sieger und verlierer.* (fünf flammen)
* ich spiele nicht mit.
nach der arbeit nach hause kommen und noch dieses und jenes erledigen. müssen. dringendes mitunter, doch ich schaffe kaum die hälfte. der rest geht vergessen, verloren. vielleicht sollte ich mal auf die liste schauen. es gibt eine liste, das weiß ich genau.
ich weiß auch nicht. ich kann nur hoffen, dass alles irgendwie passt. am ende.

gestern ein wenig angegeben. heute dafür bezahlt und nur wenig geschafft und fast gar nichts gezaubert. aber gelogen war das nicht, dann eben später. zaubern muss sein, irgendwann.
also das gerüst überarbeitet, mit gesprochener sprache und leben unterfüttert. es wird, ganz ohne frage. es entwickelt sich gut. aber es wird und wächst langsam. und es ist natürlich mehr, viel mehr zu sagen, zu schreiben, als ich mir das so dachte. im vorfeld, bei der erarbeitung der kapitelstruktur. bis ganz zum ende habe ich mich gewagt, du liebe zeit. und jetzt muss ich da durch.
na gut, ich bin einverstanden.
der schönste balkon in ganz berlin ist nahezu perfekt in diesem jahr. alle möbel gebaut oder aufbereitet, wie geplant. neue, coole beleuchtung angebracht, natürlich auch selbst gebaut. die bepflanzung endlich ausreichend reduziert, und gerade deshalb ist sie schier vollkommen.
der sommer kann losgehen. mein sommer, ganz für mich.

die gestrige aufbereitung des alten lehnstuhls (nicht im bild) war anstrengender als gedacht und hat mich schnell wieder an meine derzeit eng gesetzten körperlichen grenzen geschoben. und darüber hinaus, was ich am abend schon bereuen musste. alles, egal was, tut man letztendlich aus der wirbelsäule heraus, dort wohnt die kraft. auch in der halswirbelsäule.
aber es geht besser als letzte woche, als das bett dran war, diese höllische latexmatratze. (beinah hätte ich LaTeX geschrieben. ; ) die schultern frei genug, um schnell noch das tomatengerüst auszubessern, auch kopfüber. wer hätte das gedacht. nur die hüften und knie meckern noch, wegen des ausgiebigen vornübergebeugten schleifens, streichens und wischens vermutlich.

wenig habe ich bemerkt von der zeit, die vergangen ist, seit ich aus der letzten schreibzeit zurück bin. über drei wochen ohne schreiben, in schock und in schmerz gefangen. ausweglos.
gut, wenn es schon keinen weg mehr gibt, dann gibt es eben das schreiben. als letztes, als nichts, das gibt es immer. auch das macht mich zu einer der besten. dass ich mich jetzt doch daran mache, das anstehende kapitel zu schreiben, das das beziehungskapitel ist. was auch sonst!?
oh wunder, oh zufall.
und natürlich wird es gut. weil ich es über den riss ziehen werde, der sich mal verzweifelt und mal wütend tief in mich eingräbt. so soll es sein.
entlang der detaillierten kapitelnotizen gearbeitet und damit so gut wie durch. fast alle punkte sind abgehakt, somit steht das gerüst, immerhin. ein gutes gerüst, aber das ist es nicht. das kann es nicht sein. morgen werde ich also zaubern und leben hauchen, mich damit auch selbst wieder beleben. mit den verbleibenden zwei oder drei punkten auf der liste. und mit mehr noch, viel mehr. es braucht so viel mehr. immer
es braucht das, was ich jetzt noch nicht weiß. nicht wissen kann.
nach dem frühstück wandere ich mit der schwarzen glasplatte unter dem arm ein wenig durch neukölln. man kann von der weserstraße aus durch mehrere verwinkelte hinterhöfe bis in die ossastraße laufen, dort ist die glaserei. auf dem weg befinden sich etliche werkstätten, viel baugewerbe, schleifereien und schweißereien, alles metall. kein holz, leider. dazu viel industriebauten, hinterhoffabriken mit großen, fassadenweiten fenstern. in jeder einzelnen möchte ich wohnen, mit den werkstattsounds unten, trotz metallgewerbe. besser als das nächtliche menschengebrüll hier ist es allemal. und nachts sicher superstill.
danach zur bank. die frau, die vor mir geht, telefoniert engagiert. nein, sagt sie und bleibt so abrupt stehen, dass ich um sie herum einen haken schlagen muss. das kannst du so nicht sagen, sagt sie empört, als ich auf einer höhe mit ihr bin. dass ich mich optimistisch anhöre. mehr kriege ich nicht mit, ich bemühe mich, schnell weiterzukommen. so kann man natürlich auch reden, denken und leben, denke ich. wenn man unbedingt will.
wieder nach hause, emails schreiben, übersetzungen einpflegen, rechnungen mahnen und mit dem balkon anfangen. die letzten paar bretter dunkel wachsen und den lehnstuhl. dann ist der balkon auch mal fertig.
gestern bei der physio. ich traue mich endlich und frage die frau, ob das denn jetzt für immer so bleibt. ob das eine lähmung ist oder so etwas. sie verneint vehement, widerspricht allen meinen mutmaßungen. das braucht nur zeit, meint sie, aber eben mehr als üblich. und das mit den schultern kommt ihr komisch vor, doch das sei etwas muskuläres. eindeutig.
heute gegen mittag bei der osteopathin. eine stunde auf dem rücken liegen, die augen zu und sehen, wie der schmerz wächst, tief aus meinen urgründen. seitdem totmüde, obwohl ich schon zwei stunden geschlafen habe. heilung ist anstrengend, aber das alles ist wohl gar keine. es ist ein umbau und ein wiederaufbau, mit ein wenig glück.
eine dekonstruktion also. das ist noch anstrengender.
alle termine gestrichen. mehr kann ich nicht.
nachts in eine art alptraumschleife geraten, in der ich mich beständig bemühte, die bilder der exfrau aus den tiefen meines codes zu entfernen. im grunde textarbeit, schlichte umschreiberei. im leben allerdings ein aussichtsloses unterfangen, dass ich durch ständiges drehen und wenden zu bewältigen versuchte. halbwach und halbbewusst, aber durch und durch verzweifelt.
nicht besonders erholsam. dennoch scheint sich der körper nach der bettbautortur usw. langsam erholt zu haben. nachdem ich zwei tage lag kaum eine jacke anziehen, keine flasche öffnen und die schwere eisentür im blutlabor nur mit dem oberkörper aufstemmen konnte, wobei ich dann die stufe übersah, stolperte und der frau dort fast auf den tresen fiel, stehe ich heute mit ziemlich freiem kopf da, zwei einigermaßen tauglichen händen und ausreichend beweglichen schultern. zumindest solange ich nicht versuche, etwas über den kopf zu heben, das schwerer ist als eine jacke z. b.

draußen sieht es schön aus, aber es ist kalt. fühlt sich ein wenig an wie ein seltsamer winter, in dem dann hoffentlich bald alles erstirbt. und ich sehe dabei zu. ich bin wach und offen, ich bin gelassen. ich bin, was ich immer schon war. ich sehe hin.
durchgeschlafen bis kurz vor acht, das war lange nicht. schmerzfrei ist anders, aber ich kann ja inzwischen auch in schmerzhaft schlafen. so ein bisschen zumindest, so schlafähnlich, immerhin. störend ist akut vor allem die erkältung, die ich tagsüber kaum merke. also im grunde vergesse, dass sie überhaupt da ist, es sei denn ich huste kurz mal auf. so klang das lange nicht. nachts verklebt der atemrotz mir die luft.
jetzt bin ich müde, noch vor zehn. und ich werde dem folgen. nicht mehr viel los mit mir, soviel steht fest.