zurück in berlin, gefühlt nach einem monat, obwohl ich zwischen wien und plessa ja über eine woche schon wieder in berlin war. aber jetzt erst gilt es, jetzt bleibe ich hier. vermutlich für den rest des jahres und darüber hinaus. im oktober – hoffentlich – will ich das wohnbüro renovieren (z. t. lassen?), dafür werde ich meinen resturlaub brauchen. dringend brauchen.
einstweilen habe ich endlich angefangen, die kammer zu richten. mit dem „neu“ entdeckten keller habe ich ja bereits die eine oder andere um- und aufräumaktion bewältigt, inklusive einer billigen regalerweiterung in eben jedem. jetzt gilt es die maroden spanplattenregalkonstruktion in der kammer, vor über zwanzig jahren gebaut und längstens bis zur beängstigung durchgebogen, ein update zukommen zu lassen. die bretter, leimholzfichte diesmal, hatte ich vorausschauend bereits in der zwischenurlaubswoche besorgt.
es ist ein wenig seltsam, in genau dem raum zu arbeiten, wo üblicherweise all das lagert, das ich zum bauen brauche. das steht jetzt überall in der wohnung herum. ja, es ist eine menge, ich bin ziemlich gut darin, viel zeug auf wenig raum zu verstauen. das liegt an meiner angeborenen (oder anerzogenen?) ordungsliebe, die dinge verbleiben weitgehend, wo sie hingehören. nur jetzt laufe ich immer wieder mal von einem zimmer ins andere und suche. die stichsäge, die schiene für die kreissäge, die dübel.
aber es wird, und es geht recht schnell. über die hälfte der neuen bretter sitzen bereits an ihrem platz, mischen sich mit ein paar der alten bretter, die ja eher spanplattenstücke sind. aber die kurzen, auf denen nur schuhe stehen, können bleiben- außerdem nutze ich auch ein paar der alten ikea-ivar-regalbretter, die passen hervorragend. ich wünschte, ich hätte alle behalten, aber da hatte ich den keller noch nicht schön. ich habe sicher sechs oder sieben weggeworfen, was für eine verschwendung.
aber egal. nur der körper, der will nicht so recht. er hat zahnschmerzen, seit die zahnärztin am montag nachmittag gebohrt hat. sie hat davon geredet, dass es so sein könnte, ich habe ihr aber nicht recht glauben wollen. sonst ist das auch nie so, nach den reparaturarbeiten ist immer gleich alles gut. nun ja, die welt dreht sich. alles ändert sich, und ich werde alt. länger als vier oder fünf stunden kann ich gerade auch nicht bohren und sägen und schleppen und schrauben.
am frühen abend war deshalb kino angesagt. der bachmannfilm mit der hüller. wie absolut wunderbar, dass es so etwas noch gibt. dass solche filme überhaupt gemacht werden, dass jemand dafür zahlt, draufzahlt womöglich, dass die erfahrung der herstellung (in diesem fall ganz besonders) zu meiner erfahrung werden kann. (für die zukunft sehe ich da ja gerade ein bisschen schwarz, tiefschwarz. ich hoffe, das legt sich wieder.)
am ende sitze ich bis zuletzt da, wie immer im kino, bemühe mich all die namen im abspann zu lesen. und diesmal lohnt es sich, oh himmel, da steht ein name, den ich gut kenne. sogar speziell im zusammenhang mit diesem film, eine der bachmann-übersetzerinnen ins englische kenne ich. genau aus der zeit, in der sie diese übersetzungen angefertigt hat, oder zumindest damit angefangen. damals in wuppertal, das ist sicher dreißig jahre her. mein körper jubelt ein bisschen. es gibt längst keinen kontakt mehr, ich war auch immer so ganz anders als sie, nicht wirklich kompatibel. doch ich hatte lange eine trommel, die sie gebaut hat. und damals gab es eine undine-bachmann-trommel-live-performance, wenn ich mich recht erinnere. auf jeden fall war ich da, bei jutta im bücherladen. den gibt es nun nicht mehr, lese ich gerade. (einer von diesen zausel-buchläden, fällt mir dazu ein, denen man offensichtlich die so wichtige, nötige unterstützung streichen kann und muss. wie gruselig ist diese welt!)