am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

sich betten

jahrzehntelang habe ich mich nicht rangetraut an das bett, das mein vater mir gebaut hat. kurz vor seinem tod, im letzten moment sozusagen. so ein ding zum zusammenstecken, ohne jeden nagel. auch keine schrauben oder winkel, einfach nichts aus metall. nur holz und leim. aber jetzt geht es nicht mehr anders, der starre bretterboden funktioniert für mich einfach nicht mehr. ein lattenrost muss her. deshalb muss ich jetzt an das bett ran, das mein vater mir gebaut hat.

aber ich kann nicht ohne metall. leider.

als erstes stellte ich zu meiner erleichterung fest, dass er doch ein paar schrauben benutzt hat. genau da, wo ich nun auch schrauben muss, weil es anders nicht geht. die schmalen latten als halterung für die bretter, sind nicht nur geleimt, sondern tatsächlich auch verschraubt. an exakt dieser stelle muss ich nun nun alles passend machen, nirgends sonst. schwein gehabt!

nervig ist nur, dass das ziemlich dauert. den ganzen tag heute habe ich daran getüftelt. (und noch ein bisschen an was anderem. und auch ein wenig gearbeitet. und, und, und.) jetzt sollte ich aber alles für den umbau zusammenhaben, um morgen in die endrunde zu starten. das bett tapfer auseinandernehmen, bis ins letzte einzelteil, und dann daran herumschrauben.

am ende ist hoffentlich alles gut und ich ab sofort feinstens gebettet.

zeitlos

business as usual. nach acht stunden arbeit zzgl. zwei stunden fahrzeit bleibt nicht viel von mir, um zu schreiben. oder sonst etwas kluges zu tun, von dem nicht klar ist, wie lange es dauern könnte. welche wege es nimmt und welche schleifen sich zuziehen werden, um anderswo neue wege zu öffnen. die dann auch noch ergründet werden wollen.

die rauhnächte sind vorbei, die zeit zwischen der zeit, in der sich keine zeit befindet. sondern eine ansammlung von monstren, ungeheuer und engelsgleich, wenn man sich ihr nicht stellt. der zeitlosigkeit dieser zeit. wenn doch, wird alles glasklar. ganz einfach ist das, schnell und leicht.

doch das habe ich nicht. schon lange nicht mehr.

schande!

stattdessen ein wenig hirngeometrie, herumgemessen und zahlen notiert für den nächsten holzkauf. das bett ist noch nicht ganz fertig. danach geht es ins bad, da ist auch noch viel. und dann liegen da zwei bretter, von denen ich nicht weiß, ob ich sie überhaupt noch fertigmachen soll. abwarten.

vom zwang des scheiterns der projekte

das zwangsläufige scheitern des projekts liebe. (frei nach undine gruenter.) ich glaube ja nicht daran. nicht an das scheitern und schon gar nicht an die zwangsläufigkeit. dieses große scheitern am stück, das existiert nicht.

was zählt ist die summe des (tatsächlich zwangsläufigen) kleinen scheiterns, immer und immer wieder. mitunter am immer selben objekt und damit unerträglich auf dauer. doch letztendlich ist es ein allmähliches gelingen, das auf die art bewirkt wird. (und das nahezu zwangsläufig.) oder was auch immer, keine ahnung, wie man das nennen könnte. so unverstellt und frei zugänglich, dabei ebenso auch verborgen. auf jeden fall ist es ein gewinn.

aber damit bin ich wohl allein.

schreibzeit (12)

gleich null, so sieht es aus. der digitale zeitstempel ist gnadenlos: seit dem 20. dezember, nachts um 23:04h habe ich den roman nicht angefasst. das sind über zwei wochen!

und das ist zuviel! jetzt muss ich mich mühen, anlauf nehmen vielleicht, um wieder hineinzufinden. das ist arbeit, richtige arbeit und kein spiel, keine freude. puh! ich sollte es besser wissen. nicht nur wissen, auch umsetzen.

immerhin habe ich noch ein wenig heute und morgen, bevor es in die alltagsarbeitsmühle zurückgeht. und die steuersache ist erledigt und von der todo-liste getilgt. bis zum nächsten jahr. nochmal puh!

und jetzt weiter.

sonderlich

ich sei ein besonderer mensch, das höre ich immer wieder durch die jahrzehnte hindurch, die ich mit menschen verbringe. oft ist es zum abschied, vermutlich um mir diesen zu versüßen. oder zu erleichtern. um mir mit auf den weg zu geben, dass es auf gar keinen fall meine schuld, aber wen interessiert schon schuld? und seit wann kümmern sich schuldgefühle um solcherlei erklärungen? im fröhlichen ringelrein der synapsen wird da besonders schnell zu sonderlich, was ich ganz ohne zweifel auch bin.

inzwischen bin ich so alt, dass mir das im grunde niemand mehr sagen muss, aus welchen grund auch immer. ich weiß es längst selbst, und eigentlich weiß ich es schon lange. ich kenne das ziel, seit ich mit zwölf bei meiner oma im sessel hinter der tür saß. allein. vielleicht sogar schon länger, seit ich vier bin, auch wenn ich mich daran nur vage erinnere. auch da war ich allein, noch im land zwischen traum und alltag. gefangen.

das ziel zu kennen, mit der gewissheit zu leben, dass es sich nicht ändern wird. damit bin ich privilegiert, ich weiß. wenn man den kopf (früh) sehr hoch trägt, verleiht das übersicht und sicherheit, aber auch überheblichkeit und damit zwangsläufig verwirrung. wenn der blick am boden bleibt, muss man aufpassen nicht (zu früh) zu boden zu gehen, und der mittelweg unterscheidet sich wenig von all den anderen, ziellos verschnörkelten wegen. das ziel zu kennen, entbindet nicht davon, die vielen kleinen entscheidungen zu treffen, die auf dem weg liegen. nicht im geringsten.

so gehe ich vor mich hin, mal schneller und mal langsamer. mal liege ich besser mit der wahl meiner richtung, mal grottenschlecht, ohne es auch nur zu merken. aber weiter geht es immer, es führt sogar weiter, sich völlig zu verwirren und auf ganzer linie zu versagen. auch dann findet man sich auf jeden fall an einer anderen stelle wieder als zuvor. ein anderer ort, zwangsläufig. und besser womöglich.

und manchmal ist es zeit, den kopf zu heben, über alles und alle hinweg, sich selbst bewusst. je älter ich werde und irgendwann dann für immer.

jetzt, zum beispiel.

aus dem weg

der 2019er alltag hat mich arschkalt und steinhart erwischt. noch vor dem frühstück stapfe ich durch schneeflöckchen zur s-bahn und dann nach hause. ein wenig überrascht, auch von mir selbst. aber wenn man im weg ist, ohne das so recht zu begreifen oder auch nur rechtzeitig mitzubekommen, dann sollte man wohl besser gehen.

zügig und konsequent. sonst wird es immer nur noch schlimmer.

seife waschen

morgens immer noch schwer verschmerzt, wenn es auch nicht mehr jault und pocht in mir. es drückt also und klemmt, nur nachts bleibt dieses puckern. die tage sind deutlich besser. ich versuche, mich zu bewegen, rumsitzen und rumliegen ist nicht so angesagt. außer im wasser natürlich.

susanne in der badewanne, damit wurde ich schon als kind aufgezogen:  „ … wusch ihre seife, bis sie ganz klein war … “ (so zumindest erinnere ich es.)

natürlich passt das von grund auf nicht zu mir, die namensgebung allein. auch eine „mutti“ gab es nicht. blonde locken hingegen hatte ich tatsächlich in den ersten jahren, kaum zu glauben. außerdem ich soll immer tierisch gebrüllt haben, sobald mir wasser über den kopf kam.

malz

im bett sitzen und gemütlich in den uralten rechner tippen. (x61 mit win 10, läuft tatsächlich.) geht jetzt, weil mich jemand auf die idee gebracht hat, ein schickes rückenpolster am kopfende zu installieren. warum bin ich da eigentlich nicht früher drauf gekommen?

natürlich tut im bett sitzen und tippen dem rücken auch irgendwie weh. aber irgendwann muß man ja mal ins bett, schlafen. und  hier hocken tut anders weh als am schreibtisch, an welchem auch immer. das ist doch schon was. aber eigentlich soll ich mich trollen, als rumtrollen, in der welt. das heißt wohl spazierengehen, weder liegen noch sitzen und so. kein hocken mehr, keine erstarrungen.

das ist ja alles kein problem, das lässt sich vor allem leicht sagen. aber wie soll ich die schultern sinken lassen? nach hunderten von jahren, die last. wie nehme ich den biss aus den kiefern? mit dem ich die karren ziehe, seit jeher. wie ein getrenster gaul, ein ochse, gejocht. beides.

wie hebe ich den kopf? ohne die angst zu schüren? wenn ihr mich dann seht. triple wood. und ich euch, sowieso.

wußtet ihr das? nichts wißt ihr.

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