am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

innen ist alles gut

es ist soweit. ich weiß nicht mehr, was ich noch bauen könnte. nachdem die küche nun fertig ist, seit einiger zeit bereits, nur noch die silikonkante fehlt. nachdem inzwischen auch alles, was daraus ganz zwangsläufig gefolgt ist, abgeschlossen ist. die alten küchentüren hängen vor dem flurregal, und die zusätzlichen kisten und regale im schlafzimmer wegen des neuen rennrads, das mußte ja auch noch irgendwo hin, sind endlich fix verschraubt. gestern sind die tangoschuhe in ein bücherregal gezogen, als ich die obsolet gewordene seitenverkleidung aus bambusrolloresten neu und in holz gestaltet habe. sieht gut aus. aber keine ahnung, was das soll, was die schuhe dort sollen. aber jetzt ist es so, es scheint mir richtig.

so entscheide ich die dinge. indem sie sich selbst entscheiden. so ist es leicht, so geht es immer.

sogar der kühlschrank ist abgetaut, seit heute. innen ist nun also alles in ordnung, kein ansatzpunkt derzeit. auch kein wunsch danach. was mag nun kommen, an diese stelle treten. die freie stelle. die leere.

das heißt, nein: da ist ja noch die silikonkante. also warte ich. auf den richtigen moment, auf den tag der silikonkante. das geht ja nicht einfach so, eine kante sauber hinzukriegen. das muß zur rechten zeit sein, mit dem richtigen gemüt ausgeführt. sonst geht das gar nicht. das braucht ruhe, sonst kann es einfach nichts werden. von vornherein.

und dann geht am ende alles von wieder los, so ohne soliden abschluß. rien ne va plus.

koffer packen

drei bücher, ein magazin und den e-reader habe ich übrigens eingesteckt. dann doch. wohlwissend, daß das zuviel sein würde. war es auch, genau zweieinhalb bücher, ein magazin und den e-reader zuviel. den hab ich nicht einmal als tablet gebraucht.

mit zurück nehme ich jetzt acht bücher, das magazin und den e-reader. alles so gut wie ungebraucht. ich weiß auch nicht. gekauft habe ich keines. echt nicht!

koffer packen

es stellt sich heraus, daß auch der kleine koffer genügt hätte. der große bleibt vergleichsweise leer. irgendetwas muß falsch gelaufen sein. irgendetwas eklatantes muß ich vergessen haben. dabei habe ich zwei badetücher dabei und zwei badeanzüge und zwei bücher, nun doch. wenn ich nur wüßte.

aber ich weiß wirklich nicht.

koffer packen

ich versuche also, keine kamera mitzunehmen, schließlich gibt es ja instagram. und nur ein buch, weil ich in klagenfurt zu mehr eh nie komme. das eine also, das ich bis zur lesung mitte nächsten monats fertig gelesen haben will. da bin ich jetzt also gespannt und ein klein wenig zuversichtlich, zumindest was die kamera angeht.

komisch

gestern war ich, nebenjobbedingt, in der oper. zu einer gänzlich unoperlichen zeit am frühen nachmittag, mitten in die bühnenbildbauphase hinein, auf eine kleine führung und saalbestuhlungsbesichtigung. nicht zum ersten mal im leben stand ich also auf einer großen, leeren bühne, theater von hinten sozusagen. wiewohl das womöglich auch vorne sein könnte, ich weiß es gar nicht. immer wieder eigenartig, diese position im leben, irgendwie verdreht.

ein geschiebe war das, ein gerumpel und gerufe. handwerk eben, werkzeug und werkstoff, präzision und improvisation. (gaffa tape.) ich liebe das, das maschinenhafte, diese grobheit in allem. das kalte licht, die höhe, die unermessliche größe. ich verstehe das, so muß es sein. das ist theater. wie gern wäre ich dort geblieben, als teil der maschine, ganz am rand, unsichtbar. wie gerne.

das würde mich glücklich machen.

ständig lag mir die frage auf der zunge, auf der spitze vorn: ich will hier arbeiten, an wen muß ich mich da wenden? (mein onkel, jahrzehnte ist das her, war als schreiner beim gelsenkirchener theater. ob das überhaupt noch gibt? ein theater? in gelsenkirchen? mit eigener werkstatt?)

doch das ist wohl utopie. ich bin zwar ausgebildetete handwerkerin, aber ich bin auch 53, und gestern waren da (fast) nur männer. (am wuchten.) schade. vor 20 jahren vielleicht, da hätte ich es noch mit denen aufgenommen.

ich lehne an einer wand und warte

du bist ein schöner mann, aber ich habe nicht die kapazität, sagt mir eine frau im vorbeigehen.

gut, sie trug eine weinflache bei sich, schwankte ein wenig und schien insgesamt etwas desillusioniert. desorientiert. desolat. aber lachen mußten wir doch, beide.

nachhaltige verzweiflung darüber, zu nichts zu kommen, keine schreibzeit zu finden. das gemüt zerfressen von erledigungen, geldbeschaffung und grundlegender menschlicher unzulänglichkeit.

hörend

wer weiß? vielleicht ist es einfach nur, weil bald mein geburtstag ist und weil meine geburtstage mich zumeist infantilisieren. weil sie mich binden, zurückwerfen, mich quälen. im vorfeld. das kind, das ich war. die mutter, die ich kannte. das spiel, das uns getrieben hat. das mich ausmacht, bis heute, mich fasziniert. dieses ewige rätsel.

vielleicht ist es, weil erinnerungen die räume weiten. alle, auch die schrecklichen. sie öffnen die wege in das, was vergessen ist, was vorsorglich verborgen wurde. so rettet sich zartheit über die zeit.

vielleicht ist es aber auch, was andere schreiben und leben. wonach andere zu fragen wagen, nach geräuschen zu beispiel.

oder es sind die antworten, die der anderen -> #geraeuschederkindheit.

oder es sind die eigenen, am ende das eigene:

das geschrei der mutter draußen, vor der kinderzimmertür. das schweigen des vaters. der kleine bruder in todesangst. ich sprachlos, hilflos. die einzige, die älteste. ich bin zwölf. ich bin dreizehn vielleicht. ich bin kein kind. (tweet 26.5.16, extended)

die geschichte geht anders, sie ist länger, verdrehter. und es gibt viele geschichten. sie alle sind nur ein geräusch: das geschrei, in dem die welt erstickt. dieser lärm, der behauptet die welt zu sein.

nein!

zeit, es ist zeit

so, die maschine läuft wieder*. spät ist das in diesem jahr, sehr spät. früher bin ich oft schon im märz wieder gefahren, einmal im februar, nach ronsdorf hoch, wo mein vater in der reha war. oben lagen noch schneefetzen, so ist das in wuppertal. wir saßen da, auf einer bank draußen und sprachen über den frühen frühling, den wir beide so lieben. jemand auf einen pferd kam vorbei und grüße von oben herab. es war sein letzter frühling.

dieses jahr will ich auf jeden fall die stadt ab und zu verlassen, rausfahren in dieses brandenburg zum beispiel. verspochen. die maschine ist in ordnung und der sprit erschwinglich, soweit ich weiß. wann also sonst?

* nur das rücklicht hatte irgendeine macke. ist noch nicht verlässlich bislang, das ist unschön.

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