am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schreibzeit (19)

diese schreibzeit entwickelt sich mehr und mehr zu einer heilzeit. seit gestern ist mir klar, dass die ganze woche schon immer sehr viel zeit ist zwischen den schreibphasen lag. eigentlich arbeite ich kaum mehr als zu hause, nur dass hier dazwischen ruhe herrscht. nicht nur stille, das auch. (obwohl hier heute wieder mal fußball war, aber das kenne ich ja schon.) es ist auch nicht das erledigen all der anderen anstehenden dinge, die arbeit, die arzt- und physiotermine, hin und wieder ein wenig tango, sofern möglich und der sukzessive wohnungsumbau. (der ist ja auch noch nicht bewältigt, hat sich lediglich abseits gestellt, ganz von selbst.) auch das fehlt hier natürlich.

aber es ist nicht nur das. da kocht diese raserei tief in mir. weit jenseits der englsgeduld, die es braucht, um ein buch über die jahre fertigzuschreiben. über die ich offensichtlich ebenso verfüge. seltsam.

gute tage, schlechte tage

und heute so mittel, vielleicht. keine gute nacht, auf jeden fall. ich finde keine ruhe im schlaf, gerade wo ich am tag so viel davon habe. da spiegelt sich wohl all der stress der letzten jahre, die weitgehend ohne pause quasi durch mich hindurchgerast sind. irgendwann ist damit wohl einfach schluss.

dementsprechend flügellahm bin ich, besonders rechts. aber im allgemeinen wird es besser. auf jeden fall.

anders auch, alles.

großartiger tag heute. fast zehn stunden geschlafen, nicht unbeschwert, aber immerhin: geschlafen. dabei nur im roman herumgeträumt, dummes zeug zwar, aber immerhin: roman.

zum ersten mal seit wochen liegen die nacken- und schulterbeschwerlichkeiten tagsüber weitgehend unterhalb des alltagsradars. und das wiederum ohne schmerzmittelzufuhr, zum zweiten mal also. war wohl die richtige idee. nur liegen und radfahren forderte einen preis, und die rechte seite ist es immer noch wesentlich angeschlagener als die linke.

der rest ist schreiben, eis essen – himbeer- und mandarinesorbet diesmal, minze war gestern, mit schokolade – und fotos machen. letzteres zu wenig, immer bin ich eilig. aber ohne automatik, immerhin. auf einmal verstehe ich es wieder, ich erinnere mich. wobei es schon auch hilft, dass man heute die bilder sofort sieht.

jetzt wird es langsam dunkel. die nacht kommt, und ich bin noch recht munter. eine schreibnacht also. vielleicht. mal sehen.

white walker, standing still

der hiesige park kommt mir immer wieder sehr englisch vor, besonders aber im frühjahr, fast noch winter. ich mag mich irren, mein england liegt lange zurück.

aber es ist doch so, oder? wenn es mir so vorkommt, dann ist es so. für mich.

in seinem körper ist jedes allein

die durchaus angesagte reduktion der hemmungslosen schmerzmittelfutterei ausgerechnet gestern zur nacht zu probieren, war keine gute idee. wo das liegen ohnehin eine qual und das vorhandene bett nun einmal ist wie es ist, hart und unerbittlich. natürlich sind solche fehler leicht zu korrigieren, was bleibt sind die konsequenzen.

keine ahnung, warum ich im halbschlaf und unter schmerzen immer von meiner arbeit träume. von meinem brotberuf meine ich, von der halbtagsredaktion. immerzu will ich korrigieren, finde aber keinen anfang. tatsächlich ist auf der arbeit alles in ordung. ich komme zurecht, inzwischen klappt auch das mit der kommunikation, so einigermaßen. über meinen umgang mit der technik lachen alle, weil es ihnen ähnlich geht. oder sie sind verärgert, weil sie nicht anders können. da kann ich ja nun auch nix zu.

die schmerzmittelreduktion tagsüber, tapfer gleich bis auf null durchgezogen, macht bislang keine probleme. nur träge bin ich und müde. alt also, aber das bin ich ja sowieso. wie hatte ich jemals glauben können, dass ich schmerz- und ahnungslos würde altern dürfen. kraftvoll, dass ich nicht lache.

was bleibt ist literatur.

dazu auch der beitrag „Darniederliegen“ im deutschlandfunk gestern, der mich heute via facebook erreichte, anDERs natürlich.

schreibzeit (18)

am nachmittag ist es an diesem schreibtisch unmöglich, auf dem bildschirm etwas zu erkennen. das liegt an dem mitgebrachten bildschirm, dessen helligkeitgrad in sich begrenzt ist. selbst wenn ich die jalousien hochziehe und damit die direkte sonne aussperre, bleibt schreiben reine ahnung und sucherei.

das schreit nach einem plan, einem stundenplan, nach struktur in der arbeit. um die schreibzeit optimal zu nutzen. doch danach ist mir gerade so gar nicht. alles ist immer nur durchgetaktet und abzuarbeiten, erfolgsorientiert, naja. aber zumindest soll es am ende erledigt und abgerechnet sein.

seit jahren geht das jetzt so, dazwischen das schreiben. darum bin ich jetzt hier, nicht zum ersten mal. und will immer nur schlafen diesmal. heute mittag schon wieder zwei stunden lang. hab mich sogar schnarchen hören, mal wieder.

gearbeitet habe ich natürlich trotzdem. gerade als die sonne so doof stand. natürlich.

schreibzeit (17)

die kleine stadt liegt da, wie immer. gerade dämmert es, die fenster stehen weit offen, bereits seit stunden. es gibt keinen grund, daran etwas zu ändern. kaum zu glauben, dass es gerade eine woche her ist, dass wir in dem restaurant gegenüber saßen, drinnen, und froh waren über die heizung. dass wir dann anschließend fröstelnd durch den park gelaufen und über die brücke beinah gerannt sind, so beißend war der wind. zum theater am gegenüberliegenden ufer.

heute saßen den ganzen tag die leute draußen, vor dem restaurant, in dem park und vor der eisdiele, die letzte woche noch geschlossen hatte. logisch. caipirinhaeis gab es nicht, aber limette-basilikum- und mandarinensorbet. minze mit schokolade hab ich mir für morgen vorgenommen. überhaupt gehe ich jetzt dahin jeden tag, solange wie möglich, also bis mittwoch noch. und hoffe auf caipirinha.

die kleine stadt ist wie immer, es dämmert immer noch, und flugzeuge ziehen ihre streifen in den schwindenden himmel. hören kann man sie nicht. man hört gar nichts hier, das wundert mich immer noch. aber ich kenne es inzwischen, ich weiß es und ich will es so. ein wenig riecht es nach feuer, draußen. es ist ostern.

die kleine stadt hat sich nicht verändert. nicht viel, die baustelle in der straße ist verschwunden, stattdessen gibt es eine im haus, aber egal. es ist ja ostern. ich habe mich verändert, vielleicht. ich bin gelassener, wenn ich hier bin. nicht mehr so aufgeregt, als hätte ich das alles nicht verdient. das alles ist da, es existiert, und es wird bleiben. mal sehen, was daraus wird.

aber ich bin auch erschöpft, immer noch. ich schlafe viel, wenn auch unter schmerzen. das ist nicht schön, aber offensichtlich nötig. auch heute wieder zwei stunden am nachmittag, wie blei falle ich ins bett, und ich wünschte so sehr, es wäre weich und warm und zutiefst erholsam. das ist es ja auch, ein wenig zumindest, erholsam, aber eben nur so gerade eben.

dann fahre ich mit dem rad durch den park, und auch das tut weh. nicht nur, aber sicherlich auch, weil das rad schlecht auf mich eingestellt ist, besonders der lenker. das war schon im letzten sommer so, da hatte ich dasselbe. nachdem meines, das ganz klapperige, hier irgendwo gestohlen wurde. viele pausen muss ich machen, wie eine alte frau steige ich ab und wieder auf auf das rad. es ist ein elend, aber die arme wollen das noch nicht, ausgestreckt zugreifen. es ist ein elend.

die kleine stadt liegt da, wie immer. ich bin anders. ich weiß nicht, ob wir zusammenfinden werden, diesmal. noch einmal. ich weiß es nicht, doch es liegt an mir. ganz sicher.

to adapt

nachdem mir das mit hub schon gestern aufgefallen und außerdem ein denkfehler war, stellte sich heute heraus, dass gleich zwei adapter, die es gestern noch getan hatten, über nacht ihren geist aufgegeben hatten. bei einem war es egal, der war ohehin nur spielerei. eine spielerei, die exakt einen halben tag gehalten hat. nun ja, geschenkt.

der andere, usb micro auf usb c: ein desaster! ohne den stirbt das tablet innerhalb etwa eines tages. und ich hatte noch gedacht, gestern, während das ding ohne probleme seinen dienst tat, dass ich doch etliche davon habe und nur einen mit dabei. was, wenn?

losfahren und neu kaufen, shopping am potsdamer hauptbahnhof. jetzt hab ich einen usb 3.0 4er hub, ein neues t-shirt mit totenkopf und einen passenden adapter für das tablet. damit ist der arbeitsplatz gerettet, stromversorgung und anschlussmöglichkeiten für alle geräte gesichert.

nur ich tue mich schwer mit dem aufladen, die totmüdigkeit herrscht vor, und ich gebe ihr nach. ich passe mich an. also am nachmittag gleich nochmal zwei stunden geschlafen. vielleicht ist also diesmal hier mehr urlaub als arbeit, könnte durchaus sein. das wetter ist ja entsprechend, und es bleibt so.

aber denken und träumen gehört ja auch dazu, zum schreiben.

high noon

ein wenig angst hatte ich ja vor der mir inzwischen gut bekannten, sehr harten matraze. nicht ganz zu unrecht, wie sich herausgestellt hat. zunächst recht angenehm, weil bewegungen mit den akuten hws-einschränkungen durchaus leichter fallen. auch die schultern schmerzen weniger, aber das ist ohnehin so seit ein paar tagen. oder nächten.

am morgen aber ist es eher schlimm. der kopf, der nacken will keinen entspannten platz finden, keine haltung. gegen sieben bin ich wach, nach einer lange sich hinziehenden halbwachphase. nicht hellwach, nicht ausgeschlafen. das sowieso nicht. aber wach eben, schmerzwach.

dass ich dann nach einer halben stunde doch wieder im bett liege, mein hartes lager für die kommenden tage, und noch einmal zwei stunden schlafe, liegt wohl an dem verheerenden schlafmangel der letzten wochen und monate. jetzt, um fast zwölf, nach kaffee und frühstück, kann ich behaupten, dass ich mir seit langem zum ersten mal so etwas wie ausgeschlafen vorkomme.

das fängt ja gut an.

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