am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

episoden

in fünf tage durch vier städte, so richtig meins ist das nicht. am ende bin ich verwirrt und leer zugleich. dem schreiben hilft das nicht. gar nicht.

andererseits: die kurze frage gestern nach einem text, einem ziemlich großartigen text, den ich vor jahren geschrieben habe, und der es zu nichts gebracht hat, treibt mich. die ergänzung auch, ob ich nicht in diese richtung?

nein, will ich eigentlich nicht. ich will den roman fertigmachen, jetzt. aber es ist dennoch in meinem kopf, nicht besonders gut bedeckt. sowieso nicht. die ganze zeit nicht. ich habe einen titel für eine kleine sammlung kurzer und kürzester und mitunter auch ein klein wenig längerer episoden mit lediglich thematischem zusammenhalt. wenn überhaupt. und ich würde sie mir zurückwünschen, die intensität von damals. auch wenn ich weiß, daß es nach jahren unterbrechung deutlich anders werden würde.

was wiederum gar nicht so schlecht wäre.

ch

ich bin gar nicht in konstanz, ich bin ich kreuzlingen. jeden tag laufe über die grenze hin und wieder zurück, das ist nicht außergewöhnlich. seltsam ist, daß man die grenze erkennt, ziemlich deutlich erkennt. meistens jedenfalls, da wo ich hergegangen bin. und daß das geld ein anderes ist. am überraschendsten allerdings war die kontrolle im bus. das hatte ich nun wirklich seit jahren nicht, daß da leute in warnwesten zusteigen, mit waffen am gürtel und die ausweise checken.

ob das an der schweiz liegt? glaube ich eigentlich nicht, auf dem hinflug wurde nicht ein einziges mal mein ausweis verlangt. willkommen europa!

heute ist es wie gestern, nur ohne migräne. es ist eine große erleichterung, nach den klassischen acht stunden arbeit nicht gleich wieder an die arbeit zu müssen. was ich jetzt zusätzlich mache, und das ist ja auch nicht gerade wenig, kann ich weitgehend frei einteilen. und einfach mal was anderes machen.

zum beispiel kurz mal so richtig sauer werden, weil der motorradschrauber seit bestimmt drei monaten kein bißchen voran macht. daraufhin dann ein stück von einem regal absägen, weil ich es kann. und will. gute entscheidung, muß aber noch nachgearbeitet werden.

zeit + geld = gold

neu ist, daß ich von der arbeit nach hause komme und nicht gleich in arbeit verfalle. in andere arbeit, brotarbeit, in abarbeit von sich ansammelndem zeug. das ist vorbei habe ich beschlossen und das daraus resultierende kapital dahin weitergereicht, wo es gebraucht wird.

das ist wunderbar.

bauglück

alles schön.

auch wenn ich zirka drei liter kleister angerührt habe, um ein paar briefmarkengroße tapetenflicken anzukleben. naja, ein wenig größer waren sie schon. der kleister reicht aber jetzt noch für geschätze zwei bis drei bahnen. die ich nicht habe, kein bedarf also. gut, daß tapetenkleister ebenso harmlos wie haltbar ist.

gut auch, daß ich sowieso eher abends oder nachts schreibe, dann kann ich tagsüber ohne schlechtes gewissen bauen. bauen ist in gewisser weise tief verbunden mit dem schreiben, für mich sind die prozesse nahezu identisch. ein spiel mit planung und intuition. bauen macht mich glücklich. schreiben auch.

heute also erstmal ein kleiner, spontaner lampenumbau, mit holzbohren und metallsägen. mit der neuen kleinen metallsäge, von der ich gestern noch dachte, daß ich sie doch gar nicht kaufen muß, weil ich ja eine habe, die ich auch schon so gut wie nie benutze. aber die neue ist so eine alte, wie die von meinem vater. mit diesem klassischen einklappbaren griff, da konnte ich nicht anders. dann die besagten verkleisterten tapetenflickereien, was echt nicht so nicht so ding ist und daher keinen besonderen spaß macht. zum schluß ein bißchen windows, updates für den zukünftigen schreibmaschinenrechner. klicken und warten, das ist nun wirklich langweilig.

was mich wundert: ich bin ja vorwiegend eine holzarbeiterin, warum erinnere ich mich so intensiv an eisenfeilen? bei meinem opa im schuppen.

geht nicht

also so geht es nicht. den ganzen tag nur zeug erledigt und vor mich hingerödelt. das ist kein schreiben, keine kreativität. obwohl man das auch anders sehen könnte.

gestern nacht zum beipiel, todmüde nach einem höchstaktiven tag, fiel mich beim eintritt in die wohnung, endlich, die entscheidende idee für die neue garderobe an und drei schritte weiter darauf basierend ein neues lichtkonzept fürs bett. darüber war ich heute noch so begeistert, daß ich darin herumgedacht habe, listen angefertigt und dazu gegoogelt habe. und wie das so ist, wenn erst einmal eine idee sich in bewegung gesetzt hat, dann folgt daraus ebenso schnell wie logisch neue bewegung. die dinge passen sich eigenmächtig an, man muß es nur wahrnehmen. und notieren vielleicht, um es irgendwann umzusetzen.

man muß den ideen auch raum geben, sich zu entwickeln. raum und zeit. so manches wird sich noch ändern, bevor es umgesetzt werden wird. manche entwicklung kommt sowieso erst in gang, wenn die gegebenheiten abgeklärt sind. was bei baulichen maßnahmen recht handgreiflich ist: rohre, gewinde, kabel, haken und glühlampen.

beim schreiben ist es nicht viel anders. wer schreibt, tut das auch, wenn er gerade nicht schreibt.

in bezug darauf gab es auch eine idee heute, eine pragmatische. mein erstes thinkpad, das x61, ist für den normalen bürobetrieb längst bei weiten zu alt und zu unterdimensioniert. ausgestattet mit dem aktuellesten betreibssystem laufen zwar durchaus sämtliche programme, die zu meiner gewohnten ausstattung gehören, das aber nur in einem ganz und gar arbeituntauglichen tempo. indiskutabel und auch längst nicht mehr nötig, da ja inzwischen zwei taugliche arbeitstiere zur verfügung stehen. für alle fälle.

deshalb ist der kleine jetzt downgegradet, um ab sofort als schreibmaschine zu fungieren. zwei drittel der programme sind entfernt, geblieben ist nur textverarbeitung und eine rudimentäre internetausstattung für alle fälle. so passt es, zumal die akkuleistung noch grandios ist, über vier stunden.

als nächstes muß ich mir dann wohl ein passendes café in der gegend suchen, wenn ich hier zuhause das rödeln nicht lassen kann. wenn ich sonst nicht ans schreiben komme. das sollte sich finden lassen, immerhin befinde ich mich ja im allerhipstersten bezirk berlins. und vielleicht geht das ja doch irgendwie, das schreiben im café, zumindest für die anstehenden überarbeitungen. auf papier ging es ja auch, damals in wuppertal.

das muß ich jetzt wohl einfach mal probieren. alles.

paddeltango

gestern hat die alte frau sport getrieben. erst drei stunden paddeln, inklusive an-* und vermutlich zeitgreiches abbaden. anschließend tango. das hat ihr den rest gegeben, noch vor mitternacht. und heute ist sie verkatert.

das zuhausesein bekommt ihr übrigens nicht. sie ist unmittelbar in den erledigungsmodus zurückgekehrt, in die diktatur der (inneren und äußeren) auflistungen. verdammt.

außerdem fängt sie an, über sich selbst in der dritten person zu berichten. die alte.

* stimmt ja gar nicht, ich war doch vielfach im wörthersee im juli. natürlich!

heute ist der letzte sommertag, wird allgemein behauptet. komischerweise hatte ich den eindruck, daß gestern der erste war. das ist irgendwie blöd. damit fällt vermutlich das abschlusspaddeln zusammen mit dem anbaden. ich war tatsächlich noch nicht schwimmen in diesem sommer.

zudem flüchtet sich die rechte hand, ausgerechnet, in etwas zuviel rheumagerschehen. seit gestern nacht, sodaß die träume daraus bestanden, eventuell doch nichts aufs wasser zu können, heute. mit ausreichend schmerzmitteln wird es aber gehen. hoffe ich.

locker und entpannt, offen und bereit ist irgendwie nichts in berlin.

nach dem fenster putzen noch ein bißchen was in der wohnung gebaut, ich kann halt nicht anders. dann nur noch zeugs erledigt, ich bin eben so. wenn ich zu hause bin. zur post und zu meinem motorradbeauftragten, der immer noch keinen schritt weiter ist auf der suche nach dem passenden ersatzteil für die 31 jahre alte maschine. das wäre wichtig. aber er erzählt mir schon seit wochen von seiner besten freundin, die nicht mehr lange leben wird. derzeit besucht er sie wohl abends immer im hospiz. da sag ich dann nichts mehr, da hoffe ich nur.

anschließend mit dem lieblingskollegen aus dem früheren job essen gewesen. mehr so schlemmen eigentlich, vorspeise und hauptgericht mit eis zum nachtisch. ein sanfter engel. darüber geredet haben wir nicht so viel, aber ich habe mich an das berufsdesaster damals erinnert, an das ich mich sonst kaum noch erinnere. und das ist gut so.

jetzt vorfreude aufs paddeln morgen.

mit schreiben hat das auf den esten blick nicht so viel zu tun, aber zumindest das bauen kommt dem für mich recht recht nah. ab donnerstag ist dann wieder alles frei. der weg und so. mal sehen.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner