wenn so ein abend richtig gut ist, vergesse ich das twittern und fotos posten. (so ein mist. ;)
ich sollte mich nur noch mit schriftstellerInnen umgeben. und rauchigem whiskey. (oder einfach mek.)
gutnacht.
die arbeit an meinem ebook hat mich ja unter anderem auch besser mit meinem kindle vertraut gemacht. nach fast einem jahr wurde das endlich auch einmal zeit. und weil ich im zuge der arbeiten auch noch calibre von grund auf kennen und lieben gelernt habe, hat sich der text- und buchbestand auf meinem gerät zügig verdreifacht. und kein ende ist in sicht, seit ich weiß, daß und wie man alle mögliche texte dafür aufbereiten kann. mit calibre nämlich. jetzt lohnt es sich endlich, das ding immer dabei zu haben.
heute morgen träumte ich allerdings von dem idealen ebook für mich. es war so schön klein und leicht, wie mein jetziges. der bildschirm war matt und leuchtete selbstverständlich nicht. im grunde war alles genau so, wie derzeit auch. nur hatte das ding einen touchscreen, denn das fehlt mir wirklich. und es gab einen stift! einen kleinen, weichen griffel, mit dem man sich notizen machen konnte. direkt auf den bildschirm, fußnotizen sozusagen.
genau das will ich, genau so. weil lesen und schreiben zusammengehört. für mich zumindest. und schnell bitte. ich weiß, daß das geht.
rotzen und röcheln im kopf. also mitten im kopf, im gesicht sozusagen. eine richtige männergrippe, hätte ich fast gesagt. aber jammern geht ja nicht, als alte, erfahrene frau. statt dessen denke ich daran, wie es sich als kind genauso angefühlt hat. der kopf, das gesicht. und ich bin froh, daß ich morgen um sieben das haus nicht verlassen muß. um zur schule zu gehen, trotz aller wirrnis und erschöpfung. trotz der schwäche in den beinen und der kälte in den fingerspitzen. denn zu hause bleiben, das ging gar nicht, denn da war ich nicht allein. allein sein, ja, das hätte ich toll gefunden. das hätte gepaßt, aber so war es nicht. zu hause war ich ausgeliefert, und krank schien mir das besonders gefährlich. also schleppte ich mich zur schule, saß ich angestrengt im unterricht, schleppte mich anschießend wieder nach hause, schlief schlecht mit diesem kopf, im gesicht. und ich zählte die tage, sechs oder acht, bis die erkältung vorüber war.
was müssen sie gelacht haben über mich. alle. dabei habe ich nur nach meinen möglichkeiten gehandelt. und die möglichkeiten als kind sind begrenzt.
fahrzeuge und maschinen, motorräder im speziellen, greifen gern in den emotionalen haushalt der sie bedienenden menschen ein. das ist nicht neu. auf dem weg zum ziehen und drücken der pfunde heute regnete es. dreimal in dreißig jahren habe ich mich mit einem motorrad auf die fresse gelegt, nicht einmal war regen der grund für die allesamt selbstverschuldeten stürze. dennoch überkommt mich immer bei regen und nasser straße diese angst, die sich aus der erfahrung nährt. das wissen um die plötzlichkeit und wucht eines unfalls, tief im körper verankert. offensichtlich.
genau daran dachte ich, während ich die choke hineinschob, vielleicht ein wenig früh für die feuchten 12° gegen mittag. auf den nächsten meter husten dann auch die vergaser, ich ziehe die kupplung und drehe am gasgriff, damit die kiste nicht mitten auf der straße ausgeht. dabei trete ich wohl auch noch auf die bremse, unsinnigerweise, keine ahnung. jedenfalls bricht das hinterrad sich plötzlich seinen eigenen weg, tanzt und turnt unter mir herum, sekundenbruchteile. ich balanciere das aus, wie automatisch zum glück, und verursache dabei irgendwelche laute. vermutlich eine art langgezogenes hey. an der nächsten ampel drücke ich wieder an der choke herum, da stimmt doch was nicht. keine hundert meter weiter dann, vor der nächsten ampel, verschalte ich mich, zu viel, zu weit runter. beim loslassen der kupplung folgt die ruckartige bremswirkung und noch einmal dasselbe spiel. das hinterrad bockt und springt. was ist denn nur los?
erst im umkleideraum, als ich mit dem metallschrank kämpfe, die tür schlage und die bügel an die innenwände knallen lasse, merke ich diese wut. nicht über die kawa und ihre sprünge, das war schon vorher da. wut, aggression, einfach nur so. wegen nichts, andrenalin deben. anschließend verheddere ich mich noch in der kopfhörerstrippe des mp3-players, lasse mehrfach den bleistift fallen, der feststellstift für die gewichte springt mir entgegen, oder ich bleibe mit der hose an einer der kraftmaschinen hängen. das alles lasse ich so, es geschieht einfach. dann geht es wieder, irgendwann.
auf der rückfahrt ist dann alles wieder normal. die vergaser spucken nicht, das hinterrad ist ruhig. ich fahre extra noch eine größere runde, ganz vorsichtig. keine besonderen vorkommnisse. als hätte kurzfristig ein dämon dicht hinter mir auf dem sozius platzgenommen.
im meditationsraum baue ich zuerst schnell die sitzkissen in die runde. dann fläze ich mich in eine ecke, die beine auf einem der kissen, die lesebrille auf der nase und gucke noch eine runde in den reader. cool, sagt einer der mitmeditierenden, als er den raum betritt. da erst merke ich, daß ich mich soeben daneben benehme. wieder einmal.
einmal punk, immer. gut so.