am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schönheit

diese dunkle weite, die tief in meinen träumen wohnt. seit tagen schon, sie kam mit den wölfen ans licht. diese stille schönheit, im grunde unergründlich, die mich seit jeher umgibt. ich weiß. wenig ist so nah und doch so flüchtig, als wort allein unfassbar.

es ist zeit, ich werde wieder träumen.

weiterhin beißt es sporadisch ein wenig in der linken schulter, bei schnellen bewegungen oder belastungen nach hinten vor allem. die fingerknöchel wechseln sich ab mit dem zwicken, heute ist es das vordere gelenk des linken zeigefingers und, wie seit ein paar tagen schon, das zweite des rechten mittelfingers. das macht alles nichts. auch der blutdruck ist flexibel, ist mal überraschend niedrig, dann wieder gewohnt mittelprächtig. seltsamerweise fühle ich davon nichts, nur wenn es zu arg in den keller geht, so wie sonst nie, dann ist mir das unwohl. ein ganz klein wenig vielleicht, aber auch macht eigentlich nichts. irritierend dagegen ist der schmerz tief im linken ohr. gibt es rheuma im ohr? sicher nicht. vielleicht ist es das kiefergelenk, das ein gewohnt kräftiges kauen heute schwierig bis unmöglich macht?

langsam werde ich mir lästig mit dieser selbstobservation. grundsätzlich ist es mir nicht gegeben, nicht so zumindest, mir selbst derart auf der lauer zu liegen. als gäbe es da etwas zu entdecken, etwas wichtiges womöglich. nein. normalerweise dient dieses ich mir als instrument für wahrnehmung und reflektion. nur deshalb muß ich wissen, wer ich bin. und wie ich mich befinde.

viel tango gestern. viel arbeit heute. viel sonne auch. ich freue mich.

lost

es gibt sie, immer noch, dieses tage, an denen ich nicht bin, wo ich sein möchte, wo ich sein sollte. nicht dort, wo ich weiß, daß ich hingehöre. weil ich nicht darf, weil ich es nicht zugeben kann, weil ich mich nicht traue. weil ich nicht auffallen will, nicht gesehen werden. als eine, die auch irgendwo hingehört. dort, wo eigentlich andere hingehören, wo schon andere sind. vielleicht hier.

das ist die art, wie ich mich verliere, immer wieder. gestern war so ein tag.

heute ist ein anderer.

unterwegs

die richtige musik, im richtigen moment. die, die die türen zu öffnen vermag, die grenzen. die sie nicht nur sprengt, nein, welch ein frevel. die sie so nachhaltig vernichtet, daß im anschluß allein der glaube fehlt, über die jahre. ist angst die letzte illusion.

die vorwärts rasenden muster vor den augen, in den augen, wie als kind. die tiefe hinter allem, bodenlos und leicht, die neugier auf die welt, die welten. dahinter.

gut. heute ist längst schwarzweiß, was damals farbreich erschien. was einen klang hatte, wie musik.

aber wer weiß?

ausmerzen

das aufspüren von gedanken und zuschreibungen, innen wie außen, meistens ein unangenehmes konglomerat aus beidem, beiden richtungen auch, die alsbald zur aussortierung herangezogen werden müssen. jetzt schon. dabei ist doch erst februar und die ansätze für dieses jahr womöglich noch gar nicht durchgebrochen. egal, es sind eh immer dieselben konsorten, die sich bei mir breitmachen, da kann ich auch grob vorgehen. damit das gar nicht erst einreißt, in diesem jahr 2014. das könnte entscheidend sein.

fühlt sich gut an. ja.

eine kleine anspannung im körper, kurz vor dem schlafengehen, eine falsche bewegung vielleicht und schon reißt es mir überraschend wieder die malade linke schulter. vielleicht sind es auch die gedanken, die falschen vorstellungen und illusionen, die mich nachts beherrschen. der ewige kampf, in dem ich mich gefangen sehe. die ständige sehnsucht danach.

schmerzgel und eine tiefe nacht, träume von großen weißen flächen, papier und pixel. jetzt ist alles wieder wie zuvor, kein reißen mehr. nur dieser druck innen, dieses tiefe zweifeln in jeder bewegung, eine leise hemmung und enge. das ist nicht neu. das ist alles.

das wird. werden. was auch immer.

fledertier

dieses leben und seine grobheiten, wie sehr ich mich daran gewöhnt habe. manchmal kann ich es sehen, werde ich für einen augenblick zu der, als die ich gemeint war. womöglich. meistens aber bleibe ich starr, voller erwartungen. und leer.

all die feinheiten, die auch zu mir gehören, die sich nicht von mir lösen wollen, trotz allem nicht. wie ich sie verleugne und verschweige, vor mir selbst vor allem und sowieso. seit jeher, seit es sonst niemand mehr tut. das ist eine tatsache. als gäbe es keinen anderen weg, haltlos durch die luft. alles ist eine gefahr. von einem zur anderen, und zuletzt zu mir zurück.

diese momente der durchlässigkeit, diese offenen nächte und manchmal. plötzlich. locken fluchtwege zwischen den wimpernschlägen, hauchzart. in der schwindenden zeit suche ich meine heimat, ein freischwingendes, luftiges wesen.

das bin ich. mitunter.

sacado

mit dem tango an dem punkt angelangt sein, wo die in der stunde vorher, die gerade erst damit angefangen haben, mich fragen, wie lange das denn dauert, bis man so tanzen kann. das ist eine überraschung, weil ich mich so gut daran erinnere, wie ich selbst mich eben das nicht zu fragen traute. letztes jahr.

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