am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

heute, morgen

gegen neun aufgewacht und dann doch spät, richtig spät aufgestanden. jetzt kaffee und kopfschmerzen. draußen sind zwölf grad, sagt mein telefon. es ist februar, gerade eben erst.

ich kenne diese welt nicht. ob ich sie morgen wiedererkenne. und mich selbst, darin.

bonding (88)

update: kapitel einundzwanzig ist durch. bis auf ein paar feinheiten, vermutlich, die am donnerstag in der gruppe zutage treten werden. ganz ohne zweifel.

das ging fix, im vergleich zu den vorherigen beiden mammutkapiteln. oder waren es die letzten drei? oder vier? das weiß ich gerade nicht, aber diesmal liege ich nur ein paar seiten über plan. und bin nicht derart über das ziel hinaus, dass ich gleich doppelt so viel vorzuweisen habe.

so viel text, das lag in meiner absicht. nicht für die letzten kapitel, aber auch nicht für das gesamtmanuskript. keinesfalls. ich habe das material unterschätzt. und tue es immer noch. geplant sind zwei weitere kapitel, zusammen so an die fünfunddreißig bis vierzig seiten. da bin ich mal gespannt, ob das klappt.

denn nichts liegt jetzt noch an mir, obwohl alles in mir liegt. vorformuliert und abholbereit. hoffentlich. doch vor allem anderen lebt es in der geschichte, zum glück.

das mal zur orientierung. für mich vor allem.

nicht unerhebliche rückenschmerzen, alle zwei oder drei tage. morgens geht es einigermaßen, doch im laufe des tages wird es schwer. nicht so schwer, dass ich mit medikamenten darauf hätte schießen müssen. bislang nicht. dennoch ist es unangenehm. es drückt mich nieder, raubt mir kraft und konzentration. das ist nicht gut.

das kriecht mir aus dem kopf, dem kiefer, der spannung. der anspannung im nacken, im kreuz, im leben.

die datenschutzberaterin (DSGVO – das muss ich ja doch irgendwann lernen!) habe ich dennoch aufgesucht, kriechend und humpelnd. (war ich nicht gestern noch tango tanzen, mit eben diesem körper?) aber ich hatte ja einen fixen termin, wenn auch keine lust dazu.

und es war gut, dort gewesen zu sein. ausgesprochen informativ und aufschlussreich. ich habe mehr zu tun, als ich dachte. einerseits. es scheint aber nicht allzu schwer zu sein, nur aufwändig. doch es gibt tips und tricks und generatoren.

es wird also werden, irgendwann. nach ostern, nach dem manuskipt. aber dann muss es.

ganz nebenbei: in diesem zustand von schmerz und unbeweglichkeit, in dem mir unendlich alt vorkam, wurde ich tatsächlich auf vierzig geschätzt. kaum zu glauben eigentlich. etwa zehn jahre weniger, das kenne ich ja. das verstehe ich auch. das weiß ich, dazu stehe ich. früher waren es auch mal mehr, bis zu zwölf. aber das ist eine weile her. das kann nicht, das geht nicht. unmöglich.

jetzt also fast siebzehn. das ist ist unrealistisch. also wirklich.

ich gehe nach hause und schaue mich im spiegel an. meine haut vor allem, an der es liegen soll. so wurde mir gesagt. tatsächlich habe ich wenig falten bislang. ein feines netz, wenn man genau hinsieht. mehr nicht, aber das immerhin. zum glück, denn ich liebe falten. immer wollte ich falten, schon als kind habe ich dafür geübt. auch vor dem spiegel.

ps: gut, vielleicht sollte ich dennoch irgendwann mal bald mit ein bisschen hautpflege beginnen. hab ich ja bis jetzt noch nie. dann mache ich in weiteren zehn jahren vielleicht zwanzig jahre wett. wer weiß? (besonders schön wäre natürlich, ich könnte dann auch noch laufen wie zwanzig jahre jünger.)

derzeit

eine rasante woche war das, inklusive wochenende. und das wenigste davon war schreiben, vieles allerdings irgendwo im umfeld. besonders das barcamp-wochenende zum thema schreibkursleitung. diese sparte meiner kompetenz will ja absehbar belebt sein, und dafür ist ein wenig vorbereitung und pflege durchaus angesagt.

war gut.

die nächste woche wird noch enger. da ist nahtlos arbeiten, ein bisschen möbelrestauration, tango, schreibgruppe, handwerker in der bude und datenschutzberatung angesagt, bis einschließlich freitag geht das. und es fehlen im grunde noch friseur (seit langem schon dringend!) und andere (nicht weniger dringend!) besorgungen.

danach dann wieder schreiben, denke ich. hoffe ich.

dieses leben ist ein wahnsinn, derzeit. ich komme kaum mit, bin aber ohnehin fast ausschließlich in meinem roman beheimatet. so geht es natürlich nicht, auf dauer. so geht es noch nicht einmal im alltag. trotzdem.

so ist es.

bondage (87)

mit vollgas in kapitel einundzwanzig eingefahren, seit donnerstag nachmittag. und heute fast schon hinten wieder raus.

noch nicht ganz, ein bisschen was fehlt noch. zwei seiten vielleicht, und weitere vier oder fünf müssen noch einmal durchgegangen werden. danach kommt dann nur noch der binnengeschichtenteil, über den kann ich nichts weiter sagen bislang. den weiß ich einfach noch nicht. sorgen macht mir aber auch das nicht mehr, dafür habe ich das alles zwischen den jahren seite für seite durchgeackert. es sollte also funktionieren, ohne große probleme.

das schreiben fällt mir gerade deutlich leichter als im letzten kapitel. zum glück, es fließt nahezu, dass es eine freude ist. die konstruktion dagegen zickt ein wenig, an einer stelle vor allem. das ist natürlich genau die stelle, die noch nicht geschrieben ist. wie könnte es anders sein.

ingesamt aber bin ich zufrieden, mehr als das. etwa siebzehn von zwanzig geplanten seiten stehen schon ganz gut da. stabil und sortiert. am ende werden es nicht mehr als fünfundzwanzig seiten sein. und nicht beinah doppelt so viel, an die vierzig, wie bei den beiden letzten kapiteln. das ist auch gut.

warum ich immer wieder seiten zähle? keine ahnung, besonders sinnvoll scheint es auf anhieb nicht. auch mir selbst nicht, denn am ende stimmt es nie. wozu also?

ich denke, es hilft, diese richtschnur zu haben. es hilft, eine gewichtung vorzunehemen. irgendwie, ich weiß auch nicht wie. und es hilft, durch die zeit zu kommen. die viele zeit, die so ein buch verschlingt. die man nicht überblicken und deshalb auch nicht strukturieren kann. mir hilft da das sinnlose zählen von seiten. es gibt schlimmeres, denke ich.

morgen beginnt die neue arbeitswoche. bis mittwoch geht es nicht weiter, da gehen nur fleißarbeiten. nebenbeizeug, das erledigt werden muss, übersetzungen und andere basteleien. und am kommenden wochenende findet jetzt wohl doch das barcamp statt, auf das ich nicht mehr wirklich gebaut habe. bleiben also nur donnerstag und freitag. hoffentlich.

bis dann.

schreibzeit (35)

auch zu hause ist schreibzeit. alles scheint schreibzeit ab jetzt, es gibt kaum noch etwas anderes. ein bisschen tango, ein bisschen bauen. aber nicht wirklich, auch dafür bleibt keine zeit und kein nerv. gestern habe ich mich erst vermessen, dann versägt und es anschließend fast nicht gemerkt.

nicht gut. ich will weiter, ich will fertig. dann erst kommt das bauen. obwohl hier und da ein halbfertig umgetextes stück möbel nervt. also mal sehen.

im schreiben geht es mir gut. so gut, dass ich mich ein wenig auch fürchte, wenn es dann vorbei sein wird. das schreiben, fürs erste. das ist bald schon, nur ein paar woche noch. mehr nicht.

das wiederspricht sich, alles. oder auch nicht. ich weiß nicht. das ist die logik des schreibens.

bondage (86)

durch mit kapitel zwanzig: uff!

also weiter, keine pause, bloß nicht ab- oder gar aussteigen.

die einundzwanzig scheint mir auf anhieb um so vieles leichter, drei seiten heute abend und zwei stehen eh schon grob da, weil ich sie vor einiger zeit bereits aus der zwanzig rausgeschnitten hatte. das konzept steht auch, so in etwa jedenfalls. nur die reihenfolge ist noch nicht ganz klar, das macht aber rein gar nichts. außerdem sind zwei seiten im ersten drittel des manuskripts überarbeitet, passend gemacht zu dem, was jetzt kommt. somit ist alles parat.

viel ist es zum glück nicht. wenigstens gibt es keine neuen figuren, auch keine umfassenden, neuen szenen. nur fetzen davon, im großen und ganzen ist es ein zeitrafferkapitel. etwas mehr als zwei jahre, bis fast ins jetzt. das wird gehen. ich meine, geht ja schon.

schwierig wird vor allem die jetzt-passage, die weiterführung der binnengeschichte. das weiß ich jetzt schon. da hab ich bislang nicht die geringste vorstellung, wo das landen könnte. wird. oder soll?

kann man mir folgen? nein? ach, was solls. so sind wir, schreibidioten.

space

nach zwei nächten heizungsterror ist es jetzt still in der wohnung. alles wieder gut, selbst das normale heizkörperrauschen bei bestimmten thermostatstellungen scheint leiser geworden zu sein. ich hoffe sehr, dass es so bleibt.

wirkliche stille gibt es hier natürlich nicht, hier ist berlin. allein die vielen menschen in der nähe, selbst wenn es nacht ist und die meisten tatsächlich still. aktuell sind im haus gegenüber noch sieben fenster erleuchtet. und ein tannenbaum, wenn ich das richtig sehe. in postdam hatte ich eine einzige wohnung gegenüber, die allerdings viel näher. das kann auf dauer auch danebengehen, ich weiß. vor allem, wenn es nicht passt.

aber diese stille. mir fehlt die stille dort und das alleinsein. als wäre mehr platz um mich, mehr raum für konzentration. weil es weniger menschen gibt?

nein, wohl eher, weil ich dort nicht lebe, weil dort kein alltag ist. keine freelanceübersetzungen, keine arbeitswege, keine tangostunden, keine arztbesuche. alles das.

ich weiß nicht was ist und wo ich bin, ich bin zwischen allem. derzeit, mehr denn je.

vibes

irgendwie vibriert alles in diesem jahr. schon im letzten, am 31. dezember, fing es an. da rappelte auf einmal meine zahnbürste von allein los und stürzte sich kurz darauf ungewohnt ungehalten von der reeling. seitdem verhält sie sich nachhaltig eigenartig. alle reparaturversuche scheiterten bislang, allerdings habe ich mich bislang noch nicht getraut, das ding zu öffnen. eine anschauliche anleitung dazu habe ich durchaus gefunden. allein mir fehlt die traute.

nebenan wird auf einmal gitarre geübt. oder ein anderes saiteninstrument, dass man zupft. vielleicht ein weihnachtsgeschenk. das ist irgendwie schön und auch nervig, weil man beim üben ja immer wieder dasselbe übt. und seltsam ist es auch, weil es das einzige ist, was ich jemals von dort gehört habe. abgesehen von der bohrmaschine, aber gut.

jetzt ist es kurz vor zwölf und ein eigenartiges brummen geht durchs gesamte haus. eigentlich schon seit stunden in wechselnder ausführung. mal von einem hochfrequenten pochen begleitet, dass man meinen könnte, es wäre eine entfernt schleudernde waschmaschine. nur schleudert ja keine solche maschine derart ununterbrochen lange. oder vielleicht doch? dann wieder ist es ganz ein leises und eindrückliches brummen, nur knapp über der menschlichen wahrnehmungsschwelle. sodass ich an meinen ohren zweifle und denke, dass sie mir etwas vorgaukeln.

tun sie aber nicht. es brummt. es nervt. ich glaube nicht, dass mich das so einfach schlafen lässt.

ich denke, es ist die heizung. wenn ich das ohr an einen der heizkörper lege, meine ich dort die ursache zu erkennen. mit ziemlicher sicherheit. die dann aber doch auf keinen fall in meiner wohnung zu verorten ist, denn wenn ich die wohnungstür öffne und ins treppenhaus hinauslausche, ist es erst so richtig laut. wie in einem schiff. als würde irgendwo da unten eine riesige maschine stampfen.

ich hätte mich früher kümmern sollen. jetzt ist es nach zwölf, und sonst ist im haus alles ruhig.

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