am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

aber

der nachgeschaltete sommer ist vorbei, es ist herbst eindeutig. ich höre und lese viel, überall, über das sterben und die toten. unsere toten, die haben wir alle, nicht wahr? irgendwo. das gibt mir zu denken, und es gäbe viel zu sagen. aber.
es ist nicht leicht. nicht wahr?

anatomisch korrekte ausbeulungen

das schreibt das gürteltier und findet es obszön.
wenn der von dem büstenraum wüßte, damals, als ich in der dekolehre war. wieviele anatomisch korrekte ausbeulungen da mit anaomisch korrektem schwarzen filzstift bekritzelt waren. und wenn die derart vervollständigten büsten (na, so heißen die dinger halt!) dann tatsächlich einmal benutzt werden mußten, weil alle anderen schon im einsatz waren – dann gab es die strenge auflage, sie definitiv und absolut immer ausschließlich bedeckt durch den verkaufraum zu transportieren.
aber vorschriften gab es ohnehin für den transport, nackt war eigentlich sowieso verboten. die damen und herren wurden mit kleinen bunten läppchen behängt, selbst wenn die arme abgenommen oder die beine auseinandergehebelt (nur die männer, mit schlitz im schritt) waren. ganz und gar unmöglich war beispielsweise eines schönen tages ein gestapelter transfer, bei dem die anatomisch korrekten ausbeulungen zufälligerweise anatomisch korrekt auf den damen zu liegen kamen. ohne arme versteht sich und mit hübschen bunten läppchen behängt.

lichterloh

da werde ich am nächsten dienstag (12.10., 20h) zu sehen und zu hören sein. ab in die alte heimat. zusammen mit I interpretiere ich ein paar kurzweilige stücke zum thema ‚licht und liebe‘. natürlich sind noch viele andere autoren da. und bilder und fotos usw. eine art show, wie jedes jahr.
sind noch gar nicht online, meine texte, stelle ich gerade fest. naja, da ist dann vorbeikommen wohl ein muß. ;-)

die jelinek

man mag geteilter meinung sein, auch in sich selbst. so geht es mir zumindest. aber das ist glasklar, zutiefst verständlich. und angenehm dazu.

ausreden

unwichtig zu erwähnen, daß in solchen herbstdepressiven grundstimmungen, angereichtert mit existenzangst, an arbeiten, an schreiben kaum zu denken ist. da warten dinge, seit monaten, da gäbe es etwas zu tun. dringende überarbeitungen, das dann zwangsläufig folgende weiterführen, bis es ein ganzes ist. ich weiß es doch. es geht von allein, wenn ich nur einmal anfangen würde. könnte. doch ich warte, als müsse der richtige moment sich erste noch offenbaren. diese dumme musenkuß-einstellung, das ist reiner blödsinn.
zuletzt war der anstehende umzug die dazugehörige ausrede. anders sollte ich es nicht nennen.
ich drücke mich, vergrabe mich, statt mich zu bewegen.
selbst die nägel einzuschlagen, ein paar bilder aufzuhängen, war heute ein wagnis.
aber die alte pendeluhr, für die mein opa damals, nach dem nachkriegshochwasser, das neue gehäuse gebaut hat, die ich ebenfalls eben mühselig an die wand gezimmert habe, reichlich unprofessionell, die uhr tickt seither ohne unterlaß. und sie erinnert mich. damals, als kind, wenn ich bei meinen großeltern übernachtet habe, auf dem klappsofa, oben, in dem immer unbeheizten raum. da hing diese uhr. ich habe ihr ticken gezählt, ihr pendel gespürt, im dunkeln. und nicht schlafen wollen.
was immer das heißt.

depri?

heute morgen, der gang zum arbeitsamt – oh, verzeihung, zur nagelneuen arbeitsagentur – war kurz und schmerzlos. und unsinnig. unterstützung jeglicher art, insbesondere für gründungen, gibt es nur für bezugsberechtigte. eigentlich logisch, aber das bin ich nun mal nicht. damit erübrigt sich alles weitere. es wäre eine überlegung, mich zumindest arbeitssuchend zu melden. also wenigstens die statistiken etwas anzuheben. ;-)
aber ich weiß nicht, ob das den aufwand wert ist, den damit unvermeidlichen nervkram. nahtlos werden sie mich zum sozialamt schicken wollen, das ist klar, in einer art von rat- und ahnungslosigkeit vielleicht. ‚wovon leben sie denn?‘ und was soll ich darauf sagen?
wenn ich das täte, wenn ich mich auf sozialhilfe einließe, noch dazu hier in neukölln, dann wäre zunächst einmal die behördenackerei von sechs monaten zum teufel, dermühselige eintritt in die ksk zum beispiel. außerdem säße ich dann fest, ohne zweifel, könnte mich kaum mehr rühren. von wegen aufträge an land ziehen usw, risiko. gründungshilfe oder überbrückungsgeld von sozi gibt es meines wissens nicht. noch dazu die familienbande, die dann zwangsläufig reaktiviert werden würden, du liebe zeit, weil das amt sich plötzlich für die sicherlich spärliche rente meiner mutter interessieren würde.
nein danke, kein bedarf. das kann nicht der ansatz sein, nach papa staat zu rufen.
bleibt also der druck, den ich in den letzten drei tagen kaum zu ertragen in der lage war. die angst, selbst an einem strahlenden tag wie heute. bis eben stand die balkontür sperrangelweit auf, es ist doch beinah sommer, oder? nur mühselig erkenne ich – irgendwo dahinter, weit weg – die schönheit des neuen überall, die möglichkeit der veränderung. trotzdem sage ich der frau an der arbeitsagenturtheke (oder wie sagt man zu denen, die die leute abwimmeln sollen?), daß ich lieber verhungere, als mich beim sozi zu melden. und daß unser kanzler doch jüngst erst gesagt hat, daß man nicht alle vergünstigungen abkassieren soll. oder?
darum geht es nicht, ich weiß. das ist reiner zynismus, das bringt nun wirklich nichts. es erklärt außerdem nicht meine lage.
so ist das also. das kann ja heiter werden. der herbst hat ja noch nicht einmal angefangen.

schweigen

lisa schweigt, logisch. richtig leicht ist das noch immer nicht, auch wenn es viel selbstverständlicher geworden ist, inzwischen.
B schweigt auch. wenn ich ihn anrufe, aufs band spreche, dann ruft irgendwann seine freundin zurück. was solls, ich kenne ihn ja, er kommt und geht. bis er (mir) irgendwann verloren gegangen sein wird. beeinflussen kann ich das nicht, oder wissen, was, wann. und warum natürlich. warum?
U meldet sich nicht. ich hatte sie sogar gebeten dieser tage, sie auch versucht zu erreichen. doch es herrscht schweigen. ich bin ratlos, aber was solls, ich kenne sie ja. ich weiß, was los ist. möglicherweise. diplomieren ist nicht leicht. oder was? warum?
G zwischen zwei städten, b und b; sie schweigt. nein, nicht wirklich. ich weiß, was los ist, ich weiß warum. immerhin. aber es wäre zeit etwas zu tun, verdammt.
auch die firma, der ich eine bewerbung geschickt habe, noch von wtal aus, schweigt. als ich versuche dort anzurufen, pfeift mich ein fax an. als ich versuche zu faxen, passiert rein gar nichts.
was ist das? bin ich keine antwort mehr wert? (dumme frage, ich weiß, hat alles nichts mit mir zu tun. oder?)

katzen klonen

US-Firma will Haustiere klonen.
eigentlich entsetzlich, wenn auch zu verstehen, irgendwie. das tote tier zu ersetzen, es nachzubauen, was für eine hoffnung. doch, ich verstehe das, durchaus. ein anderes tier ist schlicht und einfach undenkbar. keine katze habe ich je getroffen, deren kopf so perfekt in meine hand gepaßt hätte. keine, der ich die ohren hätte streicheln dürfen. keine wie lisa eben.
aber den tod zu negieren, zu verleugnen? und damit die möglichkeiten die, möglicherweise, in der fähigkeit zu sterben liegen?

herbstzeitsterben

heute morgen bin ich endlich dazu gekommen, bei meinem zahnarzt anzurufen, schnell den jahrestermin machen, der noch dazu exakt in die paar tage, die ich demnächst wieder kurz in wtal sein werde, passen sollte. der richtige zahnarzt ist wichtig, einer, der ein guter handwerker ist und außerdem nicht zu schnell, zu rücksichtslos für mein nur geringes vertrauen gegenüber diesen blutrünstigen schlächtern. so einer, wie meiner eben.
ging aber nicht, das mit dem termin, ich habe keinen gekriegt. der mann ist inzwischen verstorben.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner