
engl
was ich am meisten vermissen werde, irgendwann, ist wohl die schönheit des tuns, sei es nun das bauen oder das schreiben. beides gleichermaßen, wenn auch auf recht unterschiedliche weise.
sich selbst dabei zuzusehen, wie etwas entsteht, wie dinge schiefgehen, wie repariert und manchmal geflickt werden muß. wie daraus unvermutet neues entsteht. oder wie mitunter, nicht oft zum glück, bei mir nicht, ganz von vorn begonnen werden muß. eine qual, zugegeben, die hölle sogar. für mich.
aber sehen dürfen, wie schönheit wächst, wie die dinge sich finden, wie von allein. wie sie wie selbstverständlich ineinandergreifen und funktionieren, ganz einfach. und somit welten erschließen, eröffnen, die es davor womöglich noch gar nicht gab.
sichtbar werden.
als wäre diese spezielle schönheit ein natürlicher teil dieser welt. und dennoch unsichtbar, zumeist, hinter seiner kehrseite vorborgen. hinter der häßlichkeit des tuns, all der vernichtung und gewalt.
das schlimmste sind wohl die momente, in denen ich mir wünsche, ich hätte nie lesen und schreiben gelernt. ich wäre mit einem halben hirn geboren, unfähig etwas zu wissen oder verstehen zu können. dahinter steckt die annahme, daß es auf die art keine angst mehr gäbe. was vermutlich eine illusion ist.
also: egal.
manche stimmung kommt vom wetter, vom mond oder dem schwankenden hormonspiegel. mag sein. anderes dagegen hat seine geschichte, da bin ich sicher. und nicht alles läßt sich zurechtbiegen oder umgehen, schon gar nicht von vornherein vermeiden.
ich zum beispiel merke gerade wieder einmal, wie ich den preis zahle für einen fast fertigen, recht gut gelungenen text. der liegt herum, ist ganz still, irgendwo im regal und auf der festplatte natürlich, auf einem stick auch. das soll so sein. ich warte, lasse die seiten mit sich selbst ringen. weiter tue ich nichts derzeit. nur manchmal, innerhalb von zwei, drei sekunden und ganz zufällig, fällt mir ein wichtiges wort ein, das wichtigste fast, das ich dringend noch ändern muß: dichter!
und schon ist alles wieder anders.
der rest weicht mein leben auf. das paßt sich an, macht platz für das neue. für das, was ich noch nicht kenne.
