am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

das hirn auf abwegen, vernetzt und verkabelt sich, ganz wie es beliebt. sinnfrei vielleicht, ich registriere chaos, vorsichtshalber, mehr aber auch nicht. ich weiß also, daß ich nichts weiß, und der einzige sinn ist, daß es keinen sinn macht.

we’ll see!

oder auch nicht.

manchmal kriege ich noch briefe mit der post. handgeschrieben, auch die adresse. und der absender steht hinten drauf, nicht oben links. briefe von leuten, die keine email-adresse haben. oder die zwar eine haben, aber nie nachsehen. dann muß ich mich besinnen. darauf, wie es geht auf diese art und weise kontakt zu halten. ohne solche briefe würde ich es wohl häufig schlicht und einfach vergessen. das muß ich gestehen.

ob meine schrift wohl noch lesbar ist? meine schrift, nicht meine schreibe.

vielleicht ist das eine dumme angewohnheit, mehr nicht, immer erst am abend anzufangen zu arbeiten. nach dem ganzen dumpf und trott des tages, wenn das hirn nur noch langsam vor sich hin trottet. vielleicht ist es aber auch irgendeine selbstquälerische absicht. wer weiß?


auf jeden fall bin ich dran. nah dran.

grad noch arbeiten, aber es ist ja rosenmontag. gleich ist also schluß. das paßt mir nicht, kostet nämlich mich den stundenlohn. logisch. und die geschäft und behörden sind auch alle zu, da kann man nicht einmal noch schnell was erledigen. ich müßte zum beispiel dringend zur post.

liebe und krieg

nicht gut im fluß heute. vielleicht liegt es aber auch am thema. das fordert mehr konzentration als ich dachte.

’schreiben ist weglassen.‘ hab ich heute irgendwo gelesen. was für eine bahnbrechende, brandneue erkenntnis. da wäre ich selber gar nicht drauf gekommen.

ich mache meine arbeit nicht, ich hänge rum und blase trübsal. hätte ich vor ein paar stunden noch gesagt. die ansätze stapeln sich, wollen abgearbeitet werden. und ich sitze nur da und glotze.

jetzt aber habe ich die arbeit gemacht, ich habe zumindest angefangen. und es geht, beinah von allein, wie immer. als ob ich das nicht wüßte. vieles fehlt noch, natürlich, aber ich habe eine vorsichtige ahnung davon, worum es eigentlich geht. und wohin. zumindest wohin es gehen könnte. vielleicht.

also viel gibt es dementsprechend nicht zu sagen. heute. ich mache einfach mal weiter so.

dieser frühe frühling, den ich so liebe, immer schon. und nun, jedes jahr um diese zeit, irgendwann im februar, die gleiche erinnerung. seit zehn jahren jetzt.

mein vater in der reha, dünn geworden nach der op. ich bin mit dem motorrad die paar kilometer hochgefahren, obwohl da oben noch schnee liegt. es ist kalt. wir laufen ein bißchen. nicht viel, er kann nicht weit. nicht schnell, er hat die kraft nicht. irgendwann sitzen wir auf einer bank in der sonne. eine reiterin kommt vorbei und grüßt uns in unser schweigen. ich habe angst vor so großen tieren. er auch, das weiß ich in dem moment.
das ist meine liebste jahreszeit, sage ich, der ganz frühe frühling. ja, sagt er, meine auch. immer schon. dann schweigen wir wieder. und denken, wissen, beide dasselbe. daß es sein letzter sein wird.

nein, ich brauche kein grab. auch seines würde ich nicht ohne hilfe finden. ich brauche nur den frühling. und die gewißheit, bis in die letzte faser meines körpers hinein, zu spüren, wie er den ganz frühen frühling geliebt hat. genauso wie ich. mehr brauche ich nicht.

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