fenster putzen: der inbegriff der prokrastination. und tote fliegen und spinnen von den fensterbänken fegen natürlich.
alle tage
unter milch
keine milchstraße hier. es gibt sterne, viele sterne. so viele, daß sie aufrücken und zwinkern, wispern, wortlos flüstern. aber keine milchstraße.
die lebt am meer, vermutlich. oder dort in der nähe. ich zumindest in ihr immer nur am meer begegnet. das erste mal in holland, da war ich anfang zwanzig. und völlig überwältigt. ducken wollte ich mich unter ihre kraft, so nah. ich stadtkind, ich.
daß mir niemand zuvor davon erzählt hat.
das zweite mal war an der ostsee vor drei jahren. der effekt war in etwa derselbe. völlige überraschung und faszination, mit da schon über fünfzig. wie hatte ich das vergessen können.
daß es eine milchstraße gibt.
die man ja hin und wieder mal besuchen könnte, sich unter sie begeben. sie ansehen, weil sie so schön ist.
ja, es stimmt, nur zweimal habe ich bislang die milchstraße gesehen. wenn das in dem rhythmus weitergeht, dann sehe ich sie in diesem leben wohl nicht wieder.
sonnentag
ein tag ohne buch heute, ohne arbeit, ohne plan. immerhin ist sonntag, wenn mich nicht alles täuscht. statt dessen urlaub, radeln, schlendern und dümpeln, mit überraschend viel sonne. ach nee, dümpeln leider nicht, das paddeln hab ich wieder ausgelassen. aufgrund nicht unerheblicher vormittagsdüsternis, was aber vielleicht nicht allzu schade war. da hatten wohl viele dieselbe idee heute. (paddeln in berlin ist eh schon für mitte nächster woche verabredet.)

jetzt ist es schon fast dunkel. die nacht soll klar sein, sagt der wetterdienst. vielleicht gehe ich gleich nochmal los und suche die milchstraße. zum abschied.
vielleicht ist die ja auch hier irgendwo.
ich weiß nicht, wann ich das endlich lerne. immer wenn ich behaupte, etwas sei zum glück keine migräne, dann ist es dann am ende doch. das kann doch nicht so schwer sein, nach zirka 40 jahren. (immerhin hat das migränemittel mal wieder gewirkt. ist ja auch was.)
rumradeln
es spricht durchaus für mich und diesen ort ‒ oder? ‒ daß ich den schleichradweg am wasser entlang ins zentrum, wo ich gestern dn englischen laden mit creamtea entdeckt hatte, gleich am zweiten radtag gefunden habe, ohne überhaupt danach zu suchen. und umgekehrt auch, also den rückweg.
lag einfach so auf dem weg. bin nur so rumgeradelt.
weniger schön: daß ich am diesigen, eher kühlen morgen das paddeln verworfen habe, um wenig später schon festzustellen, daß es wohl keinen besseren tag hätte geben können. sonne satt, aber nicht allzu heiß. immer wieder mal ein paar wolken, wenig wind.
die seele hätte es gebraucht.
aufrecht
der schreibtisch in meiner derzeitigen künstlerklause ist übrigens kein schreibtisch. es ist nur ein tisch mit einem stuhl, das macht sich nicht besonders gut für den alten rücken, nacken und damit für den gesamtschädel, der allzuschnell erschöpft und müde darniederliegt.
dabei ist es gerade mal zehn. aber die angelegenheit verdichtet sich ja, und es gibt pläne für morgen. da darf ich in ruhe schlafen. oder?