ich bin alt geworden, verdammt alt. dieser tag in essen, neulich, der hat es gezeigt. das haus meiner oma, damals rußgrau, fast schwarz, auf jeden fall verputzt, steht heute piekfein da. die fugen freigelegt, die steine sauber geputzt. der anbau umgebaut, die hecken und der flieder verschwunden. auch die tore. stattdessen steht eine garage im hof, da, wo früher die riesige birke der nachbarn bis an die stromleitungen heranwuchs.
alles ist klein, so klein. die wege, die ich gerannt bin oder mit rollschuhen gefahren. die fenster, aus denen ich nur von einem stuhl aus hinaussehen konnte. das obere zimmer, in dem ich geschlafen habe, wenn ich dort war. winzig, auch von außen.
die hintere tür war damals der haupteingang, die vordere dagegen blieb so gut wie immer verschlossen. die hintere tür ist heute vermauert, das ist deutlich zu sehen. die alte form, die spur. der rest. weiter trau ich mich nicht.
der krieg hat das haus verlassen. idylle ist eingezogen, und harmonie. kunststoffenster und heiztanks, wo früher eisblumen blühten. ich habe nicht einmal ein bild gemacht.
engl
throwing bones
da fällt mir ein: ich will winter!
sprachgebräu
auf rtl II lande selbst ich nicht allzu oft, höchstens mal für eine krimiserie oder so. wenn es grad nebenbei reinpaßt. eben rutscht dann das programm von mir unbemerkt in eine art doku rüber. es geht um mord. mit hoher sicherheit sei der sohn der mörder, sagt die gut ausgebildete frauenstimme. was für ein feinfühliger sprachgebrauch: große sicherheit + hohe wahrscheinlichkeit = hohe sicherheit! (wo doch große wahrscheinlichkeit gar kein problem gewesen wäre…)
nee, da wechsel ich doch schleunigst zu stahlnetz: e 605, in essen gedreht, noch vor meiner geburt ebendort. als alles noch schwarz-weiß war, nicht nur im film.

