am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

gegen mittag kommt der neue lattenrost, zweiteilig, also auf zwei personen ausgerichtet. als alles zusammengebaut ist, verstehe ich endlich, was an dem bettumbau noch fehlt: beine für die mittelstütze. zwei oder drei, mal sehen. dann ist die mittelkuhle weg, vermutlich auch das quietschen.

alles bereit. alles zu spät.

auf dem weg zur re:publica realisiere ich dann das rotzröcheln, das sich am morgen schon im hals bemerkbar gemacht hat. dann also mal krank, was solls. mehr weiß ich nicht.

gegen mittag fahre ich zur re:publica, ausgerechnet. da ist gerade der bundespräsident anwesend und überall alles abgeriegelt. menschenmassen stehen vor absperrbändern herum und dürfen nicht zum hinteren ausgang. ich ziehe mich zurück, ich habe kein eile. ich wandere umher, überall ist es voll. zu voll. sporadisch würge ich an meinen tränen. ich finde mich nicht zurecht. was will ich hier?

die verlassenheit, die ich mit mir herumtrage, nagt mir das faule fleisch von den knochen. die erschöpfung lässt mich fast im stehen einschlafen. ich gehöre nicht unter menschen. so nicht.

schwere tage

ganz gehörig ein bißchen zu viel geackert diese woche. im büro vor allem, außerhalb meiner selbst, fremdbearbeitet. selber schuld, hatte mich quasi dazu abgeboten, bzw. den selbsttätig den finger in die wunde gelegt. dazwischen physiotherapie, die erst alles schlimmer, dann deutlich besser gemacht hat. bis zum nächsten tag, da war alles wieder anders. was auch sonst, das macht mich fertig, dieser unverlässliche verlauf. nicht vor, nicht zurück, aber alles im arsch. dann noch ein arztbesuch auch, damit geht es jetzt wieder los, der nicht so viel gebracht hat. alte erkenntnisse, die einfach nur nach und nach ein wenig näher rücken. irgendwann muss ich das entscheiden.

über allem die verlassenheit, die es nun umzusetzen gilt. oder darunter, unter allem, so tief. und entgegen auch, gegen meine überzeugung.

aber ja doch, ich mach das schon. morgen noch.

dann bin ich durch das gröbste.

besser

bei ihnen ist alles anders, sagt die physiotherapeutin mir heute, als sie gerade an meinem kopf zieht. oder sie zieht an meinem nacken und hält dabei meinem kopf in den händen. was weiß denn ich? jedenfalls soll es entlastend sein. das sagt sie auch noch.

ich dagegen teile ihr mit, dass mir grade die gesamte anspannungsenergie in den kopf schießt. so fühlt es sich zumindest an, und das ist sehr, sehr unangenehm.

die frau versucht es dennoch noch dreimal, jedesmal ein wenig anders. aber es hilft nicht, es ist schrecklich.

es ist eher schlimmer geworden, sagt die physiotherapeutin zum abschied. das ist auch sehr, sehr unangenehm. aber ich weiß ja, dass es erst seit gestern wieder so ist. das war ein langer tag am schreibtisch, und irgendetwa ist da falsch gelaufen.

ich sollte besser aufpassen.

oder einfach alles lassen, sein lassen. wie es eben sein soll. nicht immer alles besser wissen.

alltägliches

viel zu tun im büro derzeit. viel zu tun auch hier, nach dem 8-stunden-tag außerhalb. wieder zu hause. jetzt ist schluss, ohne roman heute. kein stoff mehr, keine qual. stattdessen geld, muss ja auch sein.

alles andere.
was ist das?

nichts, was hier thema sein könnte. das dann doch nicht.

alles fiktion.

bonding (55)


die vierzehn stunden arbeit gestern waren schon ein wenig viel, ich spüre es deutlich. trotzdem geht es natürlich weiter, there is no other way. die arbeit entlang der solide ausformulierten kapitelstruktur macht sich hervorragend. ich kann mich nicht erinnern, das jemals vorher so gemacht zu haben. aber es funktioniert. und darauf kommt es an.

sechs grob heruntergeschriebene seiten seit gestern nacht, einfach so. da passt vieles noch nicht, da fehlt auch noch einiges. aber es ist das so wichtige gerüst, in dem ich im anschluss weiterspinnen kann. das wird gut, aber daran zweifle ich nie. nur das gerüst macht mir sorge, jedesmal. so leicht wie heute kommt es doch eher selten daher.

und siehe, ich bin zufrieden.

die lage, ungeklärt

eine jahreszwischenbilanz 2019 fällt derzeit mäßig aus. ich könnte es natürlich lassen. ich könnte abwarten, schließlich weiß niemand, wohin sich dieses jahr noch entwickeln mag. am ende sieht am ende alles anders aus. wer weiß? aber ich kann es auch aussprechen, weil es eben so ist, wie es ist.

dieses jahr hat mich in vier monaten erst durchgeschüttelt, dann von oben bis unten aufgerissen. es hält mich nachhaltig gefangen in krankheit und schmerz. es verstört mich mit radikaler veränderung, gepaart mit grundsolider schreibarbeit in aller gebotenen geduld. dazu die verlassenheit, nicht nur die aktuelle. die angst, die leere, die wut. alles das.

dazwischen mein herz, schlag auf schlag. ein einsamer reiter, auf ewig unterwegs.

heute lebe ich mit dem ständigen impuls, mich mit dem inneren desaster an die seit jahren vertraute person zu wenden. zu klärung der lage, zu erleichterung auch. bis mir einfällt, dass diese person nicht mehr vertraut ist, und überhaupt in das desaster tief verstrickt. das dann wiederholungsschleife, heute muss ich damit leben.

und morgen vielleicht, und so weiter.

das jahr ist noch lang. dem bin ich möglicherweise nicht gewachsen. denke ich.

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