aber nach dem tango ist vor dem tango. immer.
alle tage
wenn es doch immer so still sein könnte wie jetzt gerade. und wenn es dann bitte dunkel werden würde, ganz langsam. und dann nie, nie wieder hell. und heiß. und wirr.
keine menschen mehr und keine fragen. keine anforderungen und ziele, keine absichten oder verpflichtungen. keine wünsche, keine träume, keine zeit. bitte.
innen ist alles gut
es ist soweit. ich weiß nicht mehr, was ich noch bauen könnte. nachdem die küche nun fertig ist, seit einiger zeit bereits, nur noch die silikonkante fehlt. nachdem inzwischen auch alles, was daraus ganz zwangsläufig gefolgt ist, abgeschlossen ist. die alten küchentüren hängen vor dem flurregal, und die zusätzlichen kisten und regale im schlafzimmer wegen des neuen rennrads, das mußte ja auch noch irgendwo hin, sind endlich fix verschraubt. gestern sind die tangoschuhe in ein bücherregal gezogen, als ich die obsolet gewordene seitenverkleidung aus bambusrolloresten neu und in holz gestaltet habe. sieht gut aus. aber keine ahnung, was das soll, was die schuhe dort sollen. aber jetzt ist es so, es scheint mir richtig.
so entscheide ich die dinge. indem sie sich selbst entscheiden. so ist es leicht, so geht es immer.
sogar der kühlschrank ist abgetaut, seit heute. innen ist nun also alles in ordnung, kein ansatzpunkt derzeit. auch kein wunsch danach. was mag nun kommen, an diese stelle treten. die freie stelle. die leere.
das heißt, nein: da ist ja noch die silikonkante. also warte ich. auf den richtigen moment, auf den tag der silikonkante. das geht ja nicht einfach so, eine kante sauber hinzukriegen. das muß zur rechten zeit sein, mit dem richtigen gemüt ausgeführt. sonst geht das gar nicht. das braucht ruhe, sonst kann es einfach nichts werden. von vornherein.
und dann geht am ende alles von wieder los, so ohne soliden abschluß. rien ne va plus.
koffer packen
drei bücher, ein magazin und den e-reader habe ich übrigens eingesteckt. dann doch. wohlwissend, daß das zuviel sein würde. war es auch, genau zweieinhalb bücher, ein magazin und den e-reader zuviel. den hab ich nicht einmal als tablet gebraucht.
mit zurück nehme ich jetzt acht bücher, das magazin und den e-reader. alles so gut wie ungebraucht. ich weiß auch nicht. gekauft habe ich keines. echt nicht!
koffer packen
es stellt sich heraus, daß auch der kleine koffer genügt hätte. der große bleibt vergleichsweise leer. irgendetwas muß falsch gelaufen sein. irgendetwas eklatantes muß ich vergessen haben. dabei habe ich zwei badetücher dabei und zwei badeanzüge und zwei bücher, nun doch. wenn ich nur wüßte.
aber ich weiß wirklich nicht.
koffer packen
ich versuche also, keine kamera mitzunehmen, schließlich gibt es ja instagram. und nur ein buch, weil ich in klagenfurt zu mehr eh nie komme. das eine also, das ich bis zur lesung mitte nächsten monats fertig gelesen haben will. da bin ich jetzt also gespannt und ein klein wenig zuversichtlich, zumindest was die kamera angeht.
komisch
gestern war ich, nebenjobbedingt, in der oper. zu einer gänzlich unoperlichen zeit am frühen nachmittag, mitten in die bühnenbildbauphase hinein, auf eine kleine führung und saalbestuhlungsbesichtigung. nicht zum ersten mal im leben stand ich also auf einer großen, leeren bühne, theater von hinten sozusagen. wiewohl das womöglich auch vorne sein könnte, ich weiß es gar nicht. immer wieder eigenartig, diese position im leben, irgendwie verdreht.

ein geschiebe war das, ein gerumpel und gerufe. handwerk eben, werkzeug und werkstoff, präzision und improvisation. (gaffa tape.) ich liebe das, das maschinenhafte, diese grobheit in allem. das kalte licht, die höhe, die unermessliche größe. ich verstehe das, so muß es sein. das ist theater. wie gern wäre ich dort geblieben, als teil der maschine, ganz am rand, unsichtbar. wie gerne.
das würde mich glücklich machen.
ständig lag mir die frage auf der zunge, auf der spitze vorn: ich will hier arbeiten, an wen muß ich mich da wenden? (mein onkel, jahrzehnte ist das her, war als schreiner beim gelsenkirchener theater. ob das überhaupt noch gibt? ein theater? in gelsenkirchen? mit eigener werkstatt?)
doch das ist wohl utopie. ich bin zwar ausgebildetete handwerkerin, aber ich bin auch 53, und gestern waren da (fast) nur männer. (am wuchten.) schade. vor 20 jahren vielleicht, da hätte ich es noch mit denen aufgenommen.