am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

nachts, wenn ich nicht schlafe

dann bin ich eben wach. nicht immer ist das so, weil ich schmerzen habe. eigentlich sogar eher selten. jetzt zum beispiel.

nachts bin ich wach, weil es ruhig ist. weil alle anderen schlafen. ihre körper kommen mir nicht in den weg, ebenso ihre gedanken. endlich sind sie still. ihre absichten, gefühle und verzweiflung. ich spüre ihren atem nicht, der die luft bewegt, und ihre träume. die träumen sie ganz für sich, in der nacht. und tragen sie nicht wahllos in eine welt, die mit freuden illusionen schafft.

nachts bin ich gerne wach, ganz allein ist es gut. nicht zu träumen und nicht zu verzweifeln, aber zu leben. bis in den tag,

ende und anfang

das waren seltsame tage und schlimme nächte, völlig outstanding. so richtig klar hab ich immer noch nicht, was das denn wohl gewesen sein könnte. so bis ins letzte, das weiß ich wirklich nicht. nur dass es wieder besser geht, jetzt, das schlafen und das leben, das handeln mit diesen schmerzenden händen. alles ist fast wieder normal, so gut es eben geht. ich bin zufrieden.

das ist ein anfang. immerhin.

überhaupt scheint mir vieles derzeit ein anfang zu sein. oder auch alles. alles neu und alles zum ersten mal, mir daher völlig unvertraut. sogar jobangebote trudeln bei mir ein, über facebook und anderswo. in schönster regelmäßigkeit. jetzt, wo ich so gut wie keine zeit für so etwas habe. menschen wollen mich abwerben von da, wo ich bin. auch unter der hand, das war die krönung heute. kaum zu glauben.

es ist ganz und gar unüberschaubar, was da auf mich zukommen mag. alles offen und alles gut. egal was, daran besteht überhaupt kein zweifel. und das ist ungeheuerlich, es ist vollkommen verrückt. ich bin in höchstem maße fassungslos.

das ist es wohl, zumindest ein teil davon. das hat mich ordentlich aus der bahn geschleudert, in den letzten tagen sowieso und auch davor schon.

wobei im kern doch alles klar ist, sauber und entschieden.

ich werfe mein leben ins spiel. endlich.

no problem

wieder so eine nacht, gestern, die dritte in folge. in der der schmerz ein cocktail war aus muskelkater, halsstarre und rheuma vielleicht. vielleicht auch nicht, ich habe keine ahnung. da geht viel zuviel durcheinander.

zwischen den beiden ärztlichen extremen, einerseits den schmerz besser nicht aushalten zu müssen vs. den magen vor allzuviel schmezermittelzufuhr unbedingt schonen zu sollen, habe ich mich heute gegen abend für ersteres entschieden. ohne rücksicht auf meinen magen, der ein schweigender sack ist, der tut, was von ihm verlagt wird. immer.

eine winzigkeit ibuprofen wird mich also gleich schlafen lassen. so einfach ist das. so gut.

alles kein problem.

ein gutes hat das ganze übel übrigens. in den zwei, drei stunden wachliegen letzte nacht habe ich die wohnung entworfen, in die meine beiden aktuellen protagonisten alsbald einziehen werden. ich bin durch die räume gelaufen, habe balkone angebaut, drei an der zahl. dazu ein paar gute dialogfetzen aufgefangen, aus denen noch etwas wachsen wird. ich bin sicher.

in der phase bin ich nun also. dass mir der text in die zwischenwelten von schmerz und schlaf wandert. und sich dort nährt.

na, mal sehen.

auch das sollte ich kennen und können.

abwracken

ärzte sind ein seltsames volk. vielleicht sollte ich ihnen abschwören, den rücken zudrehen. warum überhaupt habe ich mich ihnen jemals zugewandt?

vor zwei wochen sagt mir die eine, ich solle ruhig schmerzmittel nehmen, denn es hülfe gar nichts, wenn ich die schmerzen auszuhalten versuche. davon würde ich auch nicht schneller gesund. da ging es noch um die gürtelrose. naja, so schlimm war es eigentlich nicht, ich hätte das schon aushalten können. aber ohne war dann doch schöner.

am donnerstag sagt mir dann die andere, im selben zimmer übrigens, wenn ich so viel schmerzmittel nähme, müsse ich dazu auch ein magenschonendes mittel usw. und frühstücken und so, nie auf nüchternen magen. obwohl mein magen so ziemlich alles schluckt, ohne aufzumucken. da ging es um die schultern, auf denen ich nachts kaum noch liegen konnte. und immer noch nicht so recht kann. und um dreimal voltaren, mehr nicht.

also habe ich das ibu mal weggelassen gestern. die nacht war nicht schön und nicht besonders lang. seit kurz nach sieben bin ich wach, und das am samstag. nicht nur beide schultern und der nacken, auch das linke handgelenk, der rechte ellbogen, rechte hüfte, linker fuß, beide knie. wenn das mal nicht doch das rheuma ist, einer noch anderen ärztin zum trotz, die im herbst noch etwas anderes behauptet hat.

ich bin ein wrack.

und wage mich dennoch an den hartcore-test. wenn das rheuma ist, also entzündungen überall in den gelenken, dann gibt hitze dem geschehen den rest. dann wird es übel, wenn ich so in eine heiße wanne steige. hatte ich auch schon, plötzliches unerträgliches pochen überall. das war keine gute idee. damals. ich mache es dennoch, heute, kurz nach acht.

das ergebnis ist ein anderes. es wird besser, deutlich besser, als ich den fluten entsteuge. nur die hände, die finger, aber das soll ja arthrose …

ach verdammt, ich bin ein wrack.

ein einziger vogel, gegen halb fünf uhr morgens, flötet mir den frühling. tapfer!

immer noch die schultern, die linke vor allem. auch die letzte nacht war dementsprechend scheiße. ich versuche also ein anderes kopfkissen heute. und ein anderes schmerzmittel.

mittwoch ist physio, endlich. es wird wirklich langsam zeit, dass sich da mal was bewegt. dass ich ein wenig klarheit erlange und herauskriege, was zu tun ist. so ganz grundlegend.

am donnerstag dann hausarzttermin für genau jenes, das grundlegende. das ganze durcheinander ein wenig sortieren. hoffentlich. ich kann ja nicht immer alles alleine machen.

aber wer weiß?

die anatomie der wirbelsäule ist übrigens ziemlich komplex. war gar nicht so einfach, davon ein klein wenig zu verstehen. es gibt wirbelkörper und bandscheiben, knöcherne haken und beulen, es gibt löcher und tunnel, für all das nerven- und gefäßgeflecht, das sich da durchschlängelt. wahnsinn!

das ganze ist ein kunstwerk im grunde.

es gibt auch gelenke, logisch, aber da wäre ich so gar nicht drauf gekommen. wie ahnunglos und dumm von mir. und in der lendenwirbelsäule unten ist kein rückenmark mehr. es hört wohl einfach auf, wenn ich das richtig verstanden habe.

nur wie?

gerade bin ich nicht mehr sicher, ob das mit dem bettumbau so richtig war. ich schlafe denkbar schlecht, ich kann es nicht anders sagen. beide schultern schmerzen derart, dass ich kaum weiß, wie ich liegen soll. ich werde wach, jedesmal wenn ich mich bewege. seit tagen ist das jetzt so.

das nervt.

vermutlich ist aber gar nicht das bett verantwortlich, sondern vielmehr dieser vorfall hier. die physio, durch die gürtelrose verzögert, läuft gerade erst an. und meine ganze hoffnung liegt genau dort. in bewegung.

einstweilen gibt es also nur schmerzmittel, die ich in bunter vielfalt zu mir nehme. lasse ich sie weg, wird es sofort wieder schlimmer.

ebenso ist da diese stetig zunehmende halsstarrigkeit.

das gefällt mir alles gar nicht.

futur iii

der paketdienst klebt um kurz nach zehn einen zettel für mich außen an das klingelschild auf dem steht, man habe mich um vierzehn uhr dreißig nicht antreffen können, weshalb mein paket nun in einen paketshop transportiert würde, wo ich es ab dem nächsten werktag innerhalb der folgenden acht werktage persönlich abholen könne.

das ganze nennt sich zustellversuch. es ist wohl der versuch, also das versuchen an sich, das zählt. oder das suchen, nach alternativen lösungen.

klingeln wäre zufriedenstellender gewesen. für alle beteiligten.

when things fall into place

seit einer woche ist mir, als würde alles langsam, ganz langsam zusammenfallen. all die grenzen und beschränkungen, die trennwände und schutzmauern. das leben öffnet sich, ich bin da, auf einma. und ich bin sichtbar. besser spät als nie, könnte man meinen. ich habe auch gar nichts dagegen, es wurde wohl zeit. endlich.

andere erleben so etwas vermutlich als junge erwachsene. dieses gefühl, dass die welt zu allem bereit ist, jeder weg möglich, und das eigene darin von unverkennbarer bedeutung.

ganz so ist natürlich nicht. ich bin nicht jung, ich war es nie. somit ist sowieso alles anders, jetzt. dennoch scheint sich auf einmal alles an seinem platz zu befinden. wofür ich mich vor einer woche noch geschämt hätte, das elend meines eigentlichen berufs, für dessen ausübung ich seit jahren und jahrzehnten zunächst einmal das geld beschaffen muss, um ihn mir leisten zu können.

auf gut glück, ohne hoffnung, ohne ziel.

das ist es, was in sich zusammenfällt und sich damit zugleich zurechtrückt. mein talent und meine bestimmung, der weg ist gemacht. ich weiß nicht einmal wie. und warum. bislang ist auch konkret noch gar nichts erkennbar, nur die arbeit daran. die ist mir gewiss.

es ist die langsamkeit, die derzeit alles noch mehr oder weniger unkenntlich macht. auch für mich. und mich damit verwundert und beglückt zugleich.

zusehen zu dürfen, wie sich alles findet. weil es sich finden muss. im nachhinein sagt sich das leicht. doch meine welt war eine andere, bislang. nicht eingeteilt in gewinner und verlierer. nicht beschränkt auf die einfachen wahrheiten. mehr ein geflecht von atmen und verstehen in all dem nebel. deshalb war ich nie ein verlierer, allerhöchsten verloren. das habe ich gekannt, damit konnte ich rechnen, so habe ich gehandelt.

doch wie es aussieht, habe ich jetzt auf einmal gewonnen. ich kann es nicht anders sagen. und was nun?

später mehr, weniger kryptisch. vielleicht.

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