am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

fast die ganze nacht mit offenen augen, lesen, glotzen, tv und nachthimmel, regenfetzen, bis zum morgen, die vögel piepen, das licht, ganz vorsichtig. kein alkohol, nichts. irgendwann, im morgengrauen, hat der eine der beiden klitschkos sich verprügeln lassen, sekundenschnell. und weg.
ich weiß nicht, warum ich boxen mag. ist ja fast peinlich, dieser prügelsport. ist das überhaupt sport? und dennoch. ich bin kein fan, kenne mich nur mäßig aus, aber es reicht, um ein wenig zu verstehen. das hat etwas nacktes, direktes, diese art von kampf. etwas faszinierendes, ich muß es zugeben, die gewalt, natürlich, und dabei die konzentration. in guten kämpfen zumindest.

aber heute morgen, das war giganitsch. und scheußlich. zu sehen, wie der zweimetermann innerhalb einer minute alles verliert, was er hat und ist. seine stärke und konzentration, die schnelligkeit und übersicht, mit der er klar am gewinnen war. man konnte quasi sehen, wie ihm alles zu boden glitt. verschwunden. nix mehr. und aus. zwangsläufig. in sekunden.
dramatik ist das, pur. vielleicht ist es das? wie diese gewalt mit einem mal feinstofflich wird, nahezu metaphorisch. alles kann verschwinden, von jetzt auf gleich. es gibt keinen sieg, am ende. nie.

und das zu überwinden, wieder und wieder, ist… was weiß ich? letztendlich unmöglich?

heute zum ersten mal nach jahren (bestimmt, wenn nicht noch länger ;-) das gefühl, daß nichts mehr hilft, nur noch saufen, saufen, saufen. oder heulen, heulen, heulen.

mach ich aber beides nicht.

ich sollte schreiben, aber…

ich warte auf irgend etwas, ich brüte rum. und ärgere mich, sinnlos.

dieser beobachtungsposten (storche in petershagen) gefällt mir richtig gut. höchst spannend, besonders die live-cam. ;-)

zwischendurch, zwischen büroarbeit und all den anderen organisationen, zwischen denken und irren, wühle ich mich weiter durch den text. ich zähle die seiten, als hätte diese nummer irgendeine bedeutung. eine noch, seit heute. eine einzige. (bis zur nächsten überarbeitung.)

das ist ein seltsamer frühling, dauernd diese extremen wetterwechsel.
noch dazu ist regen wirklich das allerübelste wetter fürs motorradfahren. nicht schnee und eis, da kann man halt einfach nicht fahren. auch nicht eiseskälte, da friert man eben ein bißchen. oder viel, besonders an den händen und im gesicht. nein, scheußlicher als alles andere ist es, durch und durch naß zu werden. bah!

und höllisch müde bin ich, andauernd.

seit tagen verfolge ich peter ustinov. im fernsehen, ein interview nach dem anderen, erinnerungen und anekdoten, überall. und filme natürlich. besonders zeitungen überschlagen sich in superlativen. weltbürger, eine der bekanntesten persönlichkeiten überhaupt, mit wem der alles befreundet oder zumindest bekannt war. der pabst, gorbatschow, mandela. und mit der queen hat er tanzen müssen. immerhin. die böttinger fragt ihn, was er denn george w. sagen würde, wenn er ihn träfe. wen kann man sowas schon fragen? und es wirklich ernst meinen. (‚Nichts, ‘ antwortet er übrigens und lacht so gar nicht dabei, ausnahmsweise.) am freitag wird spekuliert, ob er vielleicht ein grab in westminster kriegt.

am samstag ist er dann schon unter dem rasen, da wo er gelebt hat, natürlich. wo sonst? die kirche ist voll, aber doch auch leer. keiner der großen namen war zu finden. keine repräsentanten oder redenschwinger. wozu auch? aber man hätte hingehen können, wenn es um die ecke gewesen wäre. und man hätte platz gefunden.

unglaublich, kam zu fassen, wenn es so stimmt, bis zum ende. und darüber hinaus.

oder, wie roger willemsen in der zeit schreibt: ‚… sein Ego ist im Laufe der Jahre immer kleiner geworden.‘ was will man mehr? was?

ich schreibe blind. ich sehe hin, aber ich weiß nicht, was ich tue. ich lasse es geschehen. ich schiebe die brocken herum, irgend etwas wird schon daraus werden. ich verwerfe und hole wieder, ohne die technische hilfe des pc. es geht trotzdem. es geht nichts daneben, nicht mehr mit MEMORY. obwohl die MEMENTOS (MEMENTI?) mich quälen. doch ich weiß worum es geht, es ist in mir, da hilft nichts mehr.

es kann also nur noch sein, daß mir mein pathos blüht, daß mir der stil entgleitet. (wie so oft.) ich rutsche in reime, immer wieder. und ich lasse es jetzt, ich wehre mich nicht mehr. oder überhaupt, daß es zuviel ist, viel zuviel, längst alles gesagt. wiederholungen, noch und nöcher. es hängt mir selbst schon zum hals raus.

alles das kann sein. aber es sind nur noch drei seiten.

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