am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

assindia

gestern spontan nach blogs gesucht, die in (und über) meine(r) geburtsstadt geschrieben werden. was sich ein wenig schwierig gestaltete, weil die suchbegriffe ‚essen‘ und ‚blog‘ unabweichlich in richtung foodblogs weisen. also wirklich.

gefunden hab ich dann aber doch noch ein bißchen was. (ein hoch auf verlinkungen, insbesondere blogrolls. ist doch immer noch am besten.) eine liebeserklärung zum beispiel. die kann ich zwar nicht wirklich nachvollziehen, ich habe essen immer gehasst. oder zumindest verachtet. neben der verbundenheit, die natürlich auch besteht. das kann aber daran liegen, daß ich aus dem geschundenen norden stamme. außerdem bin ich in den sechziger, siebziger jahren dort aufgewachsenen. da war sicher noch einiges anders. da war zollverein noch zeche. (glaube ich.) mein opa ist da früher eingefahren. (oder irgendwo anders, was weiß ich. es gibt unzählige zechen. das heißt, es gab sie. damals.) da war noch dreck und ruß überall. im norden zumindest. die flüsse und kanäle waren tot und stanken. und der himmel war glühend rot, jeden abend. im osten, da wo in der kokerei die nächte durchgearbeitet wurden. sodaß ich mir bis heute nicht merken kann, ob die sonne tatsächlich im osten oder nicht doch vielleicht eigentlich im westen aufgeht.

eine metropole kann man essen ganz sicher nicht nennen, damals wie heute nicht. (das gilt ja kaum für berlin, finde ich. und auch sonst für keine deutsche stadt.) dieses verdammte verschlafene nest. na gut, das vielleicht am wenigsten verschlafene im pott, wo aber dennoch kurz nach zehn die bürgersteige hochgeklappt werden. mancherorts auch halb sieben, da bin ich sicher. auch heute noch. wo die häuser aussehen wie schuhkisten mit deckel. und mit rissen drin, manchmal durch alle geschosse. im norden zumindest, wo der berg noch arbeitet. wo er immer arbeiten wird. sodaß die gebäude schief stehen, seit jeher, und sich immer weiter absenken. weil der grund zutiefst durchlöchert ist, ein hohles fundament. das ist essen.

treu bin ich also ganz sicher nicht. aber das mit der skyline, das stimmt.

prager alltag

prag ist voller menschen. irrsinnig voll, auch bei meinem besuch neulich. obwohl das auserwählte wochenende zunächst recht regnerisch war und außerdem noch sehr früh im frühjahr lag.

menschen drängen sich dicht an dicht durch die engen gassen. reisegruppen und einzeltouris mit stadtplänen, so wie wir, händler und animateure überall. insgesamt rollt die masse stoisch in festen bahnen, obwohl es kaum entfernt, nur eine gasse weiter, ganz anders aussehen kann.

es leben menschen in prag, ganz offensichtlich. echte prager. es gibt sogar ecken ganz ohne menschen, ebenfalls nicht weit von den innerstädtischen massenbewegungen entfernt.

als touripärchen, ob nun mit oder ohne stadtplan, verirrt man sich da dann natürlich sofort. absolut zwangsläufig und rettungslos. aber das macht ja nichts.

aha. das neue wp macht absätze, wo vorher keine waren. na gut, werd ich mich dran gewöhnen. müssen.

ist ja vielleicht sogar ganz gut?

anlassen

in den letzten wochen habe ich rumgeschlampt, ich gebe es zu. alle paar stunden kam mir zwar in den sinn, daß doch eigentlich endlich zeit sein müßte, zum motorrad hinunterzugehen und auf den anlasser zu drücken. aber passiert ist nichts, ich hatte beinah schon ein schlechtes gewissen. bei dem wetter.

ich werde alt, dachte ich. ich mag nicht mehr fahren, warum auch immer. seit über 25 jahren ist das in diesem jahr das erste mal. sonst gab es immer nur die sorge, ob denn die maschine noch reibungslos mitmachen wollen würde. motorräder können nachtragend sein, selbst wenn sie nur ein paar wochen oder monate nicht beachtet werden. vielleicht habe ich mir auch bißchen gedanken darüber gemacht, inwiefern meine fahrkünste ein wenig eingerostet sein könnten. aber sonst? heiß auf fahren war ich allemal, manchmal schon im februar. den einen oder anderen winter bin ich auch so gut wie durchgefahren, mit eingefrorener sitzbank und eisgekühlten fingern. und diesmal?

keine lust. aus. vorbei. endgültig?

ha! von wegen. am sonntag tuckert die maschinen satt vor sich hin, schon nach dem dritten versuch. auch der kupplungszug ist nicht allzusehr eingerostet. mit ein bißchen schmiere kann ich ihn wieder locker ziehen. naja, halbwegs locker, aber ich bin ja geübt. ich hab kraft in den fingern. nur das rücklicht geht nicht, was ich auch versuche. es ist nicht die lampe, es ist nicht die sicherung. ich weiß es einfach nicht. doch die kiste muß ohnehin im nächsten monat zum tüv und eine gründliche inspektion wurde seit bestimmt vier jahren nicht gemacht. also ab in die werkstatt.

und jetzt sitze ich hier. ohne motorrad. bei dem wetter. ich hasse es. denn die erste kurze fahrt war wie immer grandios.

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