gestern war ein schöner, reibungsloser tag. alle fetten listenpunkte an einem tag erledigt, ein friseur- und ein arztbesuch, auf dem weg dazwischen ein paar eher umständliche einkäufe geschafft. das lag tatsächlich zufällig auf dem weg. nach dem ersten arzt gleich noch zum zweiten, unplanmäßig, dennoch die neue behandlungsverordnung ergattert. dabei von der bissigsten aller arzthelferinnen angeblafft worden, aber den grund nicht verstanden. ich hätte raten können, war mir dann aber auch egal. wie ausgesprochen ungewöhnlich für mich. als letztes das motorrad zum ölwechsel gefahren, das stand ja nun auch schon seit mehreren wochen auf der liste. aber vorher noch schnell zum automaten, der schrauber macht’s nur bar.
essen war ich auch, ging nicht anders. das mache ich ja eher selten, mittags zu mittag essen. aber diesmal gab es gegen 15 uhr ein asiatisches mittagstischangebot. so lala, aber schon okay.
das war gestern, heute gab es zur belohnung ausschlafen. einziger termin: irgendwann den neuen personalausweis abholen. 10 minuten um die ecke, drei personen vor mir, alles easy, kaum zu glauben. ist das die berliner verwaltung? kann das sein?
reisepass und führerschein sind noch nicht fertig, aber mit dem perso kann ich die letzten nötigen anpassungen vornehmen lassen. krankenkasse, rentenversicherung, finanzamt und eventuell die bankverbindungen namensaktualisieren lassen. sicher ist sicher. ob ich mich auch um fahrzeugpapiere und versicherungen kümmern werde, weiß ich gerade noch nicht. ist vermutlich nicht wirklich nötig, schon gar nicht dringend. im grunde ist mein namenskern ja unangetastet, deshalb kommt das mit den offiziellen dokumenten auch jetzt erst, nach einem jahr. weil ich es mir erlauben kann.
dennoch: jetzt fühlt es sich richtig offiziell an.
den rest des tages war freies schwingen angesagt, oder dümpeln, wie ich gerne sage. das ist mal nichts und dann wieder viel tun. die kammer ist inzwischen fertig entrümpelt und aufgeräumt. im keller sind vor allem die malersachen gelandet, weil ich zimmer streichen so selten und vor allem so ungern tue. und ein ziemlicher haufen, verdreckte lappen, hart gewordene pinsel, reste von pvc, anderem plastik, holz und metall usw. ist im müll gelandet.
auch das alte reißbrett meines vaters. ein großes holzbrett mit einem langen braunen plastiklineal, vermutlich aus den frühen 60ern. damit wird er die meisterschule absolviert haben, ohne jemals meister zu werden. und ich habe es später im innenarchitekturstudium genutzt, weil ich etwas anderes nicht zur verfügung hatte. die aufkommenden CADs damals konnte ich mir schon gar nicht leisten, das wars dann mit der innenarchitektur. aber ich wollte ja sowieso nur schreiben.
das reißbrett. erst habe ich es in plastik gewickelt und in den keller gestellt. dabei habe ich mir bereits gedacht, dass ich es da nicht lange bleiben würde. zwei, drei wochen, so dachte ich. vielleicht einen monat.
drei stunden später bin ich nochmal runter und habe es geholt und in die tonne geworfen. mein herz war irritiert, aber.
das lange lineal habe ich behalten.