ich schaue auf den balkon und sehe den frühling. in diesem jahr werde ich das stützgerüst für die tomaten neu konstruieren, bevor ich mich ans bepflanzen mache. mehr stabilität für noch mehr größe. bald schon, bald.
alle tage
platten
nachdem ich mich ewig lang reichlich dämlich angestellt und viel zu komplex gedacht habe, ist nun also der weg gefunden, um meine schallplatten zu digitalisieren. einfach aus der kopfhörerbuchse des verstärkers raus und in die mikrobuchse des pcs rein. das bringt vermutlich nicht absoute top-qualität, sollte aber reichen. läßt sich ja mit audacity auch recht gut steuern.
ich will nicht alle platten überspielen, aber einen guten teil schon. ich will sie nicht wegwerfen, die scheiben, wie ich es mit den meisten kassetten und videos gemacht habe. ich will sie nur wieder hören können, und zwar so, wie ich üblicherweise musik höre: unterwegs.
sämtliche beatles-alben zum beispiel, seltenes der neuen deutschen welle, davor die deutschen und österreichischen liedermacher. falco, eberhart schoener, neu, kraftwerk und t-bone burnett. ich kann es kaum fassen, ich werde in erinnerungen ertrinken.
das reicht weit zurück, da muß ich vorsichtig sein.
schreibarbeiten
die arbeitsfreien tage sind ja niemals wirklich arbeitsfrei. für freiberufler schon gar nicht und erst recht nicht für frei schreibende freiberuflern mit frei schwebenden schreibprojekten. es gibt viel zu tun, um die weiterführung des romanprojekts zu sichern. grundlegende dinge, die nicht zuletzt womöglich der finanzierung dienen mögen. wer weiß!? ich tue, was zu tun ist. es gibt deadlines. und ich träume.
außerdem ist ein schreibkurs zu gestalten, der bis zum sommer nach und nach durch verschiedene bereiche der schreibarbeit führen soll. ich bin froh um das internet und die moodleplattform bei Worte an sich, die ich vor jahren schon aufgesetzt habe. das macht es viel einfacher, aber auch spannender und intensiver als vor jahren, als ich 14-tägig vhs-kurse gegeben habe. ich mag es, das virtuelle klassenzimmer mit ebenso klaren wie vertrackten aufgaben und hinweisen zu tapezieren, für die ich, das weiß ich genau, immer auch ein wenig gehaßt werde.
gut so. schreiben ist vieles, auch widerstand. und eben arbeiten, abarbeiten.
physis
elend bin ich, ich kann es nicht anders sagen. migränegebeugt, ohne daß es einfach endlich mal zuschlagen wollte, das tier. lauert über mir und lacht sich eins. über mein augenbrennen, das nasenjucken und -bluten, die schluckenge. seit tagen. die angst im herzen, vor den träumen, den nächten. ich verstehe das nicht. aber ich weiß.
besser denn je vielleicht. und das ist (auch) gut. irgendwann dann, womöglich.
postangst
das kennen wohl alle, die länger als nur ein paar monate in einem engpaß gelebt haben. diese plötzliche willkür, die tagtäglich im briefkasten lauert oder zumindest dort lauern könnte, um den alltag gänzlich über den haufen zu werfen. von jetzt auf gleich, jede planung, alle hoffnung, das minutiös vorausgerechnete überleben für die kommenden tage und wochen. selten mehr als das.
ich bin diesbezüglich ziemlich gut, nahezu abgebrüht. es passiert nicht, niemals, daß ich etwa etwas nicht öffne, im gegenteil. den weg bis zurück in meine wohnung halte ich kaum aus, reiße die umschläge mitunter noch auf der treppe auf, damit es möglichst schnell vorbei ist. damit ich nachdenken, umplanen, neu ordnen, auf jeden fall irgendwie handeln kann. das ist routine. meinen blutdruck und die herzfrequenz messe ich in diesen momenten aber nicht. schon auf dem weg nach unten geht es los, wenn ich den schlüssel in die hand nehme, meine wohnungstür öffne.
so sieht es innen aus, in mir. die realität ist natürlich durchaus anders. ich weiß das. angst hat jedoch nichts mit realität zu tun. angst ist grundlegend bodenlos.
auch bei mir liegt vorwiegend werbung und sonstiger schrott im kasten. hin und wieder findet sich privates, das seinen weg nicht übers netz geht, aber ja, so etwas gibt es noch. manchmal erreichen mich einladungen oder sonstige pr, weil ich das HSB betreibe. (das zur zeit leider ein wenig zerschossen daherkommt, sorry. wir kümmern uns, bald.) das ist nicht immer nett, aber es macht nichts. vor allem macht es wohl kaum einen unterschied zu dem, was in anderen postkästen liegen mag.
manchmal dann aber doch. was da neulich – seite an seite mit einer erneuten verzögerungsmitteilung bezüglich des wohngeldantrags von vor neun monaten – im kasten lag, war mehr als eine überraschung. post von einem fremden menschen. privatpost von einer, die ich nicht kenne. deren namen und adresse ich nun weiß, aber sonst weiter nichts. in dem umschlag: bargeld, zusammen mit dem hinweis, das dieses als wertausgleich zum lesen meines blogs zu verstehen sei. dieses blogs hier, offensichtlich.
ich weiß nicht, was ich sagen soll. (außer danke natürlich. für den schreck, für die schönheit.)
dieses absurde blog. zusammenhanglos und unfolgerichtig. voller fehler vermutlich, voller leben. meine heimliche, kleine liebe, die mich in den jahren in berlin durch so manchen engpaß finzieller oder sonstiger natur geleitet hat. nur für mich, im grunde. ein schreibanker, mehr nicht.
oder doch?