am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

vom wert der arbeit

nichts wert heute, nur acht stunden montägliche arbeitsschicht plus zwei stunden an- und abfahrt gelebt. danach war die luft raus, und ich zu nichts mehr zu gebrauchen. kein schreiben, nicht einmal dringend anstehende emails. einfach nichts.

code aufräumen, die ganze zeit. backslashes und geschweifte klammern sortieren, unnütze leeräume suchen und überhaupt: eine lesbare grundstruktur schaffen. endlich, nach über zwei jahren, meine eigene code-handschrift manifestieren.

das ist wichtig, das ist schließlich auch sprache. letztendlich.

in einem gewissen rahmen macht das also spaß. weil einerseits aufmerksamkeit angesagt ist, damit die stingenz nicht verloren geht. dann wieder kann man dabei denken, was man will. denn vieles ist wiederholung.

spaß also, aber heute irgendwie nicht. mein hirn rattert immer noch durch chaos und schwebt in mustern. beides ist bis jetzt, bis kurz vor mitternacht kaum zu bewältigen oder auch nur beruhigen.

und ich bin nicht einmal halbwegs fertig. wortwörtlich, nicht einmal die hälfte, seit letzter woche.

was soll ich sagen? das ist eine so andere arbeit als das schreiben. doch es zahlt mir die miete und noch vieles mehr. mein ganzes leben im grunde. seltsam. wo es doch das schreiben ist, das mein leben trägt.

es gäbe mich nicht. schon lange nicht. mehr.

bonding (44)


ich arbeite, ich schreibe in gleichbleibendem tempo und ohne qualitätsverlust, wie mir scheint. trotz schmerz und erschöpfung. es ist schließlich (fast) das einzige, was mich belebt. was mich zufriedenstellt und alles andere vergessen lässt. außer gutes essen natürlich, in guter gesellschaft. und ein bisschen was bauen, auch für andere.

im text gehe ich aktuell dem sträflich vernachlässigten gegenwartsstrang nach. nicht so sehr dem alltagsgeschehen, das steht durchaus ganz gut. doch die hintergrundstory braucht dringend aufmerksamkeit, schon seit wochen. jetzt oder nie, so der stand der dinge.

tatsächlich. das verdeutlicht sich schon allein dadurch, dass ich den komplex von anfang an durchgehen musste. allein um zu begreifen, wo das hinführen soll. selbst das war mir nicht so recht klar. also zunächst einmal überall kleinere oder größere änderungen vorgenommen, auf gut glück ein wenig klarheit geschaffen. von vorne bis hinten, über fast 200 seiten.

so vernachlässigt und unsauber ist diese eher feine linie, die mitnichten viel raum einnehmen wird. zumindest nicht vom volumen her betrachtet. sie muss einfach nur bekannt sein. es handelt sich also ein diffiziles gebäude, das solide gebaut sein will. das heißt: erzählt!

bislang völlig unzulänglich. doch ein anfang ist nun gemacht. ein guter anfang.

der körper ist ein arschloch

so oder so ähnlich drückt ANderS sich aus, wen sie selbst mit dem ihren hadert. ich bin dann immer ein wenig erschrocken, bislang zumindest. nie käme ich auf die idee, mich derart massiv zu beschweren, weil er mal ein wenig husten und schniefen mag, der blöde körper. das geht vorbei, immerhin.

in diesem jahr, spätestens seit der gürtelrose, sehe ich das selbst ein wenig anders. bis dahin war alles so einigermaßen im lot, altersentsprechend ein wenig brüchig, mehr nicht. mit dem einem einzigen ausreißer autoimmunverwirrter natur, der sich aber über jahre am riemen zu reißen wusste. und weitgehend stillschwieg.

seit zirka vier wochen weiß ich nun nicht mehr, wo mir der kopf steht. ist das nun das rheuma? oder eine erstverschlimmerung aufgrund der massiven physioterapie? also sowas wie muskelkater, in kombination sehnendehnung und nervenreizung? geistert ein wildgewordens herpesvirus da immer noch in mir herum und lässt mich nacht für nacht nicht schlafen vor schmerzen? oder habe ich am ende nur einen fehler gemacht, als ich das bett mithilfe eines federnden lattenrostes umgebaut habe?

glaubt man an eine verbindung zwischen körper und geist, kommen noch andere faktoren ins spiel. der häßliche streit am neujahrstag, mit zunächst nicht absehbaren folgen. (ein vorgehen, das sich nur langsam wieder löst.) der plötzlich sich abzeichnende berufliche erfolg kurz darauf, den ich noch immer nicht so recht begriffen habe. (ist auch ein solches glück womöglich körperverwerfend?) und der roman nicht zuletzt. der text, der sich in den letzten wochen meiner biografie zugeneigt hat. durchaus beabsichtigt, aber deshalb nicht weniger gewagt. (die körperlichkeit des schreibens immerhin sind mir zutiefst vertraut und steht gänzlich außer zweifel.) auch das noch, auch das.

und was wohl sonst, das sich mir aktuell noch gar nicht erschließt. am donnestag, unmittelbar nach dem schreibtreffen, bin ich augenblicklich in eine derartig bleierne müdigkeit verfallen, wie ich sie lange nicht erlebt habe. eigentlich seit migränetagen nicht.

doch rechtfertigt all das eine derartige schmerzentgleisung? eine solche körperverwirrung? ist es das wert?

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