am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

paradigma

mein kreislauf eiert, der blutdruck tanzt, aber eher nicht tango. mehr so gar nicht bodenständig. stattdessen auf fremden wellen, gestern total im keller, heute dann wieder in überraschender höhe. spaßig ist das nicht, eher erschreckend. verstehen kann ich es auch kaum, nur daß ich tendenziell rasend bin. was allerdings nichts neues ist. die fingerknöchel beißen immer wieder zu, auch wenn es nicht weiter stört. die linke schulter reißt es nach wie vor, ziemlich kräftig, ist aber ebenfalls nicht besonders tragisch. kaum besserung also in den letzten tagen, keine erleichterung, keine heilung. (wie auch? die rechte schulter, die im spätsommer dran war, hat auch ein paar monate gebraucht.) gedankenfreiheit. ich lasse es einfach. das wetter? der mond? die hormone? ich lasse es so.

andererseits ist da etwas im gange, ohne zweifel. eine große ruhe ist im anzug, eine plötzliche perspektive. eine art wolfstreiben vermutlich. ein leben, ein schreiben. ich.

spring

diese wunderbare milde in diesem winter, dieses licht, das so warm schon ist. fast so, als könnte im leben nie etwas einfrieren, sich für ewigkeiten in minusgraden festsetzen. ich liebe den frühling, wie er jetzt ist, den ganz frühen frühling, der eigentlich noch gar kein frühling ist. nur eine erste, vage idee. etwas, das es in berlin im grunde gar nicht gibt. nur jetzt, in diesem verrückten jahr mit der 14, das so gruselig begonnen hat. ich weiß auch nicht warum, aber jetzt ist schon frühling. und es ist wie ein geschenk, für mich ganz persönlich.

zehn tage seit dem letzten arztbesuch, und so schnell wird da auch nix mehr kommen. zwei termine im märz und april, aber sonst: kein bedarf! ich kann mir das gar nicht vorstellen, daß es menschen gibt, die darin zufrieden- und geborgenheit finden. oder sicherheit vielleicht, eine seltsame art von sinn. mir ist das nicht gegeben. aber das ist natürlich leicht gesagt, ich habe ja im grunde nichts. nichts gravierendes, das ein solches vorgehen zwingend vorschreiben würde.

die hände funktionieren wieder, zwei oder drei fingerknöchel meckern noch ein wenig. die schulter taugt auch weitgehend, nur nach hinten greifen, schieben, heben, drücken macht noch keinen großen spaß. schmerzen mag ich das aber nicht nennen, mehr so ein knarren und quietschen in den angeln. keine medikation, sogar das schmerzgel vergesse ich permanent. nachgekommen ist auch nichts, seit über einem monat.

beim tango tanze ich erste milongas, stichwort: schrittverdopplung. (macht arschmuskelkater.)

ich heile. (das ist wichtig.)

täglichkeiten

noch vor dem aufstehen ein halbes buch leerlesen, das ist eine überraschung. dann die wohnung nach ebay-verwertbaren gegenständen durchsuchen und fündig werden. fotos davon machen, verkaufstexte vorbereiten und anschließend weiter in dem buch. lesen. plötzlich aufsehen und feststellen, daß jetzt tango stattfindet, in diesem moment. und daß ich dort sein sollte oder wollte, was auch immer. es aber nicht bin.

keinen wunsch haben, diese tatsache zu ändern. stattdessen die restlichen 90 seiten von „Angst“ lesen, heute nacht noch. das wäre dann mal wieder ein buch an einem tag, nach langer, langer zeit. so schwinden die welten, die mir seit jeher unbegreiflich sind. und unerträglich.

oder einfach nur untanzbar. in diesem moment.

negation

am ende bleibt die angst, am ende dorthin zurückkehren zu müssen, wo ich herkomme. das wäre das ende, ich bliebe ein nichts.

ist ja gut

wenn sogar google meint. da will ich mal nicht so sein, denn google hat ja immer recht.

nachtangst, die in panik um sich schlägt. ohne mich. lange nicht gesehen, du. scherzhengst.

was für ein tag. das heimische blutdruckmessgerät behauptet irrwitzige 150 zu 38. (kann das dann aber nicht reproduktiv bestätigen.) ich distanziere mich also davon, am besten von allem, und schiebe die schuld ab sofort auf andere. insbesondere auf blöde messgeräte.

verhaftet

diese enge nicht mehr ertragen, nirgends. nicht im körper, nicht im denken, nicht im gemüt. und keine hoffnung, im leben nicht.

was nicht zu mir gehört, nein, das hat ein anderer mir vorgefertigt eingepflanzt. dieses gefangensein, dieses ständige überleben müssen, dieses elend. als sei es die letzte, die einzige wahrheit, was es nicht ist. aber wie damit leben?

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