am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schwarz und rot

ach. bei den golden globes also alle frauen in schwarz. gut so!

und bei den oscars dann bitte alle männer in knapp geschnittener, rüschiger abendgarderobe. schön bunt, vorzugweise rot natürlich. so ein klein wenig provokation schmückt doch ungemein.

wie sie dann reden und reden und reden. die männer, darüber wer ihre hübschen kleidchen genäht hat.

das will ich sehen.

der körper zieht sich genüßlich eine grippe rein, die erste seit jahren. nicht einmal bei erkältungen bin ich allzu oft dabei, nur einmal im winter vielleicht. früher machten die sich eine nach der anderen in mir breit, manchmal sogar im sommer. doch das ist lange her. im dezember dann diese eigenartige nebenhöhlenverbetonierung, die nicht richtig da war, aber auch nicht wirklich wegging. und gestern mittag dann fieber und geschüttel, kopf- und gliederschmerzen von einem moment auf den anderen.

irgendwo in diesem geschmadder wabere ich seitdem umher. quasi schlaflos tauche ich nur ein wenig unter die oberfläche, weiß immer, wer ich bin und was ich bin, während ich doch träume. und dadurch eine ganz andere bin, als ich denke, daß ich bin.

da. einfach nur da.

verorten

das neue jahr ist nun schon fünf tage alt, und ich mag nicht zurückblicken. wozu? 17 war ein gutes jahr. ein volles, ein reiches. jetzt ist es vorbei, das ändert gar nichts. ich stehe nämlich auch nicht auf vorsätze, so etwas kann doch nur schiefgehen. daran sind doch die meisten jetzt schon gescheitert.

doch ich mag mir einen ausblick gönnen auf die 18. denn die 18 wird gut, das weiß ich. die kraft meiner jahre geben mir ein gutes gefühl, die erinnerung. die 18 wird ein starkes jahr, ein jahr zwischen traum und illusion. das gefällt mir. viel zu selten habe ich in dem letzten jahren, wenn nicht jahrzehnten, die räume in aller stille entfaltet. in ruhe und langsamkeit die erfahrung ausgeschöpft, alle erfahrung. zu selten habe ich die luft sich bewegen sehen, um die menschen herum und durch sie hindurch. mitunter. reden kann ich nicht darüber, wer will das schon hören. wer versteht? in dieser einsamkeit wachsen die worte, und manchmal träumen sie wahr. dann wieder lügen sie sich in die illusion. ich kenne das, alles.

möge der traum das spiel gewinnen, aber wenn es anders kommt. was könnte ich dagegen sagen oder schreiben.

der erste traum betrifft einen ort, der ein ort der gestaltung sein muß. mein ort, wie eine werkstatt vielleicht, eine leiter oder flügel. denn auf lange sicht kann ich nicht bleiben, wo ich gerade bin. nicht mehr hier. es hebt sich auf, alles, ganz langsam. auch wenn ich noch nicht weiß, wie es weitergehen wird. oder wohin. was noch möglich ist. kann ich? soll ich?

ein bißchen mag ich noch bauen, wo ich jetzt zuhause bin. das licht vor allem und das bett. die garderobe im flur, da hat sich lang schon alles überholt. doch die wände sind tabu. und es wird sich auch verlaufen, vielleicht. ich werde papier kaufen müssen, um es aufzuzeichnen. träume und die illusion des neuen. werkzeug zu ebener erde, dazwischen das andere, die menschen und die angst. ganz oben der wortraum, nur für mich.

betreten verboten. selbst für mich, wo nur schweben und vergessen zählt.

bett und schreibtisch

in letzter zeit, wenn ich mal ein paar tage nicht zu hause bin oder auch nur eine nacht bei der fRau schlafe, kommt es immer häufiger vor, daß ich mich an meine wohnung nicht erinnern kann. das heißt, im großen und ganzen schon, aber insbesondere mein schreibtisch und mein bett bereiten mir schwierigkeiten. dann liege ich da, in einem fremden bett und sehe vor mir meinen eigenartigen wohnschlafraum in wuppertal. über dreizehn jahre her. oder eben meinen schreibtisch dort in der küche, mit blick über das gegenüberliegende haus ins tal. und zu silvester dann in die farbigen lichter auf der anderen seite.

mir ist dann schon klar, daß das nicht die aktuell gültige vorstellung von bett und schreibtisch ist. das weiß ich genau, aber dennoch ist es mir sekundenlang nicht möglich, das vertraute gefühl von bett und schreibtisch mit der aktuellen version zu überschreiben. die wand am bett bleibt auf der falschen seite und der schreibtisch, naja. der ist noch anders, wie in einer glocke. einer anderen atmosphäre. als würde er schweben.

was das bedeutet? keine ahnung. auf jeden fall ist es irritierend, die eigene vorstellung nicht beherrschen zu können. sondern beherrscht zu sein von diesem hirn, das die arbeit verweigert, und zuzusehen, wie die sekunden vergehen.

was will es? was sagt es? oder ist das schon alzheimer?

kopf hoch

da sitze ich jetzt, doch ziemlich erschöpft zum jahresende. nicht nur heute abend ist das so. und wenn ich den kopf hebe und nach vorn sehe, warten da drei unglaublich arbeitsreiche monate. ein anstehender spurt im brotberuf, eine weitere buchübersetzung und der roman natürlich, der – endlich – mit einer gewissen kontinuität auf sich aufmerksam macht.

puh! (mal so vorab.)

werften

lange schon steht im ansatz dieser beitrag hier bereit. nur der titel im grunde, kaum etwas sonst. doch ich konnte ihn nicht wegwerfen, wie so viele andere. angefangen hat es mit einer fernsehreportage, von der ich heute nur noch wenig erinnere. es ging um ein land im norden, ich weiß nicht mehr welches. norwegen vielleicht. in einer stunde oder so wurde es abgereist und abgefilmt, an jedem ort gab es ein paar exemplarische menschen. soweit nichts besonderes.

bis dann die frau auftauchte, die irgendwo in diesem land eine werft betreibt, in der sie auf altmodische art kleine holzboote baut. allein, soweit ich mich erinnere, und diese werft war im film wie eine große werkstatt mit wasser. die frau ließ sich bei der arbeit filmen, sie sprach auch über ihre arbeit und über die schwierigkeiten, ein solches im grunde aussterbendes gewerbe zu betreiben.

da ging etwas durch mich durch, und ich wußte, daß ich das auch wollte. genau das. nicht boote bauen natürlich, das kann ich nicht. aber eine werkstatt, ich will eine werkstatt. ein ort, wo etwas geschieht, etwas entsteht. mit wasser und worten, sowas in der art.

neulich habe ich eine skizze gemacht, auf einer serviette in einem café. ich soll zu weihnachten ein haus backen, das muß ja geplant sein. (war da mal was mit architektur?) erst auf dem foto sah ich, wie ähnlich mein gekritzel dem meines vaters ist, mit dem er mir früh schon perspektivische darstellungen nahezubringen versucht hat. und die skizze ist so wenig schlecht, daß ich sofort daran dachte, mir ein kleines skizzenbuch zuzulegen. (was ich vermutlich nie benutzen würde, ich kenne mich doch. aber egal.) und gestern dann, nach einem überraschenden und wirklich zufriedenstellenden schreibabend, in der nacht, als ich das licht löschte, um zu schlafen. da entstand in meinem kopf in windeseile ein bett aus dem material, mit dem ich mich gedanklich gerade sehr beschäftige. allerdings um daraus lampen zu bauen. licht. (so gesehen könnte ich vielleicht schon ein skizzenbuch gebrauchen, man weiß ja nie. auch wenn ich nicht wirklich gut zeichne.)

ein bett brauche ich nicht, ich werde also auch keines bauen. was ich sagen will ist, daß da manchmal dieser raum wächst, meine werkstatt. was immer darin dann gebaut wird, worte, sätze oder licht. das ist wichtig, das ist gut. und es ist höchste zeit.

darauf muß ich achten. das muß sein. man mag mich daran erinnern, sollte ich es aus den augen verlieren. obwohl.

vermutlich lassen sich boote besser verkaufen als bücher. sie sind so tauglich.*

* und das ist die einzige zeile, die schon lange hier stand. deshalb steht sie auch jetzt noch da. wieso, weiß ich auch nicht.

bonding (10)

scheiß auf die kotzerei. zu hause durch das zweite kapitel inklusive der letzten vier seiten. da war nicht viel. geht also.

außerdem strategische überlegungen, das dritte kapitel in zwei zu schneiden. da muß am ende noch was rein. das wird zu seltsam, zu chaotisch, wenn ich das zusammenpacke. das ist ein neues thema. und es soll ja alles schön einfach sein, beinah glatt auf den ersten blick.

krank, vielleicht

okay, das sollte man nicht machen, blogbeiträge mit den worten „krank. vielleicht“ am ende. überhaupt sollte man immer vorsichtig sein mit den dingen die man sagt, aber noch vorsichtiger mit dem, was man schreibt. manchmal stimmt es nämlich.

minuten nach dem letzten eintrag bin ich dann also unter übelkeit leidend ins bett gekrochen, habe dort stunden weiterhin leidend verbracht, ohne viel zu schlafen, nur um mich im morgengrauen demütig von meinem mageninhalt zu trennen. also nix mit arbeiten gestern, stattdessen in einem fremden bett rumliegen und den vögeln beim fliegen zusehen. auch schön, zuhause geht das nicht. da ist vorm fenster kein himmel.

keine ahnung, was der sinn von krankheit ist. immerhin, die aktion hat mich über drei kilo gekostet. und das imunsystem hatte mal was anderes zu tun, als sich permanent mit dieser blöden rheumaidee zu beschäftigen.

bonding (9)

langsam finde ich mich ein. hätte ich jetzt noch zwei wochen, käme ich in fluß. hätte ich zwei monate, wäre ich glücklich. und vermutlich fertig, zumindest aber durch bis zu einem ersten ende. danach dann weiter, wieder von vorn. so aber.

nur morgen noch, am montag geht es zurück nach berlin. mit ein wenig glück komme ich durch das zweite kapitel, noch vier seiten. fertig ist es damit dann aber sicher noch nicht. lange nicht.

gut ist, daß es funktioniert, das schreiben. besser sogar, als ich es in erinnerung habe. vielleicht weil ich älter bin, weil ich das schwätzen satt habe. gut ist auch, daß sich fehlende bausteine finden und ohne probleme in die story einpassen lassen. besonders gut ist, daß das bestehende textmaterial taugt, auch wenn ich es immer noch nicht glauben mag. es ist so. es ist (eigentlich ganz) gut.

aber langsam bin ich, über weite strecken unkonzentriert und dann doch viel zu schnell erschöpft. ich weiß auch nicht. ich bin entweder überlastet oder aber krank. vielleicht.

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