am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

verplant

das mit dem baumarbeiten war eine grobe fehlannahme, vor allem die vorstellung, dass eventuell eine baumfällung in der gegend hier anstünde. stattdessen gab es heute das straßenfest, das die moschee zwei häuser weiter in jedem jahr veranstaltet. dafür waren die schilder. normalerweise findet dieses fest zum ende des ramadan statt, ein zuckerfestkinderfest sozusagen. ich dachte, ich hätte es verpasst, weil ich zu der zeit in katalonien war.

das war ein lärm, den ganzen tag, bis gegen sechs. kreischende kinder, lautsprecherdurchsagen, live musik mit trommeln und kreistanz. kuam maustzuhalten, unmittelbar dort zu wohnen. aber auch schön, die vielen leute, die ihre kinder zu den hüpfburgen und karussells bringen. die an langen tischen essen und trinken, bei diesem wetter. eine gute entscheidung, es in diesem jahr zu verschieben.

so saß ich also bei der arbeit, zwischendrin gab es einen kurzen sprint zum supermarkt und zur physio. die dabei durchaus herfahrende erleichterung in der in katalonien lädierten rechten schulter habe ich ein paar stunden zunichte gemacht, indem ich auch die grandiose idee kam, die kammer aufzuräumen. jetzt, ausgerechnet und unbedingt.

geplant war das ja, irgendwann mal, bald. durch die jahre der renovierung und den ausgedehnten möbelbauarbeiten hat sich die größere meiner beiden wohnkammern mehr und mehr mit undefiniertem schrott bevölkert. sie hat eine tür, wie eine zimmertür, da habe ich des öfteren drücken und schieben müssen in letzter zeit. aber heute war das eigentlich nicht geplant. schließlich muss ich erst noch ein paar bretter besorgen, weil die alten spanplatten nicht mehr so recht taugen. und auch die stützbretter sind sicherlich allesamt neu und sicher zu befestigen.

dennoch wollte ich auf einmal aussortieren: was kann in den keller, was in den müll, immer diese entscheidungen. die kammer beherbergt neben dem werkstattkram auch meine schuhe, das motorrad- und fahrradzeug. das ist wichtig, doch das hat angefangen im weg zu sein. das geht ja gar nicht.

de facto habe ich erstmal nur den unteren bereich gemacht, und schon musste ich neu schrauben und bohren, damit alles weiter hält. das war überraschend anstrengend, musst aber sein. und einen ziemlichen müllberg habe ich anschließen nach unten in die tonne getragen, das war auch gut. dazu die neuen ideen für eine bessere werkzeugverteilung, denn das kommt natürlich nicht in den keller, der ein bisschen feucht, auf jeden fall aber muffig ist. diese ideen, das ist fast wie beim schreiben, alles gut. wirklich gut.

nur dass ich jetzt knie habe, wie schon lange nicht mehr. das ist blöd.

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