am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ich hänge ziemlich hinterher, mit allem, was so ansteht. ich liege lieber und lese. lesen, was ich lesen will… sagte ich das schon mal?

daß immer, wenn ich innerlich in winterschlaf gehe, im herbst nämlich, daß gerade dann immer so verdammt viel los ist.

nicht viel los hier, müde bin ich. inwendig, immer noch. die gesamte motorradvorderpartie ist heute wieder gerade gerichtet worden. die gabel, der lenker usw. kein großer akt. jetzt fährt sie also wieder geradeaus. die tachoeinheit muß ich mir selber suchen, neu lohnt sich nicht bei der alten kiste. oder erstmal mit plexiglas und silikon flicken. und der blinker – naja, der blinkt ja. immerhin.

das fahren macht spaß und angst zugleich. immer. aber im moment dann doch mehr angst. ich spüre jede bewegung. wenn das vorderrad über schienen fährt und das hinterrad nicht. das merkt man. immer. sogar wenn es nur die fahrbahnmarkierung ist. das ist normal. aber im moment macht es mir angst. wenn ich mich auch nicht konkret an den sturz zu erinnern glaube, mein körper erinnert sich auf jeden fall. so wie er sich an den ersten vor 21 jahren erinnert hat. immer noch, immerzu. prima, jetzt hab ich also ein doppeltes trauma, für die links- und die rechtskurve. und vor regen natürlich, aber das war ja schon immer so. erst einmal fahre ich elegant, wie auf einem trecker, und das nicht nur wegen dem knie. na, da bin ich ja mal gespannt… ob sich das noch in diesem jahr wieder gibt?

anderes thema: sieht so aus, als hätte ich einen neuen nebenjob. vielleicht sogar ausbaufähig. auf jeden fall aber transportabel. das ist doch auch was.

nach nunmehr 24 stunden bewegt sich mein knie wieder auf normale maße zu. tiefkühlkornkissen und arnikasalbe, den ganzen tag. und dumm rumhumpeln. darüber hinaus ist nix los. außer fernsehen, auch mal ganz nett. es muß gerade hunderte von castingshows geben, hab ich den eindruck.

ansonsten geht mir noch der unfall durchs hirn. das soll mir mal wer nachmachen, in einer linkskurve die kiste tatsächlich nach rechts zu reißen und hinzuknallen. mit voller absicht, sozusagen. überhaupt, eigentlich völlig überflüssig, die ganze sache. das hätte ohne große schwierigkeiten ablaufen können. trotz irrtum, schlechter sicht und so. ich hätte einfach nur bremsen müssen. aber eben nicht noch lenken dazu, die situation retten, irgendwie, bei dem regen. dummer versuch. und flatsch! ohne diesen reflex, diese automatische körperaktion wäre alles okay gewesen.

aber glimpflich, immerhin, das ganze, das geht in ordung. wenn es denn schon unbedingt ein unfall sein sollte, dann besser so einer. ohne andere, ohne blut und brüche.

bin eben schon wieder ganz normal die treppen gegangen. morgen kommt dann die maschine zum doktor.

so! das wärs dann also gewesen. 20h am heutigen tage. 21 jahre zwischen dem ersten unfall und dem zweiten. fast auf den tag genau, würde ich sagen. und das eine wie das andere mal ein blödsinniger fahrfehler. diesmal wenigstens wetter- und sichtbedingt, also fast irgendwie entschuldbar. andererseits – mit einem bein unter der maschine liegen und nicht wieder rauskommen ist nicht gerade elegant. seltsam wieviele leute auf einmal da sind. sanitäter und notartz und polizei, dank mobilfunk vermutlich. schon beruhigend, irgendwie, konnte gar nicht so schnell gucken.

ist aber weiter nix. beule im tank, blinker zersplittert und die scheinwerferhalterung eingeknickt, damit dann auch der lenker, aber mehr nicht, schätze ich. doch, das armaturenglas ist hin. spurtreu ist sie aber noch, licht geht, blinker, auch der kaputte. alles andere sehe ich mir im hellen an. aber kosten wird es, das steht außer frage.

sonst weiter nix. dachte ich. hab mich nur noch gewundert, daß der schuhriemen an zwei stellen kaputt war. gleich an zweien. und im kino brennt und pocht dann das knie, es zerrt in der wade, und überhaupt. hätte ja auch wieder nach hause fahren können.

inzwischen, bei licht betrachtet, ist das knie (sowie so nicht gerade mein bestes) dick und rot und mag sich immer weniger beugen. das schuhleder ist verschrammt, zwei der drei nieten mächtig zerdrückt. und zwar an der oberseite, der, die zum motorrad gezeigt hat. das hat wohl die schuhriemen regelrecht zerschnitten. ich glaub ich stell mir lieber nicht vor, daß es da noch andere teile vom motorrad gegeben haben könnte. solche, die vielleicht weniger platz gelassen hätten.

eines aber stimmt. man kann sich nicht erinnern. ich weiß, was ich falsch gemacht habe. ich weiß auch warum. aber ich weiß den sturz nicht mehr, daß ich mit einem bein unter der maschine über die straße rutsche. ich muß gerutscht sein, wenn ich mir den seitendeckel am motor ansehe. ganz schön, obwohl ich gerade erst angefahren war. aber ich weiß es nicht mehr. ich erinnere mich an den klang. wie die maschine fällt. ich erinnere mich an die frau, die mich als erstes anspricht, während ich mein bein soweit es geht rausziehe. es geht aber nicht weit. ich weiß, wie ich den leuten erkläre, daß und wie sie die maschine hochheben müssen. ich weiß, daß ein sanitäter schon da ist, als ich gerade aufstehe. er kümmert sich dann mehr um die maschine, weil alle anderen nicht wissen, wie man den gang rauskriegt. ich weiß alles. aber vom sturz wirklich nur den sound.

naja. schwein gehabt. und jetzt hau ich mir eis aufs knie.

(herr lehmann ist übrigens nicht so schlecht wie sein ruf)

vorbereitungen für morgen, materialzusammenstellung und so. gut, daß es scanner gibt, sonst hätte ich mich mächtig eilen müssen, um noch rechtzeitig in einem copyshop zu sein. obwohl mir schon den ganzen tag nach sonntag ist. irgendwie. aber wie denn auch nicht. :-)

jetzt erstmal was essen. und dann das hirn sortieren. beschreibungen, das ist kein leichtes thema. das macht zwar jedeR in der schule, immer und immer wieder. (so hab ich es zumindest in erinnerung.) aber das ist es ja nicht. das ist langweilig. wie in den büchern, die man nicht zuende liest. bei mir sind es auf jeden fall oft die, die sich in endlosen, langweiligen beschreibungen ergehen. in denen das tempo irgendwie nicht stimmt, die mich einfach nur ungeduldig machen. andererseits, es gibt ja auch ganz, ganz langsame texte, ausführlich und präzise, die dennoch nicht langweilig werden. aber genau das ist es eben. das richtige tempo. das ist wichtig.

und das ist schwierig, kaum zu beschreiben. das ist zur zeit mein dilemma. wie also bring ichs meinen schülerInnen bei? (daß ichs auch nicht weiß… ? – nein, das nun doch nicht! ;-)

nein! bild und text gehören NICHT zusammen. ich mußte nur einen haufen bilder scannen, für den workshop am sonntag. nebenbei läuft die sonnenallee. da ist mir diese postkarte dazwischengerutscht. kann ich aber für sonntag nicht gebrauchen.

wie wärs übrigens mir herrn lehmann am montag? ob das als kontrastprogramm taugt?

abteilung werbung für lebende dichter (fortsetzung folgt):

(werbung jo lesung)

wenn ichs irgendwie schaffe, bin ich auch da.

das wetter, traurig, passend zum anlaß der feierlichkeiten. ein armseliger beitritt. nach einer grandiosen befreiung.

(postkarte)

© Amanda Hamburg ‚Abstrakt‘ / via: edgar

außerdem weitere ausschreibungen in diesem furchtbaren monat. das heißt: gedichte zusammenstellen, einen ziemlich uralten text komplett überarbeiten, alles in 5- bis 17-facher ausfertigung ordentlich zusammenpacken. und nicht wissen, warum das alles.

wo ich doch schreiben könnte, statt dessen …

so! jetzt ist alles aus, endgültig. es ist oktober. noch dazu ist fürs wochenende kälte angesagt. und ich bin irgendwie wortlos, innen, das ist auch nicht wirklich schön. immerhin ist der antrag heute schon raus, seminar- und workshopvorbereitungen stehen an, bevor es dann gleich ans nächste projekt geht. exposé und anschreiben erstellen, ausschnitte zusammenstellen, adressen raussuchen und ca. 10 handliche päckchen daraus schnüren. das wird es in sich haben, das steht jetzt schon fest. das geht sicher nicht innerhalb von ein paar tagen, zwischen büro und privat und all dem anderen kram.

und das reicht dann auch für heute, ich krieg eh keinen vernünftigen satz mehr zusammen.

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