am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

muffins gebacken, dritter versuch erst, wenn ich mich recht erinnere. diesmal mit limetten drin und zuckerguß aus cachaça, vorwiegend. mußte gleich zwei essen. geht. gutnacht.

glances

dieser tag beschert mir als erstes einen blick von nina simone auf einem alten videoband. breathtaking. dann den von der gestern verstorbenen marie marcks, alt und klar. direkt. das würde ich auch wollen, denke ich. alt werden, auch so alt. gerne. da wäre noch viel zeit für zeug, viel zu sehen. zu sagen.

das wäre gut und richtig. die chancen stehen auch nicht schlecht, die direkte weibliche verwandtschaft scheint die 80 mit leichtigkeit zu überschreiten und bleibt ausgesprochen jung und lebendig dabei. andererseits gibt es natürlich gründe, warum mir das besser nicht passieren sollte.

dieses weihnachten. das ist mir mittlerweile nicht nur fern, sondern auch weitgehend fremd. ich kenne die vorgänge und abläufe der adventszeit, zumindest erinnere ich mich daran. so schwer ist das ja auch nicht. aber es gibt keine bedeutung mehr, keine verbindung. das ist offensichtlich verloren gegangen, vergessen. kein wunder eigentlich, weihnachten ist familien vorbehalten. es gehört den  menschen, die eine privatheit pflegen, wie ich es nicht tue. seit jahrzehnten nicht, im grunde noch nie.

ich vermisse das nicht, ich vermisse gar nichts. die dunkle zeit ist streßig genug, auch ohne printen, plätzchen und packpapier. es gibt kein weihnachten, nicht für mich. aber es gibt menschen. natürlich, es gibt nähe mitunter. eine vorstellung davon zumindest, die verfolgt mich dieser tage. mehr als sonst.

das hört nicht auf, geht mir nicht verloren. zum glück.

diese mischung aus november und aufkommender kälte sowie die zunehmende wechseljährigkeit – herbst, auch hier – macht mitunter schlagartig müde. unendlich müde. ich lasse das geschehen.

gimme 5

die waage nennt mir heute minus fünf in fünf wochen. an mir liegt das nicht, es ist alles hier. außer schokolade und kekse vielleicht. gestern abend gab’s ein fettes falafelsandwich nach dem tango. womöglich versuche ich, meine schuld zu tilgen, irgendwie.

nach weiterem, unvermittelt anberaumtem berechnungsbedarf meines lebens und meines wertes, seit tagen schon wieder, nach erneutem beschaffungsdruck von erklärungen und bescheinigungen meiner armut, fällt mich soeben eine weitere totalerschöpfung an. kein gedanke an schreiben und leben, an das wenige, das sonst noch bleibt. tango und freundschaft, dinge also, die ich gerade erst zu verstehen lerne.

stattdessen atmet mich nächtens die furcht, freunde im zuge der gegenwärtigen entwicklungen auch zu verlieren, zwangsläufig. nur noch erstaunen oder auch verachtung zu ernten, nicht ohne scham auf beiden seiten, ob der konstanten bodenlosigkeit meiner existenz. das ist das schlimmste.

angst bläst mir in die herzkammern, die flattern und rasen vor schreck. tag und nacht.

digital delay

das letzte drittel dieses jahren steht eindeutig im zeichen von manigfaltigen digitalisierungen. erst die videobänder, ich weiß nicht, wieviele. 50? 90? 130? dann sicher 150 kassetten, deren abwesenheit überraschend viel leeren stauraum im schrank hinterlassen hat. ab morgen dann wieder videos, zwei riesige tüten voll. das reicht bis weihnachten, ganz ohne zweifel.

über die hälfte der vorhandenen kassetten habe ich vorab aussortiert und weggeworfen, dennoch sind es am ende über 12 gb im mp3-format geworden, auf die ich nun wieder direkten zugriff habe. sehr seltsames zeug zum teil, nicht nur aufnahmen von schallpatten, cds und ein paar hörspiele und radioaufnahmen. auch mitschnitte von den früheren proben und auftritte, bootlegs quasi. ich bin begeistert!

behalten habe ich nur etwa 25 kassetten, das sind entweder originale oder geschenke von anderen, zusammenstellungen oder ähnliches. mixtapes halt, die kann man doch nicht wegwerfen. die ganz alten leiern und jaulen ein wenig. oder auch ein wenig mehr, wenn ich ehrlich bin, die sind eigentlich nicht mehr anzuhören. sind ja aber auch über 30 jahre alt.  ich hab sie trotzdem durchlaufen lassen, aus reiner nostalgie. keine ahnung, ob ich sie jemals hören werden.

schade irgendwie.

vor allem auch, daß diese kleine ding neben der maus unten im bild kaum jemals wieder in gebrauch sein wird. das ist zusammengebaut und zusammengebogen aus einer fahhradspeiche, einem kugelschreiberdrücker und einer fahrradspeichenmutter. mit meinem vater zusammen habe ich das erfunden, das war vor jahrhunderten, so kommt es mir zumindest vor. das ist eine kurbel, damit habe ich das gemacht, was alle anderen umständlich mit holzbleistiften bewerkstelligt haben: verdröselte bänder wieder korrekt aufgespult.

ein tolles ding. hätten wir uns vielleicht patentieren lassen sollen, damals. jetzt ist es dazu wohl ein bißchen zu spät.

null uhr, feierabend. die liste für morgen steht auch. alles ist gut. alles geht weiter, immer weiter. manchmal habe ich trotzdem das bedürfnis, ganz schnell fertig zu machen mit diesem leben. damit ich dann wieder sein kann.

einfach sein.

diese elenden momente, in denen der rücken tief innen plötzlich derart schmerzt. bei jedem atemzug, als würde ich gelöchert, gestanzt. wie durchbohrt, von hinten durch die mitte. nur durch kommt es nie.

auf gehts. in die sonne, den tag. die literatur.

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