am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schreibzeit (24)

schreibzeit ist nicht nur anderswo, schreibzeit ist immer auch hier. schreibzeit ist ganz besonders auch hier.

heute war schreibaustauschvormittag, die so wichtige 14-tägige deadline. mein derzeitiges schreibtempo ist allein dieser, von außen vorgegebenen taktung geschuldet. dabei bin ich so tief drin, so fest verankert im text, dass mir kaum noch etwas danebengeht. auch das trägt natürlich zum zügigen vorankommen bei.

wobei zügig oder gar schnell? zirka zwanzig seiten in vier wochen scheint auf anhieb nicht so viel zu sein. wenn ich aber den gehalt des aktuellen kapitels gewichte, aus dem durchaus ein eigenes buch hätte werden könnte. dann bin ich sogleich befriedet.

das ding wird gut. und immer besser.

nach dem schreibaustauch also gleich nach hause an den schreibtisch und die aktuellen zehn seiten bereinigt. zügig. jetzt geht es an den kapitelabschluss, auch das keine ungewichtige strecke.

gleich morgen vielleicht. oder spätestens sonntag, montag.

schreibzeit (23)

zurück in der großen stadt, schon lange. gegen elf losgefahren, und noch vor eins schon alles ausgepackt und wieder eingeräumt gehabt. berlin sitzt fest in mir.

danach listen gefunden und zeugs erledigt, tatsächlich auch zwei fenster geputzt. bitte nicht falsch verstehen, saubere, klare scheiben sind überaus erfreulich. ich werde fortfahren, diese herzustellen, bis der punkt auf der liste endgültig getilgt sein kann. außerdem updates gefahren, auf drei rechnern gleichzeitig, ein übersetztes datenblatt korrekturgelesen, formulare ausgefüllt und kopien gemacht.

mit schreiben war so nicht mehr viel zu reißen.

sollte ich also noch einmal derart hadern mit einer deplazierten, viel zu kurzen, aushäusigen schreibzeit. sollte ich erneut der meinung sein, dass ich genausogut hätte zu hause bleiben können, auch weil das zum beispiel billiger ist. dann sei das hiermit wiederlegt und zu den akten gepackt.

zwar neige ich dazu, deutlich mehr zu fressen, wenn ich da so depreviert in der fremde hocke. schokolade, gummibärchen, sogar kekse und kräcker.

aber dafür schreibe ich dann auch, konsequent und ohne frage. ich überlege also, mir alsbald weitere schreibzeiten zu gönnen. (allein, das ist tatsächlich ein wenig teuer.)

verlass

wenn ich das schreiben verlasse, trete ich ins leere. als gäbe es keinen boden mehr, keine verlässlichkeit. da ist nur noch nichts, das mich dennoch trägt.

eine seltsame erfahrung, diese verlassenheit. ich weiß nicht, ob ich das nicht für immer so will.

schreibzeit (22)

draußen hat unverkennbar der sommer begonnen. seit zirka zehn uhr sitze ich am und im text und schaue ab und zu aus den drei fenstern vor mir.

der himmel ist hell mit ein paar gefetzten wolken, durchsichtig fast. die luft ist klar, manchmal geht ein wind und spielt mit den bäumen.

es ist der letzte tag, morgen muss ich früh zurück. ich sollte raus in den park, in dem ich diesmal noch überhaupt gar nicht war. ans wasser auch.

aber ich bin noch nicht fertig.

schwere geburt

ich mag nicht geburtstag haben, ich kann diesen eigenartigen anlass einfach nicht bewältigen. seit jeher ist das so.

aber dieser geburtstag gestern war wohl der schrecklichste überhaupt, getoppt womöglich nur durch den eigentlichen, wirklichen tag meiner geburt. diesen vorgang mag ich mir allerdings nicht einmal klammheimlich ausmalen. als könnte ich dem geschehen durch einen solchen verzicht irgendwie nachträglich entkommen. keine chance, vermutlich.

aber ich hab überlebt, irgendwie. damals wie heute.

PS herzlichen dank für alle guten grüße und gnädigen wünsche, die mich gestern trotz allem vielfältig erreicht haben. ich weiß das zu schätzen. es gefällt mir und überrascht mich, immer wieder. auch wenn ich das mit meiner geburt gern ein- für allemal vergessen würde.

omen

es ist schön draußen, ein wenig wolkig, ein wenig windig. es riecht nach feuer und holz. irgendwo da hinten sind der park und das wasser. nicht weit, nur ein paar straßen.

der kern der kleinen stadt ist noch näher, gleich die nächste querstraße. und mein lieblingsplatz, wo auch markt ist manchmal. vom fenster aus kann ich die kirchturmspitze sehen.

ich möchte ein eis essen oder einen kaffee trinken. oder beides. doch ich mag nicht unter menschen, weniger denn je. da fällt das wohl aus, einstweilen.

ich hab ja die wanne, das ist gut. eine gußeiserne, so wie in wuppertal damals. nur noch größer, darin kann ich komplett verschwinden. kein problem.

das ist ein schönes omen zum geburtstag, wie ich finde.

about to begin

das ist  ein bild von ostern. es schlummerte hier so als entwurf rum, ich hab es wohl in dem unmittelbar folgenden desaster einfach vergessen. bis gerade eben, da habe ich es entdeckt.

jetzt ist es ein wenig überholt. da dachte ich offensichtlich noch, dass irgendetwas beginnen würde. naja, wie man’s nimmt.

aber bei mir jedenfalls nicht.

schreibzeit (21)

früh wach geworden, sehr früh. aber geschlafen. und der schlaf fühlte sich an, wie ein ganz normaler schlaf, durchschlaf beinah.

dann dinge erledigt, sogar endlich die geteilte alte, schwarze glasplatte abgeholt, aus der ich einen kleinen tisch bauen will. oder zwei, ich könnte ja jetzt auch zwei.

dann alles zusammengepackt, natürlich die kurze hose vergessen, losgefahren und angekommen. ist ja nicht so weit. diesmal die obere wohnung, sehr anders, aber auch super. der schreibtisch ist allerdings zu klein, aber es ist eigentlich auch gar kein schreibtisch. deshalb. nur ein bistrotisch, gußeisen mit marmorplatte. dafür widerum ist er gut.

einkaufen gewesen, die sonne scheint, alles ist gut. ein wenig kühl ist es noch, aber das soll sich bessern, jeden tag ein bisschen.

die kleine stadt gibt sich geschäftig, alle sind schnell noch einkaufen oder sitzen draußen, essen eis. aber still ist sie trotzdem, die kleine fremde stadt.

ich weiß nicht, was ich hier soll. oder will. aber egal, immerhin hat diese wohnung eine badewanne. eine dusche und eine wanne. irre.

schreibzeit (20)

der plan ist, zwei tage arbeiten zu gehen, am abend das eine oder andere zu erledigen, auch am mittwoch morgen noch. und dann ist schon wieder schreibzeit bis sonntag.

so richtig passen tut das jetzt nicht mehr, alles ist anders, und ich würde lieber zu hause bleiben. aber wer weiß? ich muss ein beziehungskapitel zuende schreiben. das ist nicht leicht.

der rest ist heulen und klappern.

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