raum für notizen

overblogged

20. März 2005 - 09:22

wer verlinkt wen, wer liest wen, wer kommentiert wen, wer bashed wen, … und warum das alles?
an mir zumindest rauscht es reichlich vorüber, streift mich nicht einmal am rande. selten suche und finde ich einen link auf meine seite, noch seltener interpretiere ich dieses. oder aber das völlige fehlen solcherlei gebahrens mir gegenüber. manchmal gibt es einen ansatz, ein leichtes grummeln. zu einem wirklichen emotionalen rotieren aber kommt es selten. früher vielleicht, in meinen internetlernzeiten. in den anfänglichen chats und communities. das war hart mitunter, aber das muß sein. man lernt eben. und dann lebt man.
einige leser sind mir bekannt, ein paar auch persönlich. aber es sind mehr als nur diese, wenn ich den statistiken glauben schenken darf. von einigen wenigen weiß ich, daß ihnen gefällt, was hier passiert. eine oder zwei schätzen es sogar sehr. das wiederum freut mich, natürlich. ebenso sehr.
ansonsten dümpel ich am rand herum, werde kaum beachtet, obwohl der gedanke doch seit jahren schon umgesetzt ist. lange bevor ich wußte, was das ist, das sich ‘blog’ schimpft.
begonnen habe ich anfang 1997 mit einem austausch über das schreiben, das seinerzeit arbeitsprotokolle genannt und ganz und gar ohne internetunterstützung umgesetzt wurde. also per post verschickt, an eine einzige person. ;-) das ding ist heute zum teil, zensiert und gekürzt, hier nachzulesen. der rest folgt, vielleicht, irgendwann.
mitte 2002 führe ich das ganze dann händisch via internet weiter. immer noch nennt es sich ‘Protokolle‘, zeigt ein rudimentäres design, selbstgemacht eben, und ist – immer noch – für keine suchmaschine lesbar. also ganz und gar unauffindbar. außerdem ist es von oben nach unten aufgebaut, schön ordentlich, wie ein tagebuch eben. von blogs habe ich nämlich anfangs tatsächlich immer noch nichts gehört, aber das kommt dann bald.
weil ich das auch will, ein echtes blog, gehe ich schließlich anfang 2003 entschlossen hier hin. ich lerne eine menge, insbesondere zum thema gestaltung, html usw., aber auch in bezug auf communities, wieder einmal, und will dann bald wieder da weg. nicht, weil es nicht ein prima angebot ist, sondern einfach nur, weil es nicht meins ist. nicht mein ding, wenn ich anfange, für leserInnen zu schreiben. auf kommentare zu warten, in kommentarchats abzudriften.
so bin ich also hier (den link schenk ich mir. ;-) gelandet. fast drei jahre im blogbusiness und ziemlich genau acht jahre im thema. dementsprechend wird es zeit, dachte ich heute, auch mit dem blick zum mond, eine art reset durchzuführen. zurückzufinden zum ursprung, wie auch immer das aussehen mag. ich weiß es selbst noch nicht. aber es geht wohl um konzentration, wie so oft in letzter zeit.

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  • mequito:
    22. März 2005 - 2:00

    Das ganze Geblogge kann man als solches sowieso nicht kategorisieren. Es gibt die Communities, die gar nichts mitzuteilen haben, sondern bloss labern, und von denen gibt es zuhauf. Das ist wie eine Kneipe, Leute gehen gerne hin und verbringen die Zeit. Dann gibt es die Technikfreaks die 20 kurze Posts pro Tag schreiben mit Links zu allen möglichen Seiten. Dann gibt es die anspruchsvollen Literaten, einige davon werden vergöttert und die anderen nicht beachtet.
    Hier sehe ich ein anspruchsvolles Weblog das (wahrscheinlich, Ihren eigenen Angaben nach) wenig beachtet wird.
    Wie auch im richtigen Leben ist es bei der Kunst (und damit meine ich jegliche Form von Kunst, auch schreiben)eine Sache sichselbst zu verkaufen. So geht das natürlich auch in Bloggerland. Aber will man das? Ich nicht, deshalb bin ich wohl auch kein Künstler geworden. Aber man will ja gelesen werden, auch wenn man in erster Linie nicht für andere schreiben will.
    Mich motiviert jedoch die Tatsache dass die Sachen, die ich schreibe, gelesen werden. Das stimuliert mich. Eigentlich schreibe ich für andere, weil wenn ich es bloss für mich selbst machen würde, dann könnte ich mich genausogut betrinken.

    In der echten Welt hatte ich keine Lust mich als Schreiber zu betätigen, weil mich die ganze Szenerie annervte, im Netz habe ich jedoch wieder angefangen zu schreiben, weil ich eine Plattform zum Publizieren gefunden habe. Und das macht in erster Linie Spass. Die Leser kommen mit der Zeit vonselbst. Auch wenn das sehr langsam geht.
    Das wichtige an Weblogs ist einfach erstmal, dass es eine Platform gibt.

  • Georg:
    22. März 2005 - 4:04

    Jep, sehe ich fast genauso. Meine “Resets” waren weitermachen. “Scheiß auf die Leute, sonst findst du dich nie” = uraltes Marius Müller Westernhagen-Lied, das ich mir schon als Teen zu eigen gemacht hatte :)
    Du und dein Blog gefallen mir in diesem Sinne sehr!

  • Yinh:
    22. März 2005 - 8:54

    Guten Tag,
    Ich bin jemand mit einem 0815 Problem und bin eher zufällig hier gelandet. Eigentlich suche ich im Internet nach Vorschläge für mein Problem. Dieser Plattform hier mag ungeeignet erscheinen, aber ich erzähle es trotzdem. Wie im realen Leben muss man Toleranz zeigen ;-)
    Also, es stellte sich heraus, dass meine Angebete (29) noch einen anderen Mann(35) liebt. Dieser ist mit einer Kollegin von ihr verheiratet und mit ihm hat sie seit einer Weile eine Affaire. Und das kam ans Tageslicht – nicht gut. Im Falle, dass er für sie entscheidet und die Scheidung einreicht, würde sie ihm eine Chance geben. Darauf hin wollte ich mich von ihr distanzieren, weil ich mich kurzfristig doch ein wenig zweitrangig vorkam. Sie meinte dann,dass sie mich nicht hergeben möchte,da ich in ihrem Kopf und Herzen Spuren hinterlassen habe. Sie weiss gleichzeitig, dass sie mich nicht hinhalten möchte. Sie hat mich vorgestern darauf aufmerksam gemacht, dass sie mich liebt gewonnen hat und bat mir mehr Zeit um darüber nachzudenken. In ihr sei im Moment ein Gefühls-chaos. Nun steh`ich da, und weiss nicht so recht. Ich kann den Stellenwert des anderen Manns nicht mehr einschätzen. Eine Unsicherheit macht sich in mir breit. Jedoch spüre ich, dass sie ernst meint. Nicht umsonst höre ich seit bald 3 Wochen jeden Tag mehrmals von ihr – und immer mehr. Ich weiss im Moment nicht, wie ich mich verhalten soll, als zu warten. Das in Kürze.
    Soviel zu einem 26jährigen asiatischen Architekturstudent (26) aus der Hauptstadt Bern :-)

    mit freundlichen grüssen
    yinh

  • engl:
    22. März 2005 - 9:40

    @ georg
    scheiß auf die leute klingt gut, hat was, im ansatz zumindest. aber im endeffekt greift es mir zu kurz. auch wenn ich mich nicht von ‘den leuten’ abhängig machen will.
    @ yinh
    tatsächlich ist das hier ein eigenartiger ort für solcherlei angelegenheiten. aber schöne grüße in die schweiz. (bern ist ganz schön bieder, hab ich mir sagen lassen.)
    @ mequito
    ich beschwere mich nicht über mangelnde leserschaft, nicht daß das so rüberkommt. ich finde es nur manchmal schwer, den rechten ort zu finden. oder die innere haltung vielleicht. und eines ist klar: wichtig ist, daß es diese möglichkeit gibt. daß sie genutzt wird, egal wie. da soll jedeR wie es will. ;-)
    und ich finde es allemal besser als betrinken.