das meer. ach, das meer. es macht mir angst, daß es mir irgendwie doch nicht in die nähe kommt. aber ich weiß einfach nicht, wie. ohne anlaß oder andere menschen bin eine lausige reisende. ich allein bin einfach nicht grund genug. vermutlich.
alle tage
arztuntauglichkeiten
die fremde frau reicht mir zur begrüßung nur die finger, nicht die ganze hand, wie es sich gehört, was zur folge hat, daß ich zu fest zugreife mit meinen handwerkerhändchen, was wiederum peinlich ist. zusammengenommen bedeutet das wohl: na, das fängt ja mal wieder gut an.
für einen grundlegenden check up möchte die arztin demnächst dann noch diverse körperflüssigkeiten und meinen impfpaß, den ich zurück zu hause gleich eifrig suche. ergebnis: letzter eintrag 5.7.77, röteln. ob das noch irgendwie relevant ist? (ich erinnere mich übrigens genau an den termin. ich war 14 und wurde in gegenwart meines vaters gefragt, ob ich eventuell schwanger sein könnte.)
ich und die ärzte, das ist und bleibt eine strunzblöde sache.
kurz vor feierabend schnell noch was im rücken so richtig nachhaltig verdreht. als würde das ganze drücken und kneten alle paar tage nicht reichen. naja, besser als beim tanzen gestern, das wärs noch gewesen.
schmerzen und der vielfältige umgang damit, ein zentrales thema des aktuellen jahres. erschöpfung ein anderes, ich bin und bleibe überrascht über die windungen und wendungen. der körper eben, das fremde, tote land. es wird wohl tatsächlich zeit, mich ein bißchen zu kümmern. (arzttermin morgen um zwei, vor zehn tagen oder so recht sinnfrei vereinbart. wenn das nicht paßt. hoffentlich fällt mir ein, was ich eigentlich will.)
das jahr mit der nummer 13.
draußen die sonne
gestern die sonne, erst auf dem balkon, dann auf der demo. brennen im gesicht, natürlich, an den füßen auch. anschließend trotzdem zum tango, üben, üben, üben. dann mit ein paar netten tänzerinnen gesessen, gegessen und getrunken. whisky zum beispiel, draußen, bis in die nacht. ein schöner tag. für mich.
kaum geschlafen und von da aus direkt in die klassische massage. die hände der frau drücken tief in meinen panzer, dann soll ich sagen, ob es zuviel ist und wann der schmerz nachläßt. ich weiß nicht, wie ich das machen soll. seit jeher (er)trägt mein rücken alles, was ihm aufgeladen wird, und schmerzen sind nicht der rede wert. im gegenteil, die rede von den schmerzen ist gefährlich, man wird bewertet, beschimpft und zusätzlich beworfen, wenigstens. (nur hier mitunter nicht.)
anschließend weiß ich nicht mehr, wie ich mich aufrecht halten soll, ob das die müdigkeit ist? aber das gesicht ist frei, wie selten. für eine oder zwei stunden vielleicht, während ich durch ein paar straßen ein wenig im kreis schleiche, durch die sonne. dann bin ich zurück.
es müßte doch möglich sein, den käfig zu weiten, wenigstens ein wenig. von auflösung oder freiheit träume ich nicht einmal mehr.
es kaum zu fassen, nur etwas über vier jahre nach dem beginn der badrenovierung steht diese nun kurz vor der vollendung. wobei ich im grunde, wenn ich genau hinsehe, schon sehr genau erkennen kann, daß ein erneuter frischern anstrich nicht mehr allzulange, aber lassen wir das. sonst hört es nie wieder auf, das kenne ich doch.
nachteil der exzessiven herumkriecherei auf dem badboden sind außerdem die schmerzenden knie, der muskelkater überhaupt und überall, die vielen kleinen kratzer und wunden an den händen und armen, hämatome auch, sowie eine körperliche erschöpfung, die sich auf die ohnehin bestehende allgemeine erschöpfung oben aufsetzt.
aber egal. ich bin sehr glücklich mit dem neuen badboden, der es endlich überflüssig macht, überall auf den häßlichen kalten weißen fliesen ebenso häßliche stoffetzen zu verteilen, wie es wegen der bisherigen fußkälte unvermeidlich war. soll der winter doch kommen, mir doch egal, diesmal.
zwingen & schmiegen
nach monaten endlich doch mit dem badboden angefangen, gestern bereits, und heute fast schon fertig geworden. nur noch die ränder, die nötige abdichtung, damit möglichst kein wasser von der seite her darunterkriechen kann. das wäre das fatal. also silikon und los, wie das in berlin so üblich ist. hier werden sogar fußleisten mit silikon angeklebt, hab ich schon oft gesehen. da mach ich das doch ganz einfach auch mal.
egal. alles grandios gelaufen, kaum verschnitt, winzkleinkram, nur das absolut notwendige. zu guter letzt noch gut gedacht und schlau gesägt, damit das schmale schwellenstück auch noch drin ist. hat ebenfalls geklappt. das heißt, daß ich ein komplettes paket zurückbringen kann, weil ungeöffnet, und dafür silikon und fußleisten kriege.
und die arbeit eine pracht. selbst die rundungen, vor denen es mir gegraust hat. kein problem, ich kann es einfach. manche menschen mögen zwei linke hände haben, ich habe – warum auch immer – vier rechte. (wobei links und rechts, naja.) ich arbeite mit händen und füßen, mit knien und schultern, alles muß helfen. die stichsäge in der rechten hand einen längstschnitt ansetzen, ziemlich am rand, mit der linken das brett auf der werkbank halten und dann, als das material zu flattern beginnt, es mit dem linken knie halten und auf einem bein weitersägen. gut, das ist nicht zur nachahmung empfohlen, das sollte auch ich besser nicht noch einmal versuchen. so etwas geht nur an wirklich guten tagen. oder es kommt vom tangotanzen, die achse und so.
eine zwinge zu benutzen wäre sicherer gewesen, ja, und tatsächlich habe ich danach doch noch eine zwinge vorgekramt. zwingen sind gut und wichtig, als unempfindlicher festhaltehandersatz, aber ich liebe sie nicht. allein schon das wort. dazu dehnen sie die arbeit mitunter lästig in die länge. die schmiege dagegen, wie ich die schmiege liebe. dieses wort! und ich brauche sie so selten, heute nur dreimal. ach.
die beiden allerdings, zwinge & schmiege, wohnen, wenn sie nicht im einsatz sind, einträchtig auf demselben regalbrett. das ist es wohl, worauf es ankommt.