am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

bonding (90)

schwerer einstieg, ich weiß nicht warum. vielleicht will ich zuviel oder zu schnell. keine ahnung. doch es macht mir angst, wie weit es mich aus dem text getrieben hat. in ein paar tagen nur.

vielleicht ist es die erschöpfung, das hirn, das nicht mehr kann. das nicht mehr will, nur noch vergessen. das wäre gut, denn das ist nicht tragisch. das ließe sich lösen, irgendwie. da hätte ich möglichkeiten.

aber vielleicht ist es schlimmer. vielleicht verliere ich den zugang und der text geht mir flöten, so kurz vor schluss. da ist alles wichtig, jedes wort, das ich setze. und jedes, das ich lasse. im moment aber funktioniert nichts davon. ich sehe auch nichts, ich spüre nichts. alles ist leer.

wenn das der fall ist, dann weiß ich nicht. dann ist alles nur noch glück. oder verzweiflung, wenn ich pech habe. obwohl ich das ende natürlich auch erzwingen könnte. doch das wäre schlimm. das wäre verrat.

und tatsächlich habe ich heute ein paar seiten geschrieben. wie blind, einfach den vorgaben entlang, die es ja geben muss. am ende mehr denn je. und die es zum glück auch gibt, sonst ginge jetzt gar nichts. da steht nun also etwas, ich weiß nicht genau was. da muss ich morgen mal sehen. auch das acht mir angst.

vielleicht ist alles auch noch anders. am anfang, selbst von vielen, vielen seiten, ist mir das schreiben wie der umgang mit feinen fäden oder garn. alles ist leicht und noch kaum zu erkennen. es fliegt durch die welt und ist schneller verschwunden als eingefangen. später sind es stränge, die ich ineinanderflechte. die ich mit kraft in schwung bringe, sie an ihren platz werfe oder wenigstens in die richtung. wo sich sich dann sorgfältig niederlassen, irgendwo in der nähe zumindest. inzwischen hantiere ich seit einiger zeit mit schweren tauen, von denen ich jetzt nur noch kurze stummel in den händen halte. die muss ich an die jeweils richtige stelle biegen, mit aller kraft, und sie dort befestigen. dann das ende verschwinden lassen, es möglichst unsichtbar machen, das auch noch. an dem einzigen ort, wo sie sowohl halten als auch sinnvoll wirken können. es gibt nur einen.

und den ort zu finden.

das ist nicht leicht.

das kostet kraft.

bonding (89)

die feinheiten in kapitel einundzwanzig waren dann doch ein wenig aufwendiger. anstrengend auch, aber jetzt bin ich durch. außerdem habe ich einer der nebensten nebenfiguren noch ein wunderschönes standing schenken können. das rührt mich dann selbst, manchmal. ein bisschen.

gestern dann in die zweiundzwanzig. guter, leichter einstieg, etwas mehr als eine seite. heute dagegen war das schreiben ein ziemlicher krampf. es ist nicht mein liebstes, grob durch das material zu pflügen. doch erst wenn da etwas steht, ganz wenig nur, ganz unsauber meinetwegen. dann klärt sich mein blick. dann kann in den text sehen, die struktur, nach der er verlangt. dann kann ich ordnung schaffen.

so stehen da jetzt sieben seiten, das ist gut. bis auf den letzten, den emotionalsten teil, hab ich alles erfasst. grob und unfertig, aber damit lässt sich arbeiten. das weiß ich. das ist sicherer grund. nur lesen darf das so niemand. das wäre peinlich.

das ist viel. für heute kann ich nicht mehr. das heißt, eigentlich meine ich gestern. aber egal. ab morgen, also heute, wird es feiner und besser. hoffentlich, aber sollte es eigentlich.

ich bin müde. ich weiß nicht mehr, was ich bin. ist aber egal, auch das.

geht vorbei.

bonding (88)

update: kapitel einundzwanzig ist durch. bis auf ein paar feinheiten, vermutlich, die am donnerstag in der gruppe zutage treten werden. ganz ohne zweifel.

das ging fix, im vergleich zu den vorherigen beiden mammutkapiteln. oder waren es die letzten drei? oder vier? das weiß ich gerade nicht, aber diesmal liege ich nur ein paar seiten über plan. und bin nicht derart über das ziel hinaus, dass ich gleich doppelt so viel vorzuweisen habe.

so viel text, das lag in meiner absicht. nicht für die letzten kapitel, aber auch nicht für das gesamtmanuskript. keinesfalls. ich habe das material unterschätzt. und tue es immer noch. geplant sind zwei weitere kapitel, zusammen so an die fünfunddreißig bis vierzig seiten. da bin ich mal gespannt, ob das klappt.

denn nichts liegt jetzt noch an mir, obwohl alles in mir liegt. vorformuliert und abholbereit. hoffentlich. doch vor allem anderen lebt es in der geschichte, zum glück.

das mal zur orientierung. für mich vor allem.

bondage (87)

mit vollgas in kapitel einundzwanzig eingefahren, seit donnerstag nachmittag. und heute fast schon hinten wieder raus.

noch nicht ganz, ein bisschen was fehlt noch. zwei seiten vielleicht, und weitere vier oder fünf müssen noch einmal durchgegangen werden. danach kommt dann nur noch der binnengeschichtenteil, über den kann ich nichts weiter sagen bislang. den weiß ich einfach noch nicht. sorgen macht mir aber auch das nicht mehr, dafür habe ich das alles zwischen den jahren seite für seite durchgeackert. es sollte also funktionieren, ohne große probleme.

das schreiben fällt mir gerade deutlich leichter als im letzten kapitel. zum glück, es fließt nahezu, dass es eine freude ist. die konstruktion dagegen zickt ein wenig, an einer stelle vor allem. das ist natürlich genau die stelle, die noch nicht geschrieben ist. wie könnte es anders sein.

ingesamt aber bin ich zufrieden, mehr als das. etwa siebzehn von zwanzig geplanten seiten stehen schon ganz gut da. stabil und sortiert. am ende werden es nicht mehr als fünfundzwanzig seiten sein. und nicht beinah doppelt so viel, an die vierzig, wie bei den beiden letzten kapiteln. das ist auch gut.

warum ich immer wieder seiten zähle? keine ahnung, besonders sinnvoll scheint es auf anhieb nicht. auch mir selbst nicht, denn am ende stimmt es nie. wozu also?

ich denke, es hilft, diese richtschnur zu haben. es hilft, eine gewichtung vorzunehemen. irgendwie, ich weiß auch nicht wie. und es hilft, durch die zeit zu kommen. die viele zeit, die so ein buch verschlingt. die man nicht überblicken und deshalb auch nicht strukturieren kann. mir hilft da das sinnlose zählen von seiten. es gibt schlimmeres, denke ich.

morgen beginnt die neue arbeitswoche. bis mittwoch geht es nicht weiter, da gehen nur fleißarbeiten. nebenbeizeug, das erledigt werden muss, übersetzungen und andere basteleien. und am kommenden wochenende findet jetzt wohl doch das barcamp statt, auf das ich nicht mehr wirklich gebaut habe. bleiben also nur donnerstag und freitag. hoffentlich.

bis dann.

bondage (86)

durch mit kapitel zwanzig: uff!

also weiter, keine pause, bloß nicht ab- oder gar aussteigen.

die einundzwanzig scheint mir auf anhieb um so vieles leichter, drei seiten heute abend und zwei stehen eh schon grob da, weil ich sie vor einiger zeit bereits aus der zwanzig rausgeschnitten hatte. das konzept steht auch, so in etwa jedenfalls. nur die reihenfolge ist noch nicht ganz klar, das macht aber rein gar nichts. außerdem sind zwei seiten im ersten drittel des manuskripts überarbeitet, passend gemacht zu dem, was jetzt kommt. somit ist alles parat.

viel ist es zum glück nicht. wenigstens gibt es keine neuen figuren, auch keine umfassenden, neuen szenen. nur fetzen davon, im großen und ganzen ist es ein zeitrafferkapitel. etwas mehr als zwei jahre, bis fast ins jetzt. das wird gehen. ich meine, geht ja schon.

schwierig wird vor allem die jetzt-passage, die weiterführung der binnengeschichte. das weiß ich jetzt schon. da hab ich bislang nicht die geringste vorstellung, wo das landen könnte. wird. oder soll?

kann man mir folgen? nein? ach, was solls. so sind wir, schreibidioten.

bonding (85)

die letzte woche war die wohl beste zeit für eine aushäusige schreibzeit. wenn auch nicht die beste zeit für mich. das eine scheint losgelöst von dem anderen, so weit habe ich es gebracht.

gut neunzig seiten habe ich überarbeitet, erst kapitel zwanzig, dann die gesamte binnengeschichte. fünf bis zehn seiten habe ich neu geschrieben, ich weiß es nicht so genau. ich mag auch nicht zählen, text lässt sich nicht messen, nicht wiegen und eben auch nicht rechnen.

gut ist, dass jetzt wieder luft ist, wie mir scheint. die letzten drei kapitel sind übersichtlich, wenn auch komplex. wenn ich jetzt noch scheitere, dann nicht an mangelhafter vorbereitung, fehlender kraft oder zu wenig klarheit. wenn ich jetzt scheitere, dann an zu eng geknüpften fäden und in sich verdichteten handlungssträngen, die keine imagination mehr erlauben. und die braucht es dann schon noch, die braucht es immer.

ich plane bis etwa mitte, vielleicht ende märz. doch auch zeit lässt sich nicht wiegen oder messen. schon gar nicht rechnen. ich plane, die geschichte zu einem ende zu bringen. obwohl es niemals ein ende geben kann, wie es auch keinen anfang gibt. von nichts. ich plane dennoch.

ich will aufhören damit, nach über zwei jahren. ganz zu schweigen von den fünf schwiegenden jahren zuvor. und dann waren davor noch zwei oder drei monate, in denen ich es gewagt habe. noch ohne zu wissen, was.

die dimension des schreibens als tätigkeit. das, was es macht mit dem schreibenden menschen. auch dazu gäbe es viel zu sagen, zu schreiben. und vermutlich wurde und wird das vielfältig getan. es zu leben und zu erleben hingegen. ob sich das in worte fassen lässt?

irgendwann will ich auch das versuchen, vielleicht. einstweilen saß ich eben in diesem café, in dem ich vor jahren saß und den aktuellen text belebt habe. genau an dem platz. und hab so nebenbei ein paar skizzen und notizen gemacht. wollte ich eigentlich nicht, sind aber für das nächste projekt.

bonding (84)

was soll ich sagen. läuft. weil ich kein großen aufhebens darum mache. es nicht druckfertig schreiben will. nur die fehler ausmerzen und die linie verdeutlichen.

ob sich das alles stimmig in die über 300 seiten einfügt, kann ich nicht wirklich sagen. dazu fehlen mir her die mittel. zum beispiel habe ich keinen komplettausdruck dabei, zuviel papier.

aber das ist gut. gut genug zumindest. wenn ich eines gelernt habe, in der zeit, den jahren, in denen ich tief in diesem manuskrip verschwunden bin, dann das: dass so manches, das meiste eigentlich auch erstmal gut genug ein darf. alles andere kommt später und ist dann sogar leichter. da bin ich sicher

für morgen bleiben jetzt noch schlappe acht seiten, dann bin ich durch. also dieses jahr noch.

danach habe ich also entweder frei. oder ich könnte den binnenteil für kapitel zwanzig schreiben. damit wäre ich mal wirklich up to date.

bonding (83)

schreibzeit ist gut, fürs schreiben vor allem. für mich wohl eher weniger diesmal, aber abwarten. bin ja gerade erst angekommen. und habe zwei nächte hervorragend geschlafen, immerhin.

kapitel zwanzig ist durch, ich hatte es die tage schon irgendwo erwähnt. gleich am freitag habe ich mich daran gesetzt. es war nicht weiter schwer, es bis zur ersten lesbarkeit durchzuarbeiten. so kann es jetzt abgelegt werden, bis zum lektorat. oder bis zur agentur zumindest. auch hier: abwarten.

gestern dann mit voller fahrt in die binnengeschichte. einfach vorne anfangen und durch. es ist seltsam, diesen frühen kapiteln wiederzubegegnen. wochen und monate habe ich damals damit verbracht, verzweifelt mitunter. verunsichert. tief in den text habe ich mich geschraubt, und das merkt man. ziemlich verschraubt, hier und da. so seh, dass ich es jetzt selbst kaum noch verstehe. (dass die agentur das so „gekauft“ hat … )

ich fege nur schnell drüber, diesmal. putze an manchen stellen etwas gründlicher und streiche viel. wichtig sind vor allem die inhaltlichen änderungen. auf den ersten siebzehn seiten war das nicht viel, dennoch hat es ziemlich gedauert. und am ende hatte ich insgesamt zwei seiten mehr, trotz der vielen streichungen. das wundert mich immer wieder. (hat aber wohl vor allem mit den großen absätzen an den kapitelenden zu tun.)

später geht es weiter, wenn es dunkel ist. bin gespannt.

jetzt ist es hell, die sonne scheint. das heißt, dass es ist wohl ziemlich kalt ist. ich gehe dennoch eine kleine runde und dann zu diesem „Lukas“. bin gespannt.

bonding (82)

das problem mit kapitel zwanzig ist so gut wie behoben. einmal muss ich vielleicht noch drüber, freitag oder samstag, würde ich sagen. doch die hoffnung ist hoffentlich nicht unbegründet, dass es damit dann gut ist.

eine höllenarbeit war das, ganz überraschend. eine lausige vorarbeit, die dann auf das manuskriptniveau zu heben ein kraftakt war. ich bin nicht zufrieden, vor allem mit mir nicht. mit dem text jetzt so einigermaßen, aber dem traue ich noch nicht so recht. die hürde lag aber auch hoch, ich erwähnte es gestern schon. in diesem kapitel – und fast nur in diesem – taucht eine neue, bislang nur erwähnte figur auf, die noch dazu eher unangenehm rüberkommt. weder vor noch nach dieser episode ist diese figur von großer bedeutung, dennoch hat sie es in sich. himmel!

so etwas schreibt sich nicht mit links in ein paar stunden. nicht, dass mir das neu wäre. aber ich hoffe doch sehr, dass es so schwer nicht weitergeht. das wäre übel.

nach kapitel zwanzig geht es konsequent durch die fast siebzig seiten binnengeschichte. dafür ist es wirklich gut, aus berlin wegzugehen, das steht völlig außer frage. die freude darüber kommt auch langam. besonders die randerscheinung, mich diesmal zu silvester tatsächlich nicht in den pulverschwaden von neukölln aufhalten zu müssen. endlich! das will ich schon seit jahren.

ich hoffe also, dass auch die anstehende aufgabe, die binnengeschichte zu richten, zu bewältigen sein wird. vielleicht sogar mit dem noch neu zu schreibenden teil für kapitel zwanzig. das wäre genial. und da in der kleinen stadt nicht besonders viel los sein wird, selbst mein lieblingscafé dort hat größtenteils geschossen, wie ich eben feststellen musste, ist dieses ziel eventuell realistisch.

doch ich will mich nicht treiben, im moment weiß ich rein gar nichts. und das ist nicht übertrieben.

eine planung für danach? ja doch, die gibt es auch. zwei kapitel noch, dachte ich bis gestern. heute sind es drei, so kann es gehen. aber nicht, zum glück, weil ich mir gern noch eine figur ausdenken und schnell mal in das buch schreiben will. als literarischen extremsport oder so. nein, am pensum ändert sich nichts, nur inhaltlich passt es besser. eine gute entscheidung, aus der geschichte heraus entstanden.

so etwas hilft weiter. macht den weg leichter. und weiter.

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