben ohne motor, alles läuft auf batterie. man hangelt sich von ladestation zu ladestation und zahlt den preis dafür. jedesmal. das macht nichts, das ist auszuhalten, und es fällt auch kaum auf. nur weihnachten vielleicht, wenn alle anderen verplant sind. doch das hat nichts zu sagen, rein gar nichts.
denn die größten löcher reißt die erinnerung, das gedächtnis, das in den knochen wohnt, schläft und wild träumt mitunter.
deshalb.
(trennt man sich vom motor. ein kreislauf, wie mir scheint.)

draußen zirpt es wie auf einer sommerwiese. ob das auch an dem gerüst liegt? wohnen da jetzt schon die grillen? oder ist einfach nur – naja, sommer eben.
egal, es ist gut so. auch wenn ich innerlich immer noch darauf warte, daß das gerüst endlich abgebaut wird, damit ich den sommer anfangen kann. danach. (könnte zu spät sein, wie es aussieht.)

vielleicht ist die klappe halten ja manchmal die bessere taktik. ist aber zu anstrengend. so!

manchmal ist die klappe halten die bessere taktik. vielleicht. ist aber anstrengend.

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