wo ist diese wunderbare weihnachtsstille hin, diese weite und leichtigkeit inmitten meiner arbeit. auf einmal ist mir wieder alles voller angst.
prost neujahr!
immer noch mit schneckennetz gesegnet, vodafone kriegt das irgendwie nicht hin. ich kann also nicht arbeiten, die steuern liegen rum, die halbfertige übersetzung. warten, meine lieblingsbeschäftigung. könnte mich jetzt also aufregen, bin auch immer wieder kurz davor. gehe aber statt dessen erstmal ein besoffenes huhn futtern. (in ein paar minuten, sechs oder sieben oder so, wenn die paar sätze hier vielleicht mal hochgeladen sind.)
das wunderbare an dieser finalen zeit im jahr, die mir schon so lange nicht mehr fremdbestimmt ist, ist diese stille und tiefe, unvermeidbar, die weite und klarheit der einsamkeit. jedes jahr ein wenig mehr. keine glöckchen haben mich erreicht in diesem jahr, kein singsang oder märchengedudel. keine heimliche sehnsucht nach gemeinschaft oder familie gar. kein zucker auf mein brot. nichts künstliches.
aber jedes mal begreife ich etwas, sehr schlichtes, selbstverständliches. diesmal: nicht mehr zu sein versuchen, was ich nicht sein kann. damit ist keinem gedient am ende, niemand zufrieden; ich nicht und alle anderen auch nicht.
oder anders: sein, was ich bin. mehr geht nicht.
wieder nicht viel getan, dachte ich. wie und warum auch, ist ja weihnachten. also lange im bett herumgelegen, anschließend vor mich hin geglotzt und dann schnell die wohnung gesaugt. schließlich zur bügelbescherung übergegangen.
am abend dann ein plötzliches gerödel. die beiden alten ebooks auf werbeaktion gesetzt, fünf tage weihnachtaktion für lau, dazu gleich noch das neue hochgeladen. ist sogar jetzt schon verfügbar. (morgen mehr dazu.) für morgen liegen zwei texte auf halde, einer für geld bis freitag, ein anderer, weil er eben ansteht. meine mörderin.
sorgen macht mir die steuererklärung. darauf habe ich so gar keine lust. aber die liste sieht gut aus, viel gestrichen heute.
nichts, absolut gar nichts gearbeitet heute. nur zwei päckchen rausgeschickt, nix mit weihnachten, nee nee, einkaufen gewesen und dann den in der nacht zerbrochenen füller repariert. diesem kleinen textchen ist er zum opfer gefallen, das wäre wirklich nicht nötig gewesen. aber egal, superkleber ist super, und der kleine kaweco taugt jetzt wieder. naja, ein bißchen schief ist es geworden. war ja auch nicht geplant, daß ich das abgebrochene gewindestück so schief fixieren würde, daß ich danach eben dieses gewinde halbseitig wegschleifen muß. so sind sie, die dekorateure, stümpern rum, bis es dann doch wieder irgendwie geht. ein bißchen zumindest, für eine weile vermutlich. das rudimentäre restgewinde reicht, so gerade eben, vor allem weil der rest stramm sitzt und quietscht beim aufstecken.
was solls? schreibt!
jetzt muß ich nur noch die tintenflecken aus dem bett waschen. und von meinen fingern, wie auch den kleber, der sitzt.
gut, bis nacht um vier bei der arbeit zu sitzen und erst gegen sechs ins bett zukommen, ist meinem gesellschaftlichen leben nicht gerade sehr zuträglich. andererseits ist es eben, wie es ist. ich bin sehr froh darüber, die macht über die eigene zeit zu haben und nicht beständig von anderen in fixe muster gezwungen zu werden. auch wenn ich das mitunter teuer bezahle. man sollte das priviligiert nennen, trotz allem. daß ich die möglichkeit habe, die anfänge zu ergreifen, wenn sie sich mir bieten. daß ich sie nicht über die maßen zwingen muß in das bißchen leere, das andere mir für mich lassen. anzufange, mit was auch immer, ist schwer genug.
so ist das also jetzt, es liegen viele anfänge in der luft. keine ahnung warum. oder ob das immer so ist, so war, zwischen den jahren. eigentlich ja eher nicht.