am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

keine wirklich dollen bilder. ich bin zu müde, bring heute absolut nix vernünftiges zustande. morgen dann ins büro, danach gleich zum interview und am abend zu vhs-lesung.

vielleicht … mal sehen … wenn ich dann nicht schon wieder so dermaßen obermüde bin…

nacht zusamm!

nein, ich hab es natürlich nicht gepackt, den mist einfach zu schmeißen, hier und jetzt. heute und gestern. von wegen. ich hab mir brav den wecker gestellt, und meine hausaufgaben erledigt. rudimentär und unvollständig, aber gemacht. ich weiß auch nicht warum. bis nächsten mittwoch stehen dann schon weder die nächsten an. keine ahnung wann. und wie. WARUM?

gestern in köln von B einen traumfänger geschenkt gekriegt. nachträglich zum geburtstag. naja, ziemlich sehr nachträglich, spätherbst statt satter frühling. also so nachträglich, daß ich es längst vergessen hatte, obwohl ich B (damals ;-) selbst diese entscheidungshilfe dargeboten hatte. unter einigen anderen vorschlägen. deshalb war es mir tatsächlich auch längst wieder entfallen. so gesehen, eine wirkliche überraschung. ich geh das ding dann jetzt mal katzensicher anbringen.

weiter im text. die sprachwissenschaftliche quälerei läßt mich nicht los. es macht keinen sinn, hat kein ziel mehr, erfüllt nicht den geringsten zweck. es bringt überhaupt nichts, diesen verfluchten schein noch zu machen, in einem jahr ist ohnehin schluß. exitus. auch wenn ich vermutlich dann doch nicht gleich vom höchsten der bergischen unitürme hüpfen werde. das ist es nun auch wieder nicht wert.

und doch kann ich es nicht lassen, nicht loslassen. und ich weiß nicht warum. ich sammel die hausaufgaben ein, die ich schon rein zeitlich nicht schaffen kann. ich denke über die zwei prüfungen nach, für die ich nicht das geringste werde tun können. und ohne ist aussichtslos. und warum das alles. ich weiß nicht, was das soll.

ich will das alles doch gar nicht wissen. in der intensität und ausschließlichkeit macht das für mich keinen sinn. es ist so wie immer, ich komme nicht vor, dieses schul-, uni-, bildungssystem frißt mich auf. frißt mich leer, während ich vor fülle platze. wohin mit den fragen, die keine antwort wollen, sondern staunen vielleicht. mühelos. so bin und bleibe ich untauglich, unfähig. na gut! warum auch nicht!? das war schon immer so, das geht durchaus in ordnung. ich kann nicht nach regeln zu suchen, während ich immer schon bemüht bin, dahinter zu sehen, dahinter zu leben. das konnte ich noch nie, doch etwas andere ist nicht verlangt, niemals.

allein die zwei seminarstunden sind übel. das alles ist ungemein schmerzhaft, verursacht mir übelkeit. tatsächlich körperlich. die art mit sprache umzugehen, als würde sie nicht mir gehören. mir allein. mein sprache. und das handwerkzeug der sprachwissenschaftler, die tools. das aussortieren, von einander trennen, ohne wieder zusammenzufügen. die scharfen klingen der analyse, der sinnfreien klarheit. ohne hintergrund. oder irre ich mich?

würde ich tatsächlich all das zeug anzuwenden lernen. das wäre als würde ich mich bewaffnen. schlimm genug, daß – genau betrachtet – sogar die sprache selbst etwas wie krieg beherbergt, die gegensätze zumindest, die kaum zu vereinbaren sind. subjekt und objekt sind schier zwingend, auch ich werde vermutlich nie ohne das arbeiten können.

am ende also die erkenntnis, das erschrecken, immer wieder, daß ich auch diese heimat, meine sprache, verlieren werde, zwangsläufig, irgendwann.

wozu also noch eine prüfung machen? lächerlich! noch dazu im november/dezember, mitten in meiner tiefschlafphase, und am ende meiner kräfte. ohnehin.

1. advent! in der stadt, wo um die zeit sonst kaum menschen sind, ist es voll. festbeleuchtung und weihnachtsmarkt, glühwein, kinderkarussell und popcorn. ein einziges gerenne und geschiebe überall. irgendwo dazwischen der fackelzug zum heutigen weltAIDStag. eigentlich nicht schlecht. besser zumindest, als durch die gähnende leere zwischen den innerstädtischen geschäftsfronten zu laufen. auch der vermeintliche gegensatz, die freude und das gedenken. mir kommt das richtig vor, lebendig. gelungen.

‚könnt ihr euch nicht einen anderen tag aussuchen!‘ hör ich dann irgendwann hinter mir. laut. und wütend fast. aber auch das. lebensnah. gelungen.

nichts passiert. ich bastel an den bildern, stundenlang, lade meine seiten neu hoch (ja! das versprochene pepitamuster! ;-), stundenlang, dann wird es dunkel, und nichts ist geschafft. kein stückchen text, nicht einmal gestotter, nicht einmal ein konzept. ich zappe auf ebay rum, lese mich durch fremde tagebücher. ist nicht allzuviel interessantes dabei, hier und da ein bißchen gute sprache. aber was ist das schon. ich tiger durch die hütte, hin und her, wie manchmal beim schreiben, wenn nichts mehr hält. und jetzt? als hätte ich etwas verloren, würde danach suchen. aber was?

alles ist leer. scheint das stichwort der letzten wochen zu sein. ein eigenartiger zustand, wenn sich nicht einmal wut mehr zu lohnen scheint, und angst einfach keine angst ist. in wirklichkeit, nur erinnerung. die leere eine chance alles zu wollen, zu können sogar. erinnern, ohne festschreiben.

ich schreibe nicht, das steht fest. MEMORY schläft irgendwo, ich weiß nicht wo. auch in mir. weihnachten vielleicht, nächstes jahr, irgendwann.

ich bin hier. ich bin bereit. ich warte. nein, ich frage nicht mehr. bestimmt nicht. versprochen.

das wollte ich schon immer mal machen, die gesamte schwebebahnstrecke von vorne bis hinten und wieder zurück fahren. und da ich ja fotos von der weltaidstagaktion machen mußte – rosa rosen und rote schleifen in der schwebebahn – bin ich sogar die kehrtwende mitgefahren. gleich zweimal. das darf sonst kaum wer, nicht mal echte wuppertaler in dritter oder vierter generation. jedenfalls nicht einfach so. da bin ich nun also endlich was besonderes in dieser nebelfeuchten stadt! ;-)

war schon witzig die ganze sache. lauter langersamstageinkaufwütige zeitgenossen in der überfüllten bahn – von wegen buy nothing day! – die sich mitunter heftigst vor einer harmlosen rose erschrecken. geschenkt! wo gibt’s denn sowas!? und dann rappelt schon irgendwo die spendendose – natürlich! – oder es winkt das infomaterial. es gab aber auch diskussionen und überraschend viel unmittelbares erkennen und verstehen, ganz selbstverständlich. besonders auch in der älteren generation. oder ist das einfach die altersklasse der samstäglichen schwebebahnpassagiere?

außerdem ein bürgermeister – schirmherr der diesjährigen wat-veranstaltungen – der sich im vorfeld ausbat, um himmels willen bloß keine kondome verteilen zu müssen. cdu eben, zutiefst konservativ geprägt. laut eigenem bekunden übrigens. dafür hat er dann ein bißchen mit der dose gerappelt, immerhin, fast eine ganze strecke lang. mußte sich so einiges anhören, der arme kerl in seinem artigen anzug, schlips und kragen, mit seinem braven haarschnitt. (was bin ich heute so gemein?) bis dahin, daß man ihn auf die sichere verplombung der dose hinwies, von wegen spendensumpf und so. tja, so kann´s gehen …

genial!

so, jetzt muß ich mich auf die texte schmeißen! natürlich ist der redaktionsschluß vorverlegt, wegen weihnachten, was sonst!?

also! wer ist der schirmherr??? (schwebebild)

wie aus heiterem himmel sind in allen fenstern plötzlich und unvermittelt die weihnachtlichen lichter und lämpchen aufgetaucht. ob weiß oder bunt, ruhig oder flackernd, es ist soweit, endlich. es gibt kein entkommen mehr. ja doch, ich gebe es zu, es ist winter, es ist weihnachten und frieden auf erden. warte nur balde.

etwas zynisch heute? aber nein!

es ist nur, daß im fenster gegenüber die elektrische kerzenpyramide nie, aber auch wirklich NIE mittig ausgerichtet ist. wie soll ich das vier, fünf wochen ertragen? alle jahre wieder … ;-)

das wochenende wird von weltaidstag geprägt sein, an beiden tagen bin ich unterwegs, fotos machen. rosen in der schwebebahn, ein frühabendlicher fackelzug durch die stadt. klingt fast poetisch. außerdem ein interview vorbereiten, nachberichterstattung, und überhaupt. vielleicht gar nicht so schlecht das alles. das thema aids ist auch in mir untergegangen mit den jahren, verschollen im unspektakulären. nach dem ersten schock in den achzigern.

außerdem gilt morgen noch das hier: (bye nothing day)

und ich hab heute vergessen, brot zu kaufen …

aus aktuellem anlaß mal ein flugblatt passend zur affäre: (mölli)

werden klone eigentlich gezeugt oder erzeugt?

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