am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schreibzeit (16)

am schreibort angekommen, überaus freundlich begrüßt worden und sofort den schreibtisch eingerichtet. festgestelllt, dass ich den für die vier mitgebrachten usb-geräte notwengigen usb-hub vergessen habe. was heißt vergessen? ich hab mich dagegen entschieden, ohne nachzuzählen. ich habe das ding in der docking-station stecken lassen und trotzdem die lieblingsminimaus mitgenommen, statt der größeren, die über denselben stick läuft, wie die tatstatur. die habe ich natürlich in letzter sekunde auch noch in den rucksack gepackt, mitsamt stick.

ähem. warum genau bringe ich ein nahezu komplettes büro hierher, mitsamt zweitem bildschim sogar? damit ich dann morgen erstmal einen dieser elektrogroßhändler aufsuchen darf, um so einen hub zu kaufen?

nun ja, was solls. schnell einkaufen gewesen, den kühlschrankgefüllt, und gleich auch ein rad besorgt, günstig und gut. um dann morgen gleich als erstes so einen elektrogroßhandel zu (be)suchen.

sonst alles gut.

sonntägliches nichts

ein völlig verschluderter sonntag heute. nach einem anstrengenden samstag, unter einer spüle gelegen, mit maulschlüsseln und schraubendrehern hantiert, sollte ich vielleicht nicht machen, nicht mit meinem akuten nackenhalsschulternproblem. und einem höchst angenehmen theaterfreitag mit anDERs in potsdam, „jeder stirbt für sich allein“ am hans-otto-theater. kann man sich ansehen, zieht sich aber ein wenig über die dreistundenundzehn.

eigentlich hatte ich heute an den anstehenden übersetzungen arbeiten wollen, geld verdienen. das gibt es ja auch noch, das darf man ja nicht vergessen. ich schon gar nicht, da steht einiges an.

statt dessen ein paar bauhaus- und literatursendungen auf 3sat gesehen, vormittags, beim frühstück. dann selber geschrieben, gar nicht mal schlecht. einmal durch das kapitel, und hinten wieder raus. da fehlt jetzt nicht mehr viel. erschreckend, wie leicht mir das derzeit fällt, wenn ich denn einmal angefangen habe. also nicht, dass es nicht auch anstrengend wäre. die zeit, die konzentration. die angst auch, dass es wieder zäh wird, unerträglich und schwer. wie gut ich das kenne.

aber wenn ich einfach anfange. dann gehts.

außerdem die schmerzen beobachtet, wie sie aus dem rücken in die schulter, dann wieder vom nacken aus, von hinten in den schädel hinein. ein beängstigendes drücken, hitzig und dumpf. eine üble mischung.

liegen ist doof. sitzen mit lehne ist doof. in der wanne liegen und sich anlehnen ist auch doof, blöderweise. beim rumlaufen und schlenkern fängt es an zu pieksen. sonst ist es erträglich, besonders weil die linke schulter langsam ruhe gibt. zu geben scheint, ich will es ja nicht beschreien. die drückt derzeit nur noch unangenehm, wenn ich draufliege. immerhin.

sonst nichts, keine erledigungen, keine pflichten, kein muss, nicht einmal ein sollte.

nichts eben.

hat mir gefallen, dieser sonntag.

unten durch

weiter, wie gehabt. ein paar tage geht es ganz gut, auch das schlafen. zumindest habe ich am morgen das gefühl, dass die nacht einen gewissen zusamenhang hatte. also, dass ich wohl geträumt haben muss.

dann wieder geht nichts mehr. ich wache unter schmerzen auf, kurz nach dem einschlafen im grunde. zwei uhr war es gestern. anschließend bemühe ich mich stunde um stunde, irgendwie unter dem schmerz hinwegzukriechen. mich heimlich hinauszuschleichen aus dem geschehen, was selbstredend aussichtlos ist.

was bleibt ist quälerei. ich schlafe nicht wirklich, träume aber dennoch, irres zeug. ich suche die zeile, die falsch programmiert ist, die mir all das antut. ich den weg in den urlaub, dahin, wo alle sind, wo auch ich immer bin. doch ich finde ihn nicht. zeug halt, schwachsinn.

was bleibt ist gefühl, schlagartig alt geworden zu sein, verloren und verbrannt. von jetzt ab für immer, erschöpft bis in die letzte hirnzelle. so bin ich heute.

obwohl da immer noch was geht, ein kleines bisschen. sagt die erfahrung. ich wachse ja fleißig nach, wenn es darum geht, dass sich wer an mir nähren mag. ich bin da durchaus offen, vielleicht sogar speziell dafür gemacht.

aber wer oder was ist das? jetzt und gerade, in diesem moment. wer? und warum?

tage, wie dieser

ich brauche mehr sonntage, die frei sind. und freitage auch, ich brauche mehr zeit. zeit, in der ich nichts zu tun habe. kein termine, kein geld verdienen, keine listen abarbeiten. einfach nichts.

dann wird auch das schreiben wieder leichter. die stellen, die wichtig sind. wo auf zwei, drei seiten sich alles wandeln muss. ich es wandeln muss.

im moment geht es nicht, fürchte ich.

aber auf dem motorrad habe ich gesessen. es läuft nicht nur, es fährt. ich fahre. das ist doch auch was. und der balkon ist betretbar, besitzbar sogar. noch ohne tomaten, aber immerhin.

ein bisschen was.

lässig

die müdigkeit, die ich mit mir herumschleppe, lässt mich nachlässig werden. ich erledige nicht mehr alles auf den punkt, nicht einmal so gerade eben. ich werde durchlässig, ich vergesse mich.

auf dem weg zur s-bahn fangen die menschen neben mir an zu laufen. fast alle, fast alle gleich, weil die ringbahn in die andere richtung gerade einfährt. ich renne nicht, es ist nicht meine richtung. nur der weg, das ist derselbe. der weg, auf dem wir uns befinden, scheint eine art brücke zu sein. das ist mir noch nie aufgefallen. doch es muss so sein, denn sie fängt im gleichförmigen laufschritt an zu schwingen.

nimmt mir den boden für einen augenblick, dass mir angst wird oder wirr. vielleicht auch nur leicht.

oder ist das nur in mir und nirgens sonst? torkelt mein kopf auf einem instabilen hals? schwankt meine existenz?

überhaupt frage ich mich, was ich noch bin. oder was ich sein kann, ab jetzt und immer wieder. ich sehe sie beide, die extreme mir. das gespreizte potenzial.

zum einen das lasttier, das der familie alles trägt und erträgt, ungefragt, wie ein stück nutzvieh. ungeschlachtet, solange es seinen zweck erfüllt, und nur deshalb noch lebendig. ungesehen auch, zum glück. tief in sich selbst verborgen, unsichtbar und sicher.

zum anderen die seltsame seele, die aus der ferne um die worten streicht, als wären sie ein instrument. ein einziges, ein klangkörper, in dem es atmet. eine zartheit, die weit reicht und ganz nah kommt. oder auch nicht. diese durchlässigkeit, die den wind liest, die augen geschlossen, und die schwingungen der brücken lebt, als wäre es musik. wie die muster im material, wie es tanzt.

alles tanzt. alles lebt.

es ist die müdigkeit, die mir das alles wieder sichtbar macht. selbst unter der last eines körpers, das lästige tier. so bin ich geboren, ich weiß es genau. ich erinnere mich.

pain fool

medikamente wirken und benehmen sich zeitgleich daneben. so ist das, aber ich kenne es wenig, weil ich die nur selten im leben welche nehmen musste.

die aktuelle zusammenstellung hat es in sich. die nächtlichen schmerzen halten sich in grenzen, und also kann ich wieder schlafen. endlich. tagsüber vergesse ich die schmerzen, nur ein leichter druck bleibt und ein plötzliches stechen bei einer allzu gewagten armbewegung. dennoch bewege ich mich zunehmend normal.

der schwindel jedoch, gleich nach dem aufstehen, der dann auch nicht mehr verschwinden wollte. nicht eine, nicht zwei, auch nicht drei stunden später. das ist nicht nur unangenehem, das hat mich an der ausübung meiner bürotätigkeit gehindert. heute zumindest. mal sehen, wie es morgen aussieht.

(nach einer kurzen recherche habe ich die antidepressiva in verdacht. werde also zügig die als erstes wieder zurückfahren. besser ist besser. allzulang will ich dieses spiel ohnehin nicht treiben.)

und dann wäre es natürlich auch gut, mal wieder vom körper in den geist überzugehen. in den text also, das buch. in den roman, für dessen verwirklichung ich heute schnell noch unterschrieben habe.

erste vierte zweitausendneunzehn. yeah!

zustände

am freitag bei der überaus klaren und netten neurologin gewesen, um mir endlich den ct-befund meiner halswirbelsäule näher erläutern zu lassen. das pro und contra einer operation auch, was aber nicht wirklich zur debatte steht, meinerseits. und ihrerseits einstweilen ebenfalls nicht, glücklicherweise.

auch die frage, ob durch die massive physio irgenetwas massiv kaputt gegangen sein könnte, untersucht und verneint sie. zumindest was die nerven angeht scheint alles in ordnung. das angebot eines schulter-cts lehne ich ab, ich will einfach mal eine weile keinen ärzte mehr sehen. auch da stimmt sie zu.

das abschließende angebot, einen hübschen schlafcocktail verschrieben zu bekommen, lehne ich nicht ab. nun verfüge ich also über einen medikamentenmix aus schmerz- und beruhigungsmittel zu muskelentspannung, dazu noch anitidepressiva in niedrigstdosierung zur schmerzervermeidung. das kenne ich schon aus der migränetherapie, wo es nicht geholfen hat. ein brennender geschmack, eine taube spur im mund, wie bei keiner anderen pille, die ich je geschluckt habe.

ich weiß nicht, ob das gut ist. vermutlich nicht, denn es verfälscht den zustand. aber ich schlafe wieder, so einigermaßen. und ich brauche das, etwas ruhe und ein wenig schlaf nach diesem schmerzmonat. eigentlich könnte ich den ganzen tag nur schlafen und im anschluss daran gleich auch die nacht.

aber das geht natürlich nicht. morgen darf ich dann früh raus und mit dem rad nach charlottenburg, weil die bvg streikt. (das motorrad verbietet sich, wegen der anhaltenden schulter- und kopfstarre. aber mal sehen, wie es morgen früh aussieht.)

hallelujah!

schlaflos

was für ein tag. noch vor dem schreibkurs durch den prenzlauer berg gehetzt, mich brav in dieses labor begeben, wie von einer ärztin vorgeschrieben. dann in den kurs, den zu beginnen im letzten jahr eine wirklich gute idee war. bringt mich wahnsinnig voran im text, immer wieder. anschießend zur gyn, wo ich fast zwei stunden im warteraum hocke. zunehmend ratlos. und noch ratloser, als ich feststelle, dass frau doktor mich in exakt in dem moment zu duzen beginnt, in dem sie meiner genitalien angesichtig wird. immerhin mal was neues. bislang gab es in diesem moment von diversen frauenärtzinnen immer nur die eine frage: was machen sie beruflich?

und all das nach einer weiteren, ziemlich miesen nacht. so gut wie schlaflos.

bei der physio gestern erfahren, dass die frau, die mich zu anfang derart miss(be)handelt hat, inzwischen gefeuert wurde. oder als freiberuflerin aus dem team entfernt, was auch immer. ich solle mir diesbezüglich keine sorgen machen, hieß es. weiter habe ich nicht gefragt.

sorgen mache ich mir aber, immer mehr sogar. drei, vier oder fünf wochen sind das jetzt schon, und vielleicht hört das nie wieder auf. (denke ich mitunter.) das ist doch keine erstverschlimmerung mehr. zumal nichts so richtig schlimm war, nur zu hart, zu eng, zu unbeweglich. aber dabei zumeist so gut wie schmerzfrei. bis ich mit dieser behandlung angefangen habe.

ich verfluche den tag, an dem ich mich in diese praxis begeben habe.

darunter

auf dem weg zur arbeit heute zum ersten mal das rechtzeitige aussteigen aus der u-bahn verpasst und lesend gleich drei stationen zu weit gefahren. buchmessenmaterial durchgeschaut, zum teil recht grottig, dünnschichtige bemühungen diverser edelfedern.

keine ahnung, warum ich das so spannend fand. vielleicht um meinen wert zu taxieren, mein level, mein niveau. wissen, wie das pendel schlägt. dass das pendel schlägt. mal dieseits, mal jenseits, neu ist das nicht.

alles ist schwung, wie im wasser die wellen, und ich bin unter.

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