
letztendlich war es hilfreich, einmal so ein exposé zu erstellen. das muss ich sagen. ich habe einiges gelernt, auch wenn diese textform mir nach wie vor wie die hölle vorkommt.
das wichtigste: so ein exposé beinhaltet am ende wenig, das ich nicht sowieso zu tun hätte. plotten vor allem. also exakt das, von dem ich immer behauptet habe, ich täte es nicht. dabei war mir lediglich nicht klar, was das eigentlich ist. schön blöd.
an einem exposé ist also die einzige schwierigkeit, all das, was ich sonst so tue, hinschreiben zu müssen. im zweifel auch noch, bevor ich es tue. das allerdings ist so gut wie unmöglich.
auch das ist nichts neues, die unmöglichkeit des schreibens. ein wunder, dass es dennoch gelegentlich gelingt. mir zumindest, aber auch vielen anderen, wie man liest.
absatz, schluss mit dem exposé. obwohl ich natürlich immer noch daran arbeite. doch parallel dazu kommt nun auch der text.
es ist anders, alles ganz anders als sonst. ich beginne nicht bei den figuren, bei den menschen. stattdessen erzähle ich das thema. und die menschen erscheinen wie nebenbei, wie sonst die sprache auftaucht. neben mir, in mir, aus mir. darüber hinaus wird es ein gerader text, wie eine linie, die nach vorne sticht. auch das ist anders. normalerweise schwinge ich, stolpere, mit absicht oder zufällig, finde mich nur aus versehen zurecht.
einer klaren linie zu folgen ist seltsam, dennoch habe ich heute die ersten drei seiten geschrieben. ich habe die menschen belebt, mit deren hilfe ich, die ich sie eben erst erfunden habe, über armut, geld und verachtung sprechen will. was für ein unsinn, möchte ich meinen. das kann gar nicht gelingen.
es macht mir angst, eine neue form von schreibangst vielleicht. weil nicht weiß, ob ich diese neue form kann, die nicht nur empathie von mir verlangt, das ist mir schließlich vertraut, sondern darüber hinaus das absurde, wie auch die grobe überzeichnung. da gibt es andere, die das lange schon besser konnten. warum jetzt noch ich?