am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

hold it! – it's equal pay day

ach was, heute ist equal pay day? gestern noch hab ich daran gedacht, als ich laurie anderson hörte, strange angels von 1989, den song beautiful red dress, in dem es heißt:

OK!  OK!  Hold it!
I just want to say something.
You know, for every dollar a man makes
a woman makes 63 cents.
Now, fifty years ago that was 62 cents.
So, with that kind of luck, it’ll be the year 3,888
before we make a buck.  But hey, girls?

frühlingsvorbereitungen

außerdem hab ich heute noch das mechanisch betriebene zweirad durchgecheckt und für tauglich befunden. morgen fahre ich dann erde kaufen, für die anstehende balkonbepflanzung. tomaten, you know!? den balkon hab ich nämlich vorsorglich auch schnell geputzt. fehlen noch die fenster, aber die sind ja traditionell immer zu ostern dran.

grenzwertig

lese im rolling stone ein gespräch zwischen oskar roehler und andreas altmann, die beide gerade bücher über ihre ihre schreckliche kindheit, über ihre achtlosen mütter und ihre leblosen väter veröffentlicht haben. kommt heroisch rüber, zwei alternde männer in leder und schwarz. beinah brachial, diese wut, dieser hass nach all der zeit. und soviel mut, trotz allem und erfolg natürlich. heroisch eben.

tja, wenn ich das täte. ich alternde frau, in leder und schwarz, des pinken ebenfalls nicht mächtig. man würde es dennoch gejammer nennen, möchte ich meinen.

denn die grenzen sind scharf gezogen und werden früh manifestiert, wie ich gestern gelernt habe. es gibt schnuller für mädchen  und schnuller für jungs, ohne funktionellen unterschied. nur die farbe natürlich. und die deko, blümchen gegen raketen. dagegen kommt man nicht an.

neuköllnalltag

die heizung ist aus und die balkontür steht offen, den ganzen tag schon. von draußen dringen gentrifikationsgeräusche herein, rollkofferrollen und gehämmer. penetrant ist die dielenschleiferei von gegenüber, die vor drei stunden eingesetzt hat. eigentlich vor drei tagen schon, aber die sind wohl immer noch nicht fertig. und es ist ja nicht so, daß ich das nicht auch gemacht hätte, gleich als erstes, als ich vor acht jahren herkam.

white lily

home of te brave, über 25 jahre alt. und immer noch ausgezeichnet. (hab ich damals natürlich gesehen, selbstverständlich.) die musik wie neu, hab ich eben wieder einmal ganz durchgehört. nur saxophone bläst heute kein mensch mehr. offensichtlich.

migräneaura nachts um drei. man sieht sie auch im dunkeln. womöglich im traum, wer weiß.

gestern eine münze geworfen. heute recht behalten. na dann.

angrillen

nein, motorradfahren natürlich. erster ausritt heute. nie ist die maschine so weich und leicht wie im frühen frühling.

vorher habe ich schnell licht und blinker gecheckt, den kupplungszug geschmiert und noch ein paar andere kleinigkeiten erledigt. dabei festgestellt, daß das standlicht kaputt ist und die hupe. beides nicht allzu schlimm, kann bis zum tüv warten. die batterie mußte ich gar nicht erst ausbauen und laden, ein druck auf den knopf und die kiste tuckerte sanft vor sich hin. zuletzt schnell noch zur nächsten tanke wegen des luftdrucks. der macht üblicherweise nach zwei wochen schon schlapp, und das fährt sich gar nicht gut.

an der tanke steht ein alter, weißbärtiger biker neben seiner kiste und schlürft seinen kaffee. als er mich sieht kommt er rübergeschlürft, sagt aber dann nix. keinen gruß, kein nicken gibt es für mich. überhaupt passiert nichts, was sonst so üblich ist: schönes wetter, schicke jacke, wie lange fährst du schon? auch kein meckern über meine alte verbeulte maschine mit der komischen blaufarbe. einfach gar nichts. der alte guckt nur, er guckt mir die ganze zeit zu. wie ich auf dem boden krieche, unter den auspuff greife, das ventil suche, weil kiste schlecht steht, vorne und hinten fix auf dem boden. so ist das eben manchmal.

was dachte der kerl denn, was er zu sehen kriegt? wie das blöde weib den luftschlauch in den tank hält? oder was?

wortzen

lyrik -> # alles # logik # nur glück

prosa -> was ich mir gewünscht hätte, daß über das letzte jahr gerne hätte passieren dürfen, ist leider nicht eingetroffen. eine befeiung meiner doch irgendwie eingefahrenen art von lyrik, ein stilwechsel vielleicht. frisches, freies schwingen, ganz neue töne. versucht habe ich es. mehr worte, ganze sätze vielleicht, eine andere optik. gelungen ist es mir nicht. statt dessen geht es eher in die andere richtung. immer weniger, immer knapper, immer noch ein bißchen mehr zerfetzt. ich kann es nicht ändern. es muß wohl genügen, so wie es ist.

ist es gut.

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